Gegen die Einbahn
„Bist du nicht die, die meinem Mann beim Wirten auf den Arsch gegriffen hast?“, hab ich dich gefragt. „Na und, Süße?“, hast du mir auf den Arsch gegriffen und gegrinst, „hast du ein Problem damit?“
Schon damals konnte ich deinem Lächeln nicht widerstehen. Schon damals wusstest du, ich würde dir immer wieder alles verzeihen.
„Gemma was trinken?“
Seit damals gemma oft was trinken. Entweder Kaffee zum Frühstück, Wasser nach dem Joggen oder Tequila nach dem Rotwein. Zwischendurch ein paar Gläser Prosecco, weil der nicht so schwer ist. Zum Glück greifst du mittlerweile öfter mir auf den Arsch als meinem Mann, immerhin.
Like a fish out of the water hab ich mir gedacht, als ich dich zum ersten Mal gesehen hab, sie gehört nicht hierher. Du lachst zu schrill, du brüllst zu laut, du trinkst zu viel, du isst zu gern. Und dein Schäferhund frisst meine Hühner. Aber dann schaust du mich an mit diesem Dackelblick, schenkst mir ein Huhn aus Ton, dass deinem Hund garantiert nicht schmeckt und ich kann dir schon wieder nicht wirklich böse sein.
Du liebst die Provokation, küsst mich vor aller Augen auf den Mund, dabei weiß ich, dass du stockhetero bist. Und obwohl auch ich ziemlich hetero bin, finde ich das fast ein bisschen schade. Du fährst gegen die Einbahn, ohne Strafe zu zahlen, weil dir auch der Polizist sofort verzeiht, als du zu stottern anfängst und erklärst, warum es hier und jetzt notwendig war, die Regeln zu brechen.
Dabei brichst du ständig Regeln. Und willst allen immer etwas beweisen. Deinem Vater, den Leuten hier im Dorf, mir, vor allem aber dir selbst. Du willst dir beweisen, dass du unglaublich stark und selbstsicher bist, aber mir kannst du nichts vormachen, denn ich weiß längst, wie verletzlich und weich du bist. Auch innen drin.
Du säufst nicht nur mich, sondern auch die Bauarbeiter unter den Tisch, verliebst dich ständig in die falschen Männer und boxt mich voller Wut in den Oberarm, wenn ich dir sage, was ich von diesen Typen halte. (In Wahrheit bin ich nur eifersüchtig. Weil ich dich aber lieb hab, hoffe ich trotzdem inständig, dass der jetzt kein Arschloch ist.)
Du kannst gar nicht anders, als dich in die falschen Männer zu verlieben. Weil die nur sehen, was sie sehen wollen. Nur die Starke, die Femme fatale, die Bunte, die Sinnliche, die sie erobern wollen. Sie haben Angst vor dir, aber noch mehr Angst haben sie, wenn sie unter deine Oberfläche tauchen, in deine Ängste und deine Weichheit, die sie verschlucken würde. In deine Sucht, so geliebt zu werden, wie du bist. Nämlich in Wahrheit keine Frau von Welt, sondern eine, die sich nicht nach der großen Welt sondern nach dem kleinen Glück sehnt. Eine, die aber – wenn das kleine Glück an die große Tür klopft, den Schlüssel im Schloss dreht und es nicht rein lässt.
Ich lächle vor mich hin, weil ich genau weiß, wie du reagieren wirst, wenn du diesen Brief liest. Du wirst erröten, stammeln „aber es ist doch in Wahrheit alles ganz anders“, dann wirst du mich anlächeln, „gemma was trinken“ sagen und mir auf den Arsch greifen.
Und das ist gut so.
Schon damals konnte ich deinem Lächeln nicht widerstehen. Schon damals wusstest du, ich würde dir immer wieder alles verzeihen.
„Gemma was trinken?“
Seit damals gemma oft was trinken. Entweder Kaffee zum Frühstück, Wasser nach dem Joggen oder Tequila nach dem Rotwein. Zwischendurch ein paar Gläser Prosecco, weil der nicht so schwer ist. Zum Glück greifst du mittlerweile öfter mir auf den Arsch als meinem Mann, immerhin.
Like a fish out of the water hab ich mir gedacht, als ich dich zum ersten Mal gesehen hab, sie gehört nicht hierher. Du lachst zu schrill, du brüllst zu laut, du trinkst zu viel, du isst zu gern. Und dein Schäferhund frisst meine Hühner. Aber dann schaust du mich an mit diesem Dackelblick, schenkst mir ein Huhn aus Ton, dass deinem Hund garantiert nicht schmeckt und ich kann dir schon wieder nicht wirklich böse sein.
Du liebst die Provokation, küsst mich vor aller Augen auf den Mund, dabei weiß ich, dass du stockhetero bist. Und obwohl auch ich ziemlich hetero bin, finde ich das fast ein bisschen schade. Du fährst gegen die Einbahn, ohne Strafe zu zahlen, weil dir auch der Polizist sofort verzeiht, als du zu stottern anfängst und erklärst, warum es hier und jetzt notwendig war, die Regeln zu brechen.
Dabei brichst du ständig Regeln. Und willst allen immer etwas beweisen. Deinem Vater, den Leuten hier im Dorf, mir, vor allem aber dir selbst. Du willst dir beweisen, dass du unglaublich stark und selbstsicher bist, aber mir kannst du nichts vormachen, denn ich weiß längst, wie verletzlich und weich du bist. Auch innen drin.
Du säufst nicht nur mich, sondern auch die Bauarbeiter unter den Tisch, verliebst dich ständig in die falschen Männer und boxt mich voller Wut in den Oberarm, wenn ich dir sage, was ich von diesen Typen halte. (In Wahrheit bin ich nur eifersüchtig. Weil ich dich aber lieb hab, hoffe ich trotzdem inständig, dass der jetzt kein Arschloch ist.)
Du kannst gar nicht anders, als dich in die falschen Männer zu verlieben. Weil die nur sehen, was sie sehen wollen. Nur die Starke, die Femme fatale, die Bunte, die Sinnliche, die sie erobern wollen. Sie haben Angst vor dir, aber noch mehr Angst haben sie, wenn sie unter deine Oberfläche tauchen, in deine Ängste und deine Weichheit, die sie verschlucken würde. In deine Sucht, so geliebt zu werden, wie du bist. Nämlich in Wahrheit keine Frau von Welt, sondern eine, die sich nicht nach der großen Welt sondern nach dem kleinen Glück sehnt. Eine, die aber – wenn das kleine Glück an die große Tür klopft, den Schlüssel im Schloss dreht und es nicht rein lässt.
Ich lächle vor mich hin, weil ich genau weiß, wie du reagieren wirst, wenn du diesen Brief liest. Du wirst erröten, stammeln „aber es ist doch in Wahrheit alles ganz anders“, dann wirst du mich anlächeln, „gemma was trinken“ sagen und mir auf den Arsch greifen.
Und das ist gut so.
testsiegerin - 27. Jan, 12:23

