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Dienstag, 5. Mai 2009

Die ewige Sehnsucht

Rom
Die Stadt der
Kirchen und Plätze
der Türme
und Bräute

La città
delle chiese e piazze
delle torri e spose


Die Stadt
der weißen Brautschleier
der schwarzen Hochzeitsanzüge
und bunten Sträuße

Rom
Die Stadt
des alten Brunnens
Fontana di Trevi
voll mit Münzen
von jungen Liebenden

In ihren Köpfen
La Dolce Vita
In ihren Herzen
der Wunsch
diese Liebe möge
nicht irgendwann
zu bröckeln beginnen






P.S. Ich war ja noch nie in Rom. Aber meine Tochter. Und für ihr Portfolio (Hafenfolie?) brauchte sie ein Gedicht, das ihre Gefühle widerspiegelt und einen Zusammenhang zu Rom hat. Und weil sie keines fand, hat sie gesagt: Schüttle doch eins aus dem Ärmel.
Was ihr besonders in Erinnerung geblieben ist, hab ich sie gefragt. Das Kolosseum, hat sie gesagt, und unheimlich viele Bräute.
So entstand dieses Gedicht.
"Kann deine Mama nicht für mich auch eins schreiben", hat eine Schulkollegin sie heute gefragt.
"Nein, frag doch deine eigene Mama."

Was mir grad durch den Kopf geht

Vorsicht: Ohne jeglichen literarischen Anspruch

Heut hab ich – wie jedes Jahr zweimal - in der Krankenpflegeschule unterrichtet.
Und wieder einmal gemerkt: Ich mag die provokanten, kritischen, unbequemen Schüler. Die, die mich herausfordern, hinterfragen, zum Nachdenken anregen, widersprechen. Nicht aus dem Gefühl heraus, gegen alles widersprechen zu müssen oder weil sie ein Problem mit Autoritäten haben (die find ich eher anstrengend), sondern diejenigen, die widersprechen, weil sie mitdenken und Widersprüche wahrnehmen. In meinen Aussagen, in meiner Haltung, aber auch in ihren eigenen Haltungen.

Die braven und angepassten Schüler und Schülerinnen, die mir alles glauben, was ich erzähle und fleißig mitschreiben , die liegen mir nicht so. Überhaupt liegen mir die fleißigen und anständigen Menschen nicht so.

Exkurs:
Kürzlich hab ich gelesen, dass faule Eltern die besseren Eltern sind und war total beruhigt. Ich war demnach voll super, ey. Meine Kinder hab ich aus der Hängematte erzogen. Obwohl meine Tochter ja mal zu ihrer Großmutter – die angemerkt hat, sie wäre schlecht erzogen – gemeint hat: Ich bin nicht schlecht erzogen, ich bin überhaupt nicht erzogen.

Weiter im Text. Was ich an meinem Beruf liebe ist, dass er mich immer noch herausfordert. Mir ständig neue Aufgaben vor die Füße schmeißt. Und ich heb sie alle auf, die neuen Aufgaben und Herausforderungen. Vorträge in Deutschland – au ja bitte, ich kann mir eh keinen Urlaub leisten, also erzähl ich halt ein paar hundert Leuten Geschichten aus meinem Arbeitsalltag und komm gleichzeitig ein bisschen raus aus meinem Arbeitsalltag. Arbeitsgruppen leiten – au ja bitte, ich! TeamleiterInnen schulen – sicher doch. Ein Curriculum für ehrenamtliche MitarbeiterInnen entwickeln und diese dann schulen? – au ja bitte, gerne, das wollte ich immer schon mal tun. Auf einer Tagung eine Szene nicht nur erzählen, sondern spielen? Yepp, her damit.

Ich merke, wie sehr ich mit jeder Aufgabe wachse. Wie souveräner ich einerseits werde, wie selbstkritischer andererseits. „Vergessen Sie alles über Rhetorik“ heißt das Buch, das ich mir vorige Woche gekauft hab und danach hab ich die Präsentation und den Vortrag völlig umgeschmissen. Mich selbst vorstellen? Quatsch. Obama stellt sich auch nicht vor und sagt: Mein Name ist Barack Obama, ich bin Präsident der Vereinigten Staaten, bin verheiratet und hab zwei Kinder und werde ihnen jetzt was erzählen.
O.k., ich bin natürlich weder Obama noch bin ich so bekannt wie er, aber was Obama nicht muss, muss ich auch nicht. Yes I can. Wenn die Leute wissen wollen, wer ich bin, werden sie mich schon fragen. Vor einer Präsentation kurz sagen, worüber ich gleich sprechen werde? Ein No-go. „Sie sehen jetzt den Tatort. Der Mörder ist der Gärtner.“
Nichts da. Ich tue das, was ich kann, ich erzähle den Menschen Geschichten. Manchmal les ich ihnen auch welche vor. Ich unterhalte sie. Ich bringe sie zum Lachen. Und wenn ich es nicht schaffe, hab ich nicht versagt, sondern gelernt.

Vor Jahren hab ich Bauchweh und Durchfall gekriegt, bevor ich bei einer Betriebsversammlung die Hand gehoben hab, um etwas zu sagen. Aus Angst, es könnte nicht wichtig genug sein. Aus Angst, ich formuliere nicht geschliffen genug. Ich hab immer noch Angst vor öffentlichen Auftritten. Noch immer Bauchweh. Ich bin keine brilliante Rhetorikerin oder begnadete Politikerin. Ich muss auch nicht um jeden Preis etwas sagen, oder mich mit Belanglosigkeiten wichtig machen. Aber wenn ich etwas zu sagen hab, dann sag ich es. Ich lass mich von der Angst nicht mehr lähmen, sondern betrachte sie als Herausforderung, die ich meistern werde. Die Bühne empfinde ich nicht mehr vorwiegend als Last, sondern in erster Linie als Lust.
Manchmal spiel ich halt schlechte Rollen darauf. Und? Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Drauf ausrutschen. Ausgefpiffen werden. Oder erschossen. Eben.

Warum ich das alles schreibe? Keine Ahnung, weil es wichtig ist für mich. Und weil ich eine kleine Rampensau bin. Na ja, zumindest ein Rampenferkelchen.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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