Neues aus meinem Kanzleramt
„Lassen Sie uns eine kurze Pause machen. Ich bin müde“, murmelte die Ministerin für Faulheit und Müßiggang in meinem Herzen,noch bevor die Sitzung überhaupt begonnen hatte und biss ins Kanzlerkipferl.
Die Staatssekretärin für Zweideutigkeiten klopfte sich auf die Schenkel und lachte.
„So, genug gescherzt“, die Ministerin für Vernunft und Disziplin rief zur Ordnung. Die Innenministerin nickte bestätigend und war ganz in ihrem Element. „Ja, Ordnung muss sein.“
„Worum geht es heute überhaupt“, wollte die Ministerin für Ahnungslosigkeit wissen.
„Um mich.“ Sektionschef Sinn stand auf und klopfte sich anerkennend und ein wenig größenwahnsinnig auf die Schulter. „Es geht um mich. Es geht immer um mich.“
„Wer sind Sie überhaupt?“ Die Sekretärin der Sektion Zweifel zog die Augenbrauen hoch. „Ich habe Sie hier noch nie gesehen.“
„Ein Hochstapler! Lui arretez!“ Madame Misstrauen sprang auf. „Ich abe geört, es gibt gar keinen Sinn.“
„Ich will hier raus. Mein Leben ist ein Wahnsinn. Ich fühle mich in ihm gefangen. Ich brauche Veränderung, zeitliche und räumliche.“ Die Außenministerin griff zu ihrem Mobiltelefon, pflegte Kontakte zu den Botschaftern von befreundeten Ländern und beantragte Asyl.
„Wenn ich um Ordnung bitten dürfte?“ Die Innenministerin blieb aufrecht und hart. „Sehen Sie, das haben wir davon. Wir haben zu viel Fremdheit in unser Leben gelassen. Das verunsichert die heimischen und anständigen Gefühle.“ Der Minister für Anstand und Langeweile küsste sie dafür auf die Wange und lächelte verunsichert.
„Stimmen wir doch einfach ab“, schlug die Staatssekretärin für Unentschlossenheit vor.
„Worüber?“
„Egal.“
Alle gaben ihre Stimmen ab.
„Remis“, flüsterte der Wahlleiter nach dem Auszählen der Wahlkarten. Auch er hatte seine Stimme abgegeben. „Ein klarer Sieg für die Unentschiedenheit.“
Die Ministerin für Faulheit und Müßiggang war längst eingeschlafen, mit dem Zipfel des Kanzlerkipferls in der Hand. Der Hofrat der Abteilung Lebenslust und Gier biss ab und leckte ihr anschließend die Brösel von den Fingern.
Dem Minister für Anstand und Langeweile blieb die Luft weg. So sehr blieb ihm die Luft weg, dass er tot umfiel.
Der Wahlleiter warf die Stimme des Anstandsministers aus dem Fenster und strahlte. „Kein Remis mehr!“ Er kletterte auf den Tisch und tanzte. „Ein knappe Niederlage für die Vernunft“, verkündete er, „und ein glatter Sieg für das Leben.“
"Vielleicht könnten wir das bei uns behalten? Und nach außen hin geschlossen auftreten? Sonst nützt das nur der Opposition, die uns stürzen will."
Sie unterzeichneten ein Geheimpapier, das geheimer war als jedes Geheimnis zuvor.
Im Pressefoyer traten die Pressesprecher der verfeindeten Gefühle mit zusammengepressten Lippen vor die versammelte Presse.
„Es war eine sehr konstruktive und harmonische Sitzung“, pressten sie hervor und die Presse presste diese Pressungen anderntags auf Papier.
„Und was ist jetzt mit mir?“ fragte Sektionschef Sinn beinahe ein bisschen verzweifelt und schaute in den Spiegel.
Niemand beachtete ihn. Nicht einmal sein Spiegelbild.
Die Staatssekretärin für Zweideutigkeiten klopfte sich auf die Schenkel und lachte.
„So, genug gescherzt“, die Ministerin für Vernunft und Disziplin rief zur Ordnung. Die Innenministerin nickte bestätigend und war ganz in ihrem Element. „Ja, Ordnung muss sein.“
„Worum geht es heute überhaupt“, wollte die Ministerin für Ahnungslosigkeit wissen.
„Um mich.“ Sektionschef Sinn stand auf und klopfte sich anerkennend und ein wenig größenwahnsinnig auf die Schulter. „Es geht um mich. Es geht immer um mich.“
„Wer sind Sie überhaupt?“ Die Sekretärin der Sektion Zweifel zog die Augenbrauen hoch. „Ich habe Sie hier noch nie gesehen.“
„Ein Hochstapler! Lui arretez!“ Madame Misstrauen sprang auf. „Ich abe geört, es gibt gar keinen Sinn.“
„Ich will hier raus. Mein Leben ist ein Wahnsinn. Ich fühle mich in ihm gefangen. Ich brauche Veränderung, zeitliche und räumliche.“ Die Außenministerin griff zu ihrem Mobiltelefon, pflegte Kontakte zu den Botschaftern von befreundeten Ländern und beantragte Asyl.
„Wenn ich um Ordnung bitten dürfte?“ Die Innenministerin blieb aufrecht und hart. „Sehen Sie, das haben wir davon. Wir haben zu viel Fremdheit in unser Leben gelassen. Das verunsichert die heimischen und anständigen Gefühle.“ Der Minister für Anstand und Langeweile küsste sie dafür auf die Wange und lächelte verunsichert.
„Stimmen wir doch einfach ab“, schlug die Staatssekretärin für Unentschlossenheit vor.
„Worüber?“
„Egal.“
Alle gaben ihre Stimmen ab.
„Remis“, flüsterte der Wahlleiter nach dem Auszählen der Wahlkarten. Auch er hatte seine Stimme abgegeben. „Ein klarer Sieg für die Unentschiedenheit.“
Die Ministerin für Faulheit und Müßiggang war längst eingeschlafen, mit dem Zipfel des Kanzlerkipferls in der Hand. Der Hofrat der Abteilung Lebenslust und Gier biss ab und leckte ihr anschließend die Brösel von den Fingern.
Dem Minister für Anstand und Langeweile blieb die Luft weg. So sehr blieb ihm die Luft weg, dass er tot umfiel.
Der Wahlleiter warf die Stimme des Anstandsministers aus dem Fenster und strahlte. „Kein Remis mehr!“ Er kletterte auf den Tisch und tanzte. „Ein knappe Niederlage für die Vernunft“, verkündete er, „und ein glatter Sieg für das Leben.“
"Vielleicht könnten wir das bei uns behalten? Und nach außen hin geschlossen auftreten? Sonst nützt das nur der Opposition, die uns stürzen will."
Sie unterzeichneten ein Geheimpapier, das geheimer war als jedes Geheimnis zuvor.
Im Pressefoyer traten die Pressesprecher der verfeindeten Gefühle mit zusammengepressten Lippen vor die versammelte Presse.
„Es war eine sehr konstruktive und harmonische Sitzung“, pressten sie hervor und die Presse presste diese Pressungen anderntags auf Papier.
„Und was ist jetzt mit mir?“ fragte Sektionschef Sinn beinahe ein bisschen verzweifelt und schaute in den Spiegel.
Niemand beachtete ihn. Nicht einmal sein Spiegelbild.
testsiegerin - 28. Mai, 19:15

