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Freitag, 16. Oktober 2009

Strafe muss sein?

Mit ausgestreckten Armen stand ich in der Ecke. Auf den ausgestreckten Armen lag die mit Büchern vollgestopfte Schultasche. Die Übung war nicht Teil eines perversen Fitnesstrainings, sondern eine perverse Strafe. So lange müsse ich dort stehen, verlangte die Lehrerin, bis ich mich entschuldigte.
Ich entschuldigte mich nicht, weil ich mir keiner Schuld bewusst war. Irgendwann ging mir die Kraft aus und die Schultasche fiel zu Boden. Zu Hause schimpfte meine Mama, weil eines der Bücher eine abgestoßene Ecke hatte.
Ich weiß nicht mehr, was ich angestellt habe, bestimmt nicht Schlimmes, ich war ein eher braves, vielleicht ein wenig freches Mädchen. Vielleicht lagen ein paar verschimmelte Apfelbutzen in meinem Bankfach.
Was ich damals gelernt habe?
Dass LehrerInnen mehr Macht haben als Kinder. Dass sie manchmal verdammt ungerecht sind und ihre Fehler nicht einsehen. Dass sie von Kindern Entschuldigungen erwarten, sich selbst jedoch nie entschuldigen.

Was ich durch solche Sanktionen sicher nicht gelernt habe: Respekt vor ihnen zu haben.

Mein Bruder kam mit roten Ohren von der Schule nach Hause. Nicht, weil es draußen so kalt war, sondern weil der Lehrer sie ihm eingedreht hat, so weit es ging. Jeder wusste, dass der Lehrer das machte, keiner unternahm etwas dagegen. Was mein Bruder angestellt hat? Keine Ahnung, sicher nichts Schlimmes.

Aus uns beiden sind rechtschaffene Menschen geworden, mehr oder weniger. Eher mehr. Nicht wegen dieser Unterrichtsmethoden, sondern trotzdem. Wegen unseres starken Rückgrats. Weil wir uns durch Muskelkater in den Armen und verbogenen Ohren nicht verbiegen haben lassen.

Einleitung Ende.

Die Lehrergewerkschaft möchte Straf- und Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Schülern ausweiten, hab ich heute gelesen. Sie hätten ein Recht auf Respekt, aber beim Setzen von Grenzen wären ihnen ebensolche gesetzt.
Natürlich haben sie ein Recht auf Respekt. Jeder und jede hat das. Sogar SchülerInnen.

Liebe LehrerInnen,
Respekt ist nichts einseitiges, sondern ein Geben und Nehmen. Lehrerinnen, die ihre Schülerinnen respektvoll behandeln, schreien nicht nach Sanktionsmöglichkeiten. Irgendwie bin ich total entsetzt. Ich arbeite ja auch in der Sozialbranche, und ich hab unter meinen KlientInnen auch welche, die mitunter schwierig, laut, aggressiv sind. Ihr Verhalten hat Konsequenzen. Wenn sie nicht rechtzeitig aufs Arbeitsamt gehen, wird ihnen die Notstandshilfe gestrichen. Das ist keine Sanktion, sondern eine Konsequenz. So ist das Leben. Wenn sie einen Bankbeamten nach dem anderen wüst beschimpfen, werden sie irgendwann kein Konto mehr haben. Blöd, aber eine Konsequenz, keine Strafe.

Wenn ich mit schwierigen KlientInnen nicht zurechtkomme (und das passiert schon mal) bespreche ich die Situation im Team. Reflektiere, wie ich anders hätte mit der Situation umgehen können. Nehme mir ein paar Stunden Supervision. Besuche Fortbildungen und Kurse, um mich besser zu rüsten.

Das vermisse ich bei den LehrerInnen. Oder ist der Schrei nach mehr Fortbildungsangeboten, nach einer besseren Ausbildung, nach Ideen für einen kreativen Umgang mit Konflikten, einer gelingenden Kommunikation etc. nicht bis an mein schwerhöriges Ohr gedrungen?

Fast 80 Prozent der LehrerInnen fordern mehr Straf- und Sanktionsmöglichkeiten. Und wenn wir schon dabei sind, Eltern, die nur mangelhaft kooperieren, die sollen auch bestraft werden. Sind wir bei der Stasi oder in der Schule?

Einen Gehörschutz hätten sie auch gern, die LehrerInnen, weil es in den Klassen so laut ist.
Aber ich will nicht verallgemeinern. Es gibt auch PädagogInnen, die so spannend unterrichten, dass die Kinder automatisch bei der Sache sind. Es gibt Lehrerinnen, die hängen einen Gong in der Klasse auf, und jedes Kind, dem es zu laut ist, schlägt den Gong. Dadurch senkt sich der Pegel wieder auf ein erträgliches Maß, ganz ohne Eingreifen oder Sanktion der LehrerInnen.

Ah ja. Und Verhaltensnoten möchten sie auch gern wieder einführen. Ja, das hilft bestimmt. Ich erinnere mich, dass ab einem gewissen Alter diejenigen mit den schlechtesten Beurteilungen in Betragen für die anderen die coolsten und mutigsten waren. Die wurden von den Strebern bewundert und angehimmelt.

Mich hat niemand angehimmelt. Dafür war ich dann doch wieder zu brav.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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selbstverständlich...
selbstverständlich gibt es auch wus famose feigenschnitten...
testsiegerin - 21. Dez, 12:04
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Freiburger Mafia (Gast) - 21. Dez, 11:57
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oh ja. das klingt gut. darf ich die mörderin sein?...
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stimmt. drum mach ich lieber amaretto-mandel-schoko-kug erl....
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@ errorking
blöd, dass ich aus dem alter raus bin, wo man...
testsiegerin - 17. Dez, 21:48
au ja. da hoffe ich auf...
au ja. da hoffe ich auf zwei lottosechser. einen für...
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