Sonntag, 15. Dezember 2013

Antidepressivum

Wenns draußen grau und nebelig ist und in mir der Saboteur hockt, mit einen breiten Pinsel und einem großen dunklen Farbtopf, und es mir nicht gelingt, ihn von der Leinwand fernzuhalten, dann lese ich diese Nachricht, die mir vor kurzem die R. (die beste Freundin meiner Tochter und ein bisschen auch meine Tochter, die grad in Nicaragua weilt) geschickt hat:


als ich dem g. zum ersten mal was von dir erzaehlt hab, hat er gefragt "wer ist die barbara?". und da musste ich nachdenken. einfach waere gewesen zu sagen "die mama von der t.". aber das stimmt nicht. also ja, stimmt schon. aber das ist keine, sagen wir mal adaequate beschreibung.

du machst es mir ein bisschen schwer, dich vorzustellen, weil du eben nicht ganz einfach "die mama meiner besten freundin" bist. dass du auch meine freundin bist, das ist eh klar. aber das auch das triffts nicht ganz. weil der begriff "freund" ist viel zu weitreichend - von der freundlichen sitznachbarin, ueber fortgehbekannschaften bis zur t.

und du, du bist ein bisschen auch meine mama. die einem tee kocht, wenn man halsweh hat. flucht, wenn man glaeser zerbricht. die stolz auf einen ist nach einer tanzaffuehrung und die einem hin und wieder den staubsauger in die hand drueckt.

aber auch: der man jeder zeit bei einem glas prosecco sein herz ausschuetten kann. die einem lippenstift borgt, und im farbton beraet. der man peinliche dinge erzaehlen kann, ohne dass sie peinlich sind. die einem entgegengeht, wenns windig und dunkel ist...

danke fuer das alles. das klingt grad alles ziemlich kitschig, ich weiss. und in wirklichkeit weisst du das eh alles. aber ich glaub, es schadet nie, es einmal oefter zu schreiben, als "notwendig". und ein bisschen kitsch brauchen wir alle .

ich hab dich lieb. deine R.

Der Propinquity-Effekt

Von ihm habe ich heute zum ersten Mal gehört. (Propinquitas, lat. – Nähe).

Der Propinquity-Effekt (wahrscheinlich kann ich ihn am Ende dieses Beitrags wenigstens fehlerfrei tippen), so das Ergebnis einer Studie, beschreibt die Macht des Zufalls, der enge menschliche Bindungen erst ermöglicht. Peter Ustinov formulierte diesen Effekt zwar länger, aber weitaus verständlicher: „Anders als die meisten Menschen glaube ich nicht, dass Freunde die Menschen sind, die wir am meisten mögen“, sagte er: „Sie waren bloß zuerst da.“

Nein, schreit natürlich alles in mir, das ist nicht zufällig, sondern weil... weil... na weil halt. Weil sie halt meine Freundinnen sind.

Die I., die Innigste, die irgendwie so ganz anders ist als ich, war einiges der wenigen Mädels, damals auf dem Jungbläserseminar (bitte nicht lachen). Ich glaub, wir waren damals im selben Zimmer. Alle Mädels waren im selben Zimmer. Na ja, irgendwo müssen wir unseren Freunden ja begegnen, also ist das mit der räumlichen Nähe kein schlüssiges Argument. Da waren nämlich noch 7 andere Mädels im Zimmer, an die ich mich nicht einmal mehr erinnern kann.

Die R., die Ruhige, die saß eine Bank hinter mir in der Schule. Natürlich war das ein Zufall. Aber, dass sie immer gelacht hat, wenn ich im Zug in meiner riesigen Sporttasche nach dem Ausweis gesucht und ihn meistens erst gefunden habe, als ich schon aussteigen musste, das war kein Zufall. Sie mochte meinen wirren Geist, glaub ich. Und ich ihre Ordnung. Freundinnen sind wir erst geworden, als wir uns räumlich voneinander entfernt haben, als sie nach Kärnten übersiedelt ist und ich nach Wien gezogen bin. Nix mit Propinquity.

Natürlich war es Zufall, dass ausgerechnet die H. in der Sozialakademie neben mir saß. Die D. neben mir im Waldbad lag und Kuchen mit mir teilte. Die C. in der virtuellen Fischfabrik den zudringlichen Vorarbeiter umgelegt hat. Natürlich war es Zufall, dass ich im Blog die Be und die Ka angeklickt oder sie bei mir kommentiert haben. Es war auch ein Zufall, dass die M. mit mir ein Büro teilt, ich bei einer Vernissage von der anderen M. gelesen habe, bei einer Schmuckausstellung von der C. war, die mich mit der Sängerin E. verkuppelt hat, ich bei der S. Sprechtechnikcoaching gemacht hab und mich im Gefängnis in den gleichen Psychiater wie die M. verschaut hab. Es war Zufall, dass ich beim Liveticker im Standard den A. getroffen habe. Das ganze Leben besteht aus Zufällen.

Ich hätte auch Z. kennenlernen können oder X. oder Y. Oder XY. Vielleicht wären sie heute meine Freunde, wären sie damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Vielleicht aber auch nicht.

Hier noch einmal das sensationelle Ergebnis der Studie: Die zufällige Sitzposition zum Zeitpunkt des ersten Kennenlernens beeinflusst die Entwicklung der Freundschaften erheblich.

Wer unser Freund wird, ist also zufällig. Wer aber unser Freund bleibt, auf wen wir uns verlassen können, wen wir um 3 Uhr früh anrufen können, bei wem wir uns ausheulen, mit wem wir wandern, saufen, lachen, teilen, essen und lästern, wem wir vertrauen und wen wir lieben, das ist immer noch unsere Entscheidung.

Und das ist gut so.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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