Tag 21 - Panther und Lamm
Die letzten Tage waren anstrengend (vor allem der Tanz mit dem Generalkonsul) und nicht nur erfreulich. Heute werde ich mir also etwas Ruhe gönnen, Kraft tanken und Energie.
Was würde sich besser dafür eignen als mein Wald?
Ich umarme zwar lieber Menschen als Platanen, aber zum Anlehnen sind die starken Schultern meiner Kraftbäume ideal. Hier habe ich Ruhe, hier bin ich in mir. Laufe barfuß in der feuchten Wiese auf der kleinen Lichtung, stecke mir dann und wann eine Himbeere in den Mund, bade im Teich, wasche mir Mühsal und Stress von der Seele.
Gut versteckt im Wald wohnt meine Höhle. Manchmal ziehe ich mich in sie zurück. Hierher flüchte ich, wenn das Leben draußen zu schnell und zu fordernd ist. Niemand erwartet etwas von mir, nicht mal ich. Hier muss ich nicht tun, hier darf ich sein. In meinem Feuer liegen trockene Birkenscheite, und rund um mich brennend tausend Kerzen. Von der hinteren Felswand plätschert Quellwasser. Es riecht nach frischgemähtem Gras im Frühling, nach Rosmarin im Sommer. Im Herbst duftete es nach Rosenblättern und im Winter nach Zimt. Es riecht immer danach, wonach ich gerne hätte, dass es riecht.
Vor der Höhle geht geschmeidig ein schwarzer Panther auf und ab. Er ist mein Stolz und meine Kraft und beschützt mich vor den Gefahren des Alltags und ungebetenen Gästen. Abends, wenn das Feuer erlischt und ich auf dem Schaf-Fell einschlafe, kriecht er zu mir und wärmt mich mit seinem samtigen Fell. Manchmal begleite ich ihn in der Nacht nach draußen und wir heulen gemeinsam das Mondlicht an. Er heult wunderschön. Doch ich muss mich nicht messen, muss nicht schöner singen als der Panther, nicht höher wachsen als die Bäume, nicht lauter prasseln als das Feuer und nicht heller leuchten als der Mond. Ich muss nichts.
Hin und wieder kommen Freunde und bringen Geschenke. Ihr Lachen bringen sie mir, ihre Liebe und ihre Lust. Alles, was sie mir schenken, teilen wir. Auch die Flasche Rotwein und das Lamm. Das braten wir auf dem Feuer, werfen Kartoffeln in die Glut und würzen mit Rosmarin.
Wenn ich ausgeruht bin, wenn ich mich wieder stark genug fühle für die Welt mit ihren Hürden und Stolpersteinen, gieße ich den restlichen Wein ins Feuer, blase die Kerzen aus, streiche über das Fell meines Krafttiers und mache mich auf den Weg.
Nur das Gefühl nehme ich mit. Das Gefühl, dass mir nichts passieren kann da draußen.
Es gibt Lamm.
Was würde sich besser dafür eignen als mein Wald?
Ich umarme zwar lieber Menschen als Platanen, aber zum Anlehnen sind die starken Schultern meiner Kraftbäume ideal. Hier habe ich Ruhe, hier bin ich in mir. Laufe barfuß in der feuchten Wiese auf der kleinen Lichtung, stecke mir dann und wann eine Himbeere in den Mund, bade im Teich, wasche mir Mühsal und Stress von der Seele.
Gut versteckt im Wald wohnt meine Höhle. Manchmal ziehe ich mich in sie zurück. Hierher flüchte ich, wenn das Leben draußen zu schnell und zu fordernd ist. Niemand erwartet etwas von mir, nicht mal ich. Hier muss ich nicht tun, hier darf ich sein. In meinem Feuer liegen trockene Birkenscheite, und rund um mich brennend tausend Kerzen. Von der hinteren Felswand plätschert Quellwasser. Es riecht nach frischgemähtem Gras im Frühling, nach Rosmarin im Sommer. Im Herbst duftete es nach Rosenblättern und im Winter nach Zimt. Es riecht immer danach, wonach ich gerne hätte, dass es riecht.
Vor der Höhle geht geschmeidig ein schwarzer Panther auf und ab. Er ist mein Stolz und meine Kraft und beschützt mich vor den Gefahren des Alltags und ungebetenen Gästen. Abends, wenn das Feuer erlischt und ich auf dem Schaf-Fell einschlafe, kriecht er zu mir und wärmt mich mit seinem samtigen Fell. Manchmal begleite ich ihn in der Nacht nach draußen und wir heulen gemeinsam das Mondlicht an. Er heult wunderschön. Doch ich muss mich nicht messen, muss nicht schöner singen als der Panther, nicht höher wachsen als die Bäume, nicht lauter prasseln als das Feuer und nicht heller leuchten als der Mond. Ich muss nichts.
Hin und wieder kommen Freunde und bringen Geschenke. Ihr Lachen bringen sie mir, ihre Liebe und ihre Lust. Alles, was sie mir schenken, teilen wir. Auch die Flasche Rotwein und das Lamm. Das braten wir auf dem Feuer, werfen Kartoffeln in die Glut und würzen mit Rosmarin.
Wenn ich ausgeruht bin, wenn ich mich wieder stark genug fühle für die Welt mit ihren Hürden und Stolpersteinen, gieße ich den restlichen Wein ins Feuer, blase die Kerzen aus, streiche über das Fell meines Krafttiers und mache mich auf den Weg.
Nur das Gefühl nehme ich mit. Das Gefühl, dass mir nichts passieren kann da draußen.
Es gibt Lamm.
testsiegerin - 22. Mai, 21:14

