Der letzte Tag

Ich fühle mich sehr mächtig. Denn es liegt einzig und allein an mir, wie die Reise ausgeht. Ob ich das Taxi zum Flughafen versäume, im Duty free – Shop beim Klauen eines Lippenstiftes erwischt werde oder es zu dem unwahrscheinlichen Fall eines Druckverlustes in der Kabine kommt und ich die Sauerstoffmaske nicht finden kann.
Ich habe es in der Hand, oder besser gesagt, in meinen zehn Fingern, ob am letzten Tag noch etwas Dramatisches passiert, ob ich leidend und vergessen in der Ankunftshalle kauere oder ob es ein Happy End gibt.
Ich. Niemand sonst. Mir kann nichts geschehen, wenn ich das nicht will. Ich beschließe also, das teure Flugzeug nicht abstürzen zu lassen, auch wegen meiner Mitreisenden.

„Willkommen an Bord“, säuselt der blonde Flugbegleiter und überreicht mir einen Strauß warmgelber Sonnenblumen, „ich darf Sie als 1.000.000ste Passagierin unserer Boeing 787 begrüßen. Ich hoffe, es ist in Ihrem Sinn, dass wir Sie kostenlos upgegradet haben. Wenn Sie bitte in der Business Class Platz nehmen?“
Ich habe natürlich nichts gegen eine Aufwertung. Ich bin da durchaus tolerant, obwohl es mir ein bisschen peinlich ist, dass der Rucksack mit all den schlampig hineingestopften Erfahrungen und Abenteuern etwas streng riecht. Trotzdem strecke ich gemütlich die Beine aus, nippe am Champagner und stelle erfreut fest, dass die Paté von spanischen Arbequina Oliven beinahe so cremig schmeckt wie die bei der Botschafterin.
Der Flug vergeht wie in der Zeit.

Sie sind alle da. Meine Familie, meine Kollegen und Kolleginnen, meine Freunde. Ich werde gedrückt und geherzt. Sie haben mich vermisst, beteuern sie und klopfen mir glücklich auf die Schultern. „War es denn schön?“
Ich stottere: „Nun ... tja ... also ... schön ist vielleicht nicht das richtige Wort.“

Ein Mann mit Dreitagesbart steht etwas abseits und beobachtet durch eine edle Hornbrille interessiert die Begrüßungsszene.
„Und wer sind Sie?“ ziehe ich vergnügt die Augenbrauen hoch, wische mit dem Ärmel über die Öffnung der Champagnerflasche, die ich aus dem Flugzeug hab mitgehen lassen, und reiche sie ihm weiter.
„Ich bin Verleger“, antwortet er und nimmt einen kräftigen Schluck. „Ich möchte Ihre Reiseberichte gerne als Buch herausbringen. Hardcover, bunt bebildert, beste Qualität. Ich dachte an eine Erstauflage von 10.000 Stück. Fünfzehn Prozent des Nettoverkaufspreises für Sie. Geht das in Ordnung.“

„Zwanzig“, handle ich und grinse. „Zwanzig und geht das in Ordnung.“

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Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
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