Es gibt Verurteilungen des Nationalsozialismus und Verurteilungen des Faschismus.
Manche Stellungnahmen (ich lese nicht nur hier) gehen über die Dummheit der Eva. H. hinaus. Ich verstehe nicht, warum man die Straße vom Kahlenberg nach Klosterneuburg hinunter nicht schon abgetragen hat, die wurde nämlich auch damals gebaut. (ironisch gemeint)
Bei aller Anprangerung sollten wir nicht vergessen, dass vieles von dem, was damals passiert ist, nach wie vor in uns steckt. So groß war der Anteil der Widerstandskämpfer nicht, dass sich nicht fast jeder die Frage stellen muss: wie gehe denn ich mit meinem Erbteil um? Stamme ich auch von Verbrechern ab oder waren meine Großeltern so dumm, dass sie nicht gemerkt haben, was passiert.
In vielen Kommentaren spüre ich im Hintergrund, den Wunsch, heutige Ungereimtheiten und schlechte Gewissen, mit denen wir uns nicht auseinandersetzen wollen, in die damalige Zeit zu verdrängen.
Das damals - das war das Grauenhafte. Wir sind heute ja ganz anders.
Ich habe schon oft moniert, dass unsere Enkelkinder unser Verhalten heute genauso schlimm beurteilen werden, wie wir heute den NS beurteilen.
Wir bilden uns ein, heute recht zu haben und dazu noch ein Recht zu haben, auf alle loszugehen, die damals gelebt haben, auf alles loszugehen, was damals passiert ist, auf jede Gedankenwelt und jedes Verhalten hinzuhacken, welches zeitgleich passiert ist.
Mit dem gleichen Recht wird das mit uns geschehen. Allerdings hätten wir im Gegensatz noch die Möglichkeit umzudenken.
Ein Weg dazu wäre es, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und jetzt in einer großen, gemeinsamen Empörungswelle die Herman auszubuhen. (Jeder kann das für sich allein machen, wie er will.) Eine emotionalisierte Stellungnahme, die gleich viele andere mitschwappen lässt - in "berechtiger Wut", ist genau der Nährboden für jene Verhaltensweisen, mit denen totalitäre Regimes am liebsten arbeiten.
Da ist der Krieg der Sterne gar nicht so schlecht, wenn Darth Vader möchte, dass Luke Skywalker auf ihn wütend ist und ihn doch "töten wollen soll". Das sammelt negative Energie. Je mehr davon, desto besser wird er dann auf der dunklen Seite der Macht wirken können.
-
Das gesagt habend, gefällt es mir natürlich sehr, wenn Empörung und Wut übereinander herfallen. "Simmering - Kapfenberg das nenn' ich Brutalität" antwortet Travnicek gelangweilt auf die Frage nach dem Stierkampf in Spanien.
Es gibt Schätzungen, wonach etwa 6% der Bevölkerung unter den entsprechenden gesellschaftlichen Bedingungen eine Persönlichkeitsstruktur haben, die sie sofort zu willfährigen Werkzeugen werden lässt. Aber wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch zu niedrig, siehe das Milgram-Experiment oder das Gefängnis-Experiment (bei letzterem fällt mir der richtige Name nicht ein).
Man kann gewisse totalitäre Muster auch in dieser Diskussion bemerken, dazu ist es unerheblich, auf welcher Seite der Diskussion man steht. Es genügt sich die Form der Kritik an Eva Herman anzusehen.
Nachtrag: Ich hab's gefunden: Zimbardos Gefängnisexperiment. Über beide habe ich schon mal was geschrieben: Das Buch der verrückten Experimente.
diese diskussion bestand FAST ausschließlich aus totalitären mustern. die einen werteten die andern ab. die andern standen auf der einen seite und waren vermeintlich pseudointellektuell. die andern standen auf der einen seite und waren zustimmend.
eva hermann ist ein viel zu unwichtiges thema in diesem weltall ,als dass es sich lohne ,über sie derart
angestrengt zu diskutieren. lassen wir doch einer
berufs-mutter ihre töne. sie singt zwar schräg, aber sie wird nicht die töne der weltpolitik beeinflussen.
mich wundert nur ,dass so viele intelligente menschen sich auf miss harmlos einlassen.
laßt uns doch unsre energien nicht verschenken;)
Weise Worte, wahr
"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf."
Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer
Verteufelungen des NS
Manche Stellungnahmen (ich lese nicht nur hier) gehen über die Dummheit der Eva. H. hinaus. Ich verstehe nicht, warum man die Straße vom Kahlenberg nach Klosterneuburg hinunter nicht schon abgetragen hat, die wurde nämlich auch damals gebaut. (ironisch gemeint)
Bei aller Anprangerung sollten wir nicht vergessen, dass vieles von dem, was damals passiert ist, nach wie vor in uns steckt. So groß war der Anteil der Widerstandskämpfer nicht, dass sich nicht fast jeder die Frage stellen muss: wie gehe denn ich mit meinem Erbteil um? Stamme ich auch von Verbrechern ab oder waren meine Großeltern so dumm, dass sie nicht gemerkt haben, was passiert.
In vielen Kommentaren spüre ich im Hintergrund, den Wunsch, heutige Ungereimtheiten und schlechte Gewissen, mit denen wir uns nicht auseinandersetzen wollen, in die damalige Zeit zu verdrängen.
Das damals - das war das Grauenhafte. Wir sind heute ja ganz anders.
Ich habe schon oft moniert, dass unsere Enkelkinder unser Verhalten heute genauso schlimm beurteilen werden, wie wir heute den NS beurteilen.
Wir bilden uns ein, heute recht zu haben und dazu noch ein Recht zu haben, auf alle loszugehen, die damals gelebt haben, auf alles loszugehen, was damals passiert ist, auf jede Gedankenwelt und jedes Verhalten hinzuhacken, welches zeitgleich passiert ist.
Mit dem gleichen Recht wird das mit uns geschehen. Allerdings hätten wir im Gegensatz noch die Möglichkeit umzudenken.
Ein Weg dazu wäre es, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und jetzt in einer großen, gemeinsamen Empörungswelle die Herman auszubuhen. (Jeder kann das für sich allein machen, wie er will.) Eine emotionalisierte Stellungnahme, die gleich viele andere mitschwappen lässt - in "berechtiger Wut", ist genau der Nährboden für jene Verhaltensweisen, mit denen totalitäre Regimes am liebsten arbeiten.
Da ist der Krieg der Sterne gar nicht so schlecht, wenn Darth Vader möchte, dass Luke Skywalker auf ihn wütend ist und ihn doch "töten wollen soll". Das sammelt negative Energie. Je mehr davon, desto besser wird er dann auf der dunklen Seite der Macht wirken können.
-
Das gesagt habend, gefällt es mir natürlich sehr, wenn Empörung und Wut übereinander herfallen. "Simmering - Kapfenberg das nenn' ich Brutalität" antwortet Travnicek gelangweilt auf die Frage nach dem Stierkampf in Spanien.
Man kann gewisse totalitäre Muster auch in dieser Diskussion bemerken, dazu ist es unerheblich, auf welcher Seite der Diskussion man steht. Es genügt sich die Form der Kritik an Eva Herman anzusehen.
Nachtrag: Ich hab's gefunden: Zimbardos Gefängnisexperiment. Über beide habe ich schon mal was geschrieben: Das Buch der verrückten Experimente.
eva hermann ist ein viel zu unwichtiges thema in diesem weltall ,als dass es sich lohne ,über sie derart
angestrengt zu diskutieren. lassen wir doch einer
berufs-mutter ihre töne. sie singt zwar schräg, aber sie wird nicht die töne der weltpolitik beeinflussen.
mich wundert nur ,dass so viele intelligente menschen sich auf miss harmlos einlassen.
laßt uns doch unsre energien nicht verschenken;)