Just another manic Saturday
Hier die zweite Emma-Geschichte.
Geschrieben von meiner Tochter aka Dr.Blubb.
„Nein, bitte tu das nicht!“, rief sie und wischte sich eine Träne aus den Augen. Er reichte ihr wortlos ein Taschentuch. „Es tut mir leid, aber ich muss. Ich habe keine Wahl, das weißt du doch. Bitte nimm es nicht so schwer...“ Sie nickte stumm. Wollte etwas sagen, aber konnte es nicht in Worte fassen. „Mach’s gut.“, war das einzige, das sie heraus brachte.
Er deutete ein Winken an, nahm seinen Mantel und verschwand durch die Tür.
Noch lange stand sie da und starrte ins Nichts. Plötzlich zuckte sie zusammen, löste sich aus der Spannung und setzte sich an den Computer. Sie hatte einen Entschluss gefasst und tippte nun wie wild in die Tasten. Um nicht das kleine Fünkchen Mut zu verlieren, drückte sie, ohne das Geschriebene noch einmal durchzulesen, auf den „Senden“-Button. Sie hatte es geschafft! Endlich!
Er war nun fast fertig, er hatte sich sogar sehr beeilt. Extra für sie. Ahja, die Spaghetti nicht vergessen. Warum sie jedesmal so ein Drama daraus machte, wusste er nicht. Möglicherweise wusste sie das nicht einmal selbst. Als er alles hatte, was er brauchte, machte er sich auf zur Kassa. Warum müssen immer alle am Samstag einkaufen gehen, dachte er, als er die Leute vor sich betrachtete. Gerne dachte er sich Geschichten über sie und ihr Leben aus. Die Blonde zum Beispiel, die gerade Katzenfutter und Duschgel aufs Förderband legte, war Sekretärin und lebte seit Jahren allein mit ihrer Katze in einer Wohnung im Gemeindebau. Heute hatte sie ein Blinddate mit einem jungen Friseur aus dem Internet. Schade nur, dass dieser schwul war. Sie tat ihm fast schon leid...
„Machen Sie weiter, Sie halten ja alles auf!“ Oh scheiße, er hatte völlig aufs Aufladen vergessen! „Tut sorry“, murmelte er und lief rot an. Die Frau an der Kassa lächelte ihn an, wie man ein Kind anlächelt, das gerade etwas kaputt gemacht hat und sich jetzt furchtbar dafür schämt. Als er bezahlt hatte, beeilte er sich nach draußen. Es war ziemlich windig, er zog seinen Mantel fester zu. War DAS eben peinlich! Schon wieder! Und die Dame an der Kassa war die gleiche gewesen wie beim letzten Mal.
Sie hatte gerade das Badezimmer fertig geputzt und nun nichts mehr zu tun. Da musste sie wieder an ihn denken und sofort schossen Tränen in ihre grünen Augen, für die er früher so geschwärmt hatte. Auch das war lange her. Nein, sie würde nicht heulen! Diesmal nicht! Es war jeden Samstag dasselbe. Er würde wiederkommen! Er war nicht wie ihr Vater. Aber warum zum Teufel brauchte er immer so lange? Hatte er etwas mit der Kassiererin? Oder etwa mit... Nein, daran wollte sie nicht denken.
Langsam bekam sie ziemlichen Hunger, wenn er nicht bald zurückkam, würde sie sich selbst etwas zu essen machen. Spaghetti, die gingen schnell. Da fiel ihr ein, dass keine Spaghetti mehr zu Hause waren. Es war eigentlich gar nichts Essbares zu Hause.
Wie jeden Samstag.
Sie musste wohl oder übel warten... Hoffentlich war er wenigstens schneller als sonst. Das war zwar bestimmt nicht der Fall, aber man dürfte ja wohl noch träumen.
Wie jeden Samstag.
„Schatz, ich bin zu Hause!“, tönte es durch den Flur. „Hast du endlich dieses blöde Bewerbungsschreiben verfasst?“
Sie sah auf die Uhr und staunte „Du bist heute schon ganze fünf Minuten früher da als letztes Mal. Ja, das Bewerbungschreiben ist weg und ich denke, sie werden mich nehmen. Was gibt’s zum Essen?“
„Toll! Ich wusste doch, dass du deine Facharztausbildung nicht umsonst erfolgreich abgeschlossen hast. Es gibt Spaghetti.“
Wie jeden Samstag.
„Weißt du eigentlich, dass du wunderschöne Augen hast?“
Wie früher.
Geschrieben von meiner Tochter aka Dr.Blubb.
„Nein, bitte tu das nicht!“, rief sie und wischte sich eine Träne aus den Augen. Er reichte ihr wortlos ein Taschentuch. „Es tut mir leid, aber ich muss. Ich habe keine Wahl, das weißt du doch. Bitte nimm es nicht so schwer...“ Sie nickte stumm. Wollte etwas sagen, aber konnte es nicht in Worte fassen. „Mach’s gut.“, war das einzige, das sie heraus brachte.
Er deutete ein Winken an, nahm seinen Mantel und verschwand durch die Tür.
Noch lange stand sie da und starrte ins Nichts. Plötzlich zuckte sie zusammen, löste sich aus der Spannung und setzte sich an den Computer. Sie hatte einen Entschluss gefasst und tippte nun wie wild in die Tasten. Um nicht das kleine Fünkchen Mut zu verlieren, drückte sie, ohne das Geschriebene noch einmal durchzulesen, auf den „Senden“-Button. Sie hatte es geschafft! Endlich!
Er war nun fast fertig, er hatte sich sogar sehr beeilt. Extra für sie. Ahja, die Spaghetti nicht vergessen. Warum sie jedesmal so ein Drama daraus machte, wusste er nicht. Möglicherweise wusste sie das nicht einmal selbst. Als er alles hatte, was er brauchte, machte er sich auf zur Kassa. Warum müssen immer alle am Samstag einkaufen gehen, dachte er, als er die Leute vor sich betrachtete. Gerne dachte er sich Geschichten über sie und ihr Leben aus. Die Blonde zum Beispiel, die gerade Katzenfutter und Duschgel aufs Förderband legte, war Sekretärin und lebte seit Jahren allein mit ihrer Katze in einer Wohnung im Gemeindebau. Heute hatte sie ein Blinddate mit einem jungen Friseur aus dem Internet. Schade nur, dass dieser schwul war. Sie tat ihm fast schon leid...
„Machen Sie weiter, Sie halten ja alles auf!“ Oh scheiße, er hatte völlig aufs Aufladen vergessen! „Tut sorry“, murmelte er und lief rot an. Die Frau an der Kassa lächelte ihn an, wie man ein Kind anlächelt, das gerade etwas kaputt gemacht hat und sich jetzt furchtbar dafür schämt. Als er bezahlt hatte, beeilte er sich nach draußen. Es war ziemlich windig, er zog seinen Mantel fester zu. War DAS eben peinlich! Schon wieder! Und die Dame an der Kassa war die gleiche gewesen wie beim letzten Mal.
Sie hatte gerade das Badezimmer fertig geputzt und nun nichts mehr zu tun. Da musste sie wieder an ihn denken und sofort schossen Tränen in ihre grünen Augen, für die er früher so geschwärmt hatte. Auch das war lange her. Nein, sie würde nicht heulen! Diesmal nicht! Es war jeden Samstag dasselbe. Er würde wiederkommen! Er war nicht wie ihr Vater. Aber warum zum Teufel brauchte er immer so lange? Hatte er etwas mit der Kassiererin? Oder etwa mit... Nein, daran wollte sie nicht denken.
Langsam bekam sie ziemlichen Hunger, wenn er nicht bald zurückkam, würde sie sich selbst etwas zu essen machen. Spaghetti, die gingen schnell. Da fiel ihr ein, dass keine Spaghetti mehr zu Hause waren. Es war eigentlich gar nichts Essbares zu Hause.
Wie jeden Samstag.
Sie musste wohl oder übel warten... Hoffentlich war er wenigstens schneller als sonst. Das war zwar bestimmt nicht der Fall, aber man dürfte ja wohl noch träumen.
Wie jeden Samstag.
„Schatz, ich bin zu Hause!“, tönte es durch den Flur. „Hast du endlich dieses blöde Bewerbungsschreiben verfasst?“
Sie sah auf die Uhr und staunte „Du bist heute schon ganze fünf Minuten früher da als letztes Mal. Ja, das Bewerbungschreiben ist weg und ich denke, sie werden mich nehmen. Was gibt’s zum Essen?“
„Toll! Ich wusste doch, dass du deine Facharztausbildung nicht umsonst erfolgreich abgeschlossen hast. Es gibt Spaghetti.“
Wie jeden Samstag.
„Weißt du eigentlich, dass du wunderschöne Augen hast?“
Wie früher.
testsiegerin - 2. Mrz, 14:57

