Die Party

Die Party war auf dem Höhepunkt, als es klopfte. Deshalb reagierte auch niemand auf das Klopfen. Kevin, Jasmin und Jennifer vergnügten sich bei Doktorspielen im Schlafzimmer, der fette Julian hatte zu viel von diesem Kuchen gegessen und kotzte, Erika hielt ihm dabei fürsorglich die Hand. Pamela, Paris und Kate tanzten zu seltsamen Klängen. Der rothaarige Felix hockte in einer Ecke und schmollte, er hätte auch gern mit Jasmin und Jennifer rumgemacht, aber die hatten sich für den dämlichen Kevin entschieden, weil der ihnen eingeredet hatte, er wäre Arzt, dieser blasierte Kerl.
Hannah, Beate und Monika saßen in der Küche, lachten und rauchten.
Es klopfte heftiger. Wieder reagierte niemand.

Erst als die Musik für einen Augenblick aussetzte und Lisa-Maria als einzige wie belämmert da stand, weil sie auf der Reise nach Jerusalem keinen Platz gefunden hatte, hörten sie die Geräusche an der Tür. Diesmal war es nicht bloß ein harmloses Klopfen, nein, die Tür wurde brutal aufgebrochen. Fünf uniformierte Polizisten stürmten die Wohnung und richteten die Waffen auf die Partygäste. Die kreischten hysterisch.
Beate murmelte „Shit, eine Razzia“, dämpfte ihre selbstgedrehte Zigarette aus und warf sie nervös aus dem Fenster. Lediglich Hannah, die aus der Küche geeilt war, behielt die Ruhe.
„Ja bitte?“
„Landeskriminalamt Es liegt eine Anzeige vor“, sagte der eine Beamte.
Felix, der endlich beweisen konnte, wie mutig er war, ging hinter dem Sofa in Deckung und zielte auf den Beamten. Zu seinem Leidwesen und zum Glück des Beamten war die Waffe jedoch nicht geladen.
„War es der alten Wondratschek schon wieder zu laut? Pam? Dreh doch ein bisschen leiser, ja?“ DJ Ötzi verstummte.
Der zweite Beamte schüttelte den Kopf. „Wir ermitteln wegen fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Wenn Sie bitte die Ausweie vorweisen?"
Beate kramte nach ihrem Reisepass, Monika zeigte ihren Führerschein und Pamela hatte ihren Schülerausweis dabei.
"Nicht diese Ausweise. Wenn ich um die Impfpässe bitten darf!“
Hannah wandte sich an die anderen Frauen. „Habt ihr zufällig die Mutter-Kind-Pässe eurer Kinder dabei? Ich wusste nicht, dass man sich auf Kindergeburtstagen neuerdings ausweisen muss.“
Erika, die noch immer neben ihrem Sohn kniete, der wiederum vor dem Klo kniete und hineinkotzte, schrie hinaus: „Julian ist geimpft. Ich kann seinen Vater anrufen, damit der den Impfass vorbeibringt.“
„Ich hab Jenny und Jasmin grad geimpft!“, strahlte der fünjährige Kevin, „im Schlafzimmer.“ Er zeigte den Beamten stolz seine Spritze.
Einer der Beamten hatte den kleinen Felix hinter dem Sofa entdeckt. „Vorsicht, geht nicht zu nah an ihn heran!“, rief er seinen Kollegen zu. „Er ist gefährlich.“
Hatten Sie tatsächlich die Legolaserpistole in seiner Hand gesehen?

„Seht ihr die vielen Tüpfelchen in seinem Gesicht? Wir sind tatsächlich auf einer Masern-Party gelandet. Diese verantwortungslosen Eltern.“

Felix begann zu heulen. Immer war er schuld. Dabei litt er schon seit Jahren unter diesen blöden Sommersprossen.

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Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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