Los.lassen

Ich bin eine Rabenmutter. Ich hab mein Kind aus dem Nest geworfen, damit es fliegen lernt. „Nütz die Chance und geh für drei Monate nach Berlin“, hab ich gesagt, obwohl ich weiß, wie sehr mein Rabenjunges sein Nest liebt.
Jetzt ist sie weg. „Hast du ihr wenigstens gesagt, dass sie sich warm anziehen soll?“, hat ein Freund mich heute geneckt.
Nein, ich hab es nicht gesagt, nur gedacht, als ich sie gestern am Bahnhof verabschiedete, in kurzen Hosen. Sie hat gefroren in der Nacht, erzählt sie heute am Telefon, es war total kalt im Zugabteil.

In meinem Leben ist grad Loslassen angesagt. Im Februar musste ich meinen lieben Kollegen loslassen, der plötzlich starb, jetzt meine Lieblingskollegin, die ein Baby kriegt und meine Tochter, die kein Baby kriegt, sondern für einen Sommer nach Berlin geht. Und so ganz nebenbei noch einiges, das mir wichtig ist.

Ja, ich weiß, es ist lächerlich. Es ist normal, wenn junge Frauen das Haus verlassen und ihr eigenes Leben leben. Drum hab ich sie ja rausgetreten, sozusagen. Außerdem verlässt sie ja noch nicht mal das Haus, sondern macht einfach ein Praktikum in Berlin und kommt im September wieder, wenn ich auf Kur bin. In ein paar Wochen werde ich sie besuchen. Trotzdem heulen die beste Freundin meiner Tochter und ich im Auto, als wir sie in den Zug gesetzt haben, mit zwei Koffern und zwei Taschen. „Sie kommt ja wieder“, tröste ich die beste Freundin, die längst Teil der Familie ist. „Schon, aber... sie fehlt mir jetzt schon.“
Mir auch.

Einen wunderschönen Abend haben wir verbracht am Freitag, bei Katiza im Salon. Weltberühmt in Österreich, mittlerweile. So schön ist das, wenn die Menschen nicht nur miteinander feiern, sondern ganz bewusst etwas miteinander teilen. Sich öffnen.
Ich sehe dort meine Tochter mit anderen Augen als die der Mutter. Eine tolle junge Frau ist das, denke ich. Und ich hab ein bisschen Anteil daran. Mein Mann hat großen Anteil daran, weil er derjenige war, der immer für sie da war und ist, der sie gewickelt, die Zehennägel geschnitten und verarztet hat, wenn sie sich verletzt hat. Der sie vor allem immer so angenommen hat, wie sie ist. „Wenn es dir nicht gutgeht, hol ich dich“, sagt er, und wir wissen, dass er es ernst meint. Die D., die meine Tochter als Wahloma ausgesucht hat, sagt das selbe. Wir wissen, dass auch sie es ernst meint. Die beste Freundin, seit fast 15 Jahren, mit der sie sich so gut ergänzt. All die anderen Menschen rund um sie, die sie lieben.

Sie nimmt viel mit, nach Berlin, was sie gut brauchen wird in der großen Stadt. Nicht nur die zwei Koffer und Taschen. Vor allem viel Liebe nimmt sie mit. Ihre starke Persönlichkeit und ihr großes Herz. Ihren schwarzen Humor.
Bestimmt rollt sie mit den Augen, wenn sie das hier liest. Roll du nur, Kind. Aber zieh dich warm an, damit du nicht frierst. Und iss wenigstens hin und wieder auch etwas Gesundes, ja? Man ernährt sich nicht von Kaugummis. Und wenn du wiederkommst, gibt es Milchreis. Versprochen.

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"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
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Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
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