Gedichte

Montag, 14. April 2014

Konfliktherd

In der Ecke
meiner Herzkammer
steht ein alter Konfliktherd
Ein Erbstück

In den rostigen Töpfen
wallen meine Widersprüche
dampfen die Kämpfe
zwischen Moral und Wollust
brutzeln meine Ängste
und werfen Blasen
Sie sind noch immer nicht gar

Ich rühre in meinen Wunden
lege Holz nach
und schüre das Feuer

Es wärmt so schön

Dienstag, 8. April 2014

Frühlingserwachen

Draußen erwacht der Frühling
Drinnen nur dunkelblaue Nacht

Die Schere
zwischen Innen und Außen
lässt sich nicht schließen
deshalb rammt er sie
in seine Brust

Freitag, 1. November 2013

Der Tod kommt zum Dessert

(Kulinalyrisches in 5 Teilen)


1. Ouverture

Bruschetta

Im dritten Aufzug von Aida
kommt der kleine Hunger wieder
Drum dreht er die Musik nun leiser
und häutet einen Paradeiser
röstet dann das Knoblauchbrot
und gibt im ersten Morgenrot
Basilikum und Thymian
sowie Olivenöl daran

Beglückt die Begehrte im Bette
mit betörenden Bruschette


2. Zwischenspiel

Kostprobe

Nach Erde und frischem Brot
riechst du
nach unendlich Angekommensein

Nach Lust und Verlust
schmeckst du
und ich riskiere mich zu verlieren

Meinen Hunger auf Haut
stillst du mir
doch das Satt währt nur kurz
zu kurz

und führe mich in Versuchung
aber verschling mich nicht


3. Akt

Seezunge mit grünen Bohnen, Pfirsichen und Scampi

Marktfrisch die Liebe wie die Viktualien
Und unberührt noch Fleisch und Fisch
das eine auf, das and’re vor dem Küchentisch
mit Scampi und Gemüse aus Italien

„Die Zunge“, erklärt er voll Leidenschaft
während sie – nur leicht bekleidet
den fleischigen Pfirsich in Spalten schneidet
„liebt einen Hauch Zitronensaft“

Die Frau zählt zweiundzwanzig Lenze
Doch fasst sie mit geübten Händen
der Schalentiere schmale Lenden
und befreit die nackten Schwänze

Während er das Feuer schürt
Wird das Gemüse angeschwitzt
Was ihn jedoch viel mehr erhitzt
Ist wenn sie zärtlich ihn berührt


4. Libretto

Flambiert

Du schälst dich aus den Kleidern
reichst schweigend mir das Streichholz

die Wollust längst entflammt
die Leiber brennen
die Angst löschen wir

mit Nähe

später dann
zudecken mit Vertrauen
damit sie nicht auskühlt

die Liebe


5. Finale

Mousse au Chocolat

Im Wasserbad verschmelzen dunkle Rippen
der Schokolade, sündig und süß zugleich
Gierig berühren einander sehnende Lippen
werden Körper schmiegsam und weich

Es wird gelöffelt, geliebt und begehrt
da klopft der Tod an, mit seinen Gebeinen
und während dieser das Mousse verzehrt
genießen die Beiden seinen Bruder, den kleinen

(2007)

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Hättest du mich festgehalten

Hättest du mich festgehalten, sagt das Blatt und fällt vom Baum.
Hättest du mich festgehalten, verglüht der Sommer und vergießt ein paar Krokodilstränen.
Hättest du mich festgehalten, beschwert das Unfallopfer sich beim Gurt, der nicht angelegt war.
Hättest du mich festgehalten, wirft der junge Mann seiner Mutter vor und kämpft mit seiner Unfähigkeit zu lieben.
Hättest du mich festgehalten, würde der Schlüsselbund im Gully denken, könnte er denken.
Hättest du mich festgehalten, sagt der Sterbende zum Leben. Vielleicht.
Hättest du mich festgehalten, der Ball zum Tormann, nach dem 0:4.
Hättest du mich Fest gehalten, sagt der einsame Geburtstag und bläst die letzte Kerze aus.
Hättest du mich manchmal fest gehalten, tippt die junge Frau in ihr Handy und löscht seine Nummer.
Hättest du mich nicht so festgehalten, sagt die ältere Frau vor dem Bezirksgericht.

Sonntag, 6. Mai 2012

Vollmundig

angesichts
deines angesichts
staune und stöhne
ich
lecke deine lippen
so voll
wie der mond

Montag, 6. Februar 2012

Einschnitt

Mit spitzem Lachen
will ich Löcher
in deine Dunkelheit
schneiden

Lass mich
leiden
sagst du
stumpf

Ich zerbreche
Klingen
Lege das Lachen
zur Seite

unbenutzt

Donnerstag, 25. August 2011

Amaro amoroso

(für Profiler ;-))

An der Bar, da sitzt die Lotti
trinkt den zehnten Ramazzotti
mit Zitrone, ohne Eis
wie Enzo hinterm Tresen weiß.
Gerührt ist Lotti und der Drink geschüttelt,
ihr Magen ziemlich aufgerüttelt.

Seit vielen Stunden sitzt sie hier
bei Ramazzotti, Stift, Papier.
Dazu verschlingt sie Schokolade.
(Hat sie gar eine Schreibblockade?)
Das Denken fällt ihr jetzt schon schwer
das Glas ist voll, der Kopf ist leer.

Ihr fragt euch, was die Lotti plagt?
Overworked and underfucked
ist die Gute schon seit Wochen!
So, das hätten wir besprochen.
Der Barmann mit dem geilen Blick
hätt nix gegen ’ nen heißen ...

Er glaubt, die Lotte steht auf Dichter
deshalb löscht leise er die Lichter
beugt sich vornüber, ganz zerzaust.
Einen Vers aus Goethes Faust
kramt mühsam aus dem Hirn er vor
und flüstert ihn in Lottis Ohr:

„Schönes Fräulein, darf ich wagen
Arm und Geleit Ihnen anzutragen?“

„Was bist du für ne blöde Sau!
Verdammt, ich steh auf deine Frau!“
so lallt die Lieselotte trunken
und schimpft den haltlosen Halunken.
Ihm an den Kopf schmeißt wütend Lotti
das schwere Glas samt Ramazzotti

Der Enzo sackt zusammen, ist er tot?
Das Blut färbt seine weiße Weste rot.
Sie sitzt am Hocker, schluchzt und schreit:
„Es tut mir alles schrecklich leid!“

Auf dem Heimweg denkt die Lotti
Wie schade
um den Ramazzotti.

Dienstag, 23. August 2011

Ohne Titel

Ich gehe, sagst du
und presst dich an mich
gierig und heißer
als je zuvor
Jedem Abschied
wohnt ein Zauber
inne/halten/fest
den Augenblick

Bleib noch ein wenig
schnurre ich
als sich deine
wohlige Schwere
auf meinen Leib legt
bleib noch ein wenig
für immer

Nichts ist für immer
dringst du in mich
und ich halte/still/die Hand
auf deinen Mund
dein Atem/Stoß
heiß und vielversprechend

Nichts versprechen.
Nur sein.
Bleib, wenn du gehst, ja?
Merci für die Hitze,

Sommer.

Samstag, 22. Januar 2011

Für K.

oder

Zwischen Zwielichtern III

Wenn die Dämmerung
den Tag nach Hause schickt
und der Nacht das Zepter reicht
versammeln sich
im Jahr der dreizehn Monde

dreizehn Weiber
weise und wunderschön
Feen oder Elfen oder Hexen
oder alles

Tische biegen sich
unter den Köstlichkeiten
und der Wärme
Zaubertränke fließen
Gräser benebeln

Die Sonne speist
mit der Gerechtigkeit
der Mond erzählt sich dem Stern
der Eremit bleibt
nicht allein

Eine nach der anderen
legt ihren Schutzmantel ab
öffnet sich
zeigt sich nackt und stark
und verletzlich

So schön könnte ich sein
lacht eine
So schön bist du
die anderen

Rote Lippen
schnappen hungrig
nach dem Leben
und den Flaschen
Rote Nägel kratzen
der rosaroten Welt
behutsam ein Stück
Fassade vom Leib
Rote Herzen verbinden
Wunden


Wenn das Morgenrot
die Nacht entthront
fliegen sie in unterschiedlichen
Richtungen davon
und nehmen heimlich
ein Stück dieser Nacht
mit auf den Weg

Mittwoch, 19. Januar 2011

Tango statt Blues

oder

Frozen Margarita

Heute Nacht
kriecht Leichtsinn
über granatrote Lippen

Tanzt Mut
Tango
auf unseren Zungen

Malt Lust
feuchte Spuren
auf die Haut

Heute Nacht
betäubt Tequila
Tabus

Morgen Früh

noch immer
beste Freundinnen?

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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