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Geschichten

Sonntag, 15. November 2009

Hasta la vista, baby!

Jetzt lass mich bitte mal ausreden. Immer redest du mir dazwischen. Genau wie dem Papa. Ja, ich weiß, dass du dich schämst wegen der Polizei im Haus. Und wegen der Nachbarn. Nun hör doch bitte mal zu, Mama. Wenigstens fünf Minuten. Ja, von mir aus stell die Uhr.
Ich hab’s auch für uns getan, Mama, weißt du? Und für Arnold. Ich wollte, dass wenigstens er einmal Erster wird und du einen Grund hast stolz zu sein. Nicht immer erster Verlierer, so wie ich. Ich hab doch gemerkt, wie sehr es dich gekränkt hat, dass sie diese Fot...diese... diese... Steiner gewählt haben statt mich. Eine Frau als Obmann, wo gibt’s denn so was.
Und ich bin Obmannstellvertreter. Stellvertreter. Wer hat denn all die Jahre den Verein nach vorne gebracht, Mama? Wer war das denn? Sogar der Bezirkssekretär hat mir das gesagt. Erwin, hat er zu mir gesagt, Erwin, in den anderen Ortsvereinen reden sie alle nur von dir. Und dass wir jetzt den Zuschlag für den Bezirksbewerb bekommen haben, das ist doch nicht der Steiner ihr Verdienst, ihrer.
Undankbare Gfraster. Wahrscheinlich hätte unser Arnold gegen Jessy und Jenny eh keine Chance gehabt. Du hättest sehen sollen, wie die aufgeputzt waren, widerlich war das. Widerlich. Richtig nuttig haben sie ausgeschaut, und alle haben sie süß gefunden mit ihren Piepsstimmchen. Der Arnold ist sowieso zu fett für den Bewerb, hat der Huber gesagt. Der braucht reden mit seinem Backhendlfriedhof. Ach, ein abgekartetes Spiel war das, das hab ich schon seit Wochen gemerkt. Die Steiner und der Huber, die haben doch seit Jahren ein Techtelmechtel, wahrscheinlich treiben sie es immer nach der Sitzung. Dass das die Alte vom Huber nicht merkt, das will mir nicht in den Kopf, aber das soll meine Sorge auch nicht sein. Jedenfalls ist der Arnold richtig durchtrainiert, der rackert sich ja auch Tag und Nacht ab mit seinem Radl.

Ich musste es tun, Mama, es war wie... wie ein... wie ein Zwang irgendwie. Und sie haben’s ja auch verdient. Hör auf zu weinen, Mama, die Caritas wird sich um dich kümmern, wenn ich nicht mehr da bin. Warum ich die anderen auch...?
Ich weiß nicht, der Druck in der Brust war so groß. Alles, was sich aufgestaut hat, die ganze Wut, die Demütigungen, das musste einfach mal raus. Jetzt ist es vorbei. Und weißt was, Mama, weißt was, mir geht’s gut dabei. Auch jetzt noch. Und besonders als ich es getan hab. Die Jessy und die Jenny, die waren zuletzt dran. Die sollten das alles mit ansehen. Einen nach dem anderen hab ich abgemurkst. Mit bloßen Händen. Mit meinen bloßen Händen. Du hättest sehen sollen, wie die kleinen Körper gezuckt haben unter meinen Händen. Und weißt, was ich gefühlt hab dabei, Mama? Nichts hab ich gefühlt. Gar nichts.
Den Verein werden sie jetzt sicher auflösen. Und wenn es keinen Verein mehr gibt, kann die Steiner auch nicht mehr Obmann sein. Das geschieht ihr recht.

Ich muss jetzt runter, Mama, die Polizei wartet auf mich, ich wollte mich nur noch verabschieden von dir und ein paar Sachen holen. Ist mein Pyjama schon gewaschen?
Und kümmere dich bitte um den Arnold. Er kann ja nichts dafür. Der liebe gute Arnie. Aber lass ihn nicht raus, sonst entwischt er dir. Du hast so schlechte Augen, Mama. Am Ende verhungert er dir. Ach so, ja. Im Keller, im großen weißen Schrank. Ganz rechts unten, gleich neben den Schachteln mit den Autogrammkarten, da steht das Hamsterfutter.

Mittwoch, 4. November 2009

Ich kann

„Igitt!“ Grete Zwieschneider war nicht angezogen, um bei acht Grad und Nieselregen an einer gehweglosen Landstraße entlang zu wandern. Grete Zwieschneider war angezogen, um bei achtzehn Grad und leicht bewölktem Himmel mit ihrem Volvo durch den goldenen Oktober zu fahren. Aber im Waldviertel interessierte sich das Wetter nicht für die Vorhersagen der Meteorologen in Wien. Und Gretes Volvo interessierte sich nicht dafür, dass seine Besitzerin ihm erst vor drei Tagen für den Einsatz von achthundert Euro ein neues Pickerl ermöglicht hatte. Er hatte einfach ein paar Mal geächzt und war dann lautlos stehen geblieben.
Zwettl 11 km stand auf dem Wegweiser. Und klein darunter: Ratschenreithsgschwendt 1 km. Gretes Füße schmerzten, aber ein Funken Hoffnung leuchtete auf.
Ihr Handy hatte sie auf der Kommode liegen lassen. Sie wollte nicht erreichbar sein, vor allem nicht für Tom. Er hatte sich seit genau zehn Tagen nicht gemeldet. Sollte er ruhig auch einmal das Gefühl haben, dass sie nicht auf seinen Anruf wartete.
Seit neun Jahren ging das nun schon so. Er kam, wann er wollte, er ging, wann er wollte, und manchmal, wenn sie Glück hatten, kamen sie gemeinsam. Vielleicht hatte sie ihn deshalb noch nicht aus ihrem Leben geschmissen. Dabei hatte sie den Verdacht, dass sie nicht die einzige war, mit der er gemeinsam kam.

Auf ihrem Weg nach Ratschenreithsgschwendt kam kein einziges Auto. Das war Grete auch Recht, denn vorbei rauschende Autos hinterlassen im Nieselregen feuchte, stinkende Wolken und versauen einem die roten Stiefel, den dunklen Rock und die helle Bluse. Und die Achtzig-Euro-Frisur. Sie hatte sich richtig in Schale geschmissen, um den Herrschaften von der Pharmaline Austria nicht den Eindruck zu vermitteln, Frau Apothekerin Zwieschneider hätte das Geld nötig. Natürlich hatte sie es nötig, schließlich besaß sie keinen blassen Schimmer, womit sie Geld verdienen sollte, wenn sie die Apotheke erst verkauft hatte. Hoffentlich gab es in diesem Ratschendings wenigstens eine öffentliche Telefonzelle, damit sie in Salzburg anrufen konnte. Jetzt waren es nur noch etwa hundert Meter bis zum Ortsschild. Von hinten rollte ein Auto heran. Sie bereitete sich auf eine Schmutzwasserwolke vor, hörte dann aber eine Männerstimme von hinten: „Soll ich Sie ein Stückerl mitnehmen?“
„Gern.“ Sie stieg in den dunkelblauen Audi und gab dem Mann mit den hellgrünen Augen die Hand. „Guten Tag. Ich hatte eine Autopanne. Gibt es in Ratschendingsbums eine Werkstätte?“
Er lachte.
„Ein Gasthaus?“ Ihr Magen knurrte.
Er lachte.
„Eine Telefonzelle?“
„Keine, die noch funktioniert.“ Er reichte ihr sein Handy, aber sie griff nicht danach. Er steckte es wieder in die Brusttasche seiner Arbeitsjacke.
„Sind Sie von hier?“, versuchte Grete sich im Small Talk.
„Wie man’s nimmt.“ Der Small Talk blieb sehr small.

Grete betrachtete ihn. Das Blau seines Audis passte nicht zum Grün seiner Augen. Die Lagerhausjacke nicht zu den Ledersitzen. Seine lachenden Lippen nicht zum Rest seines ernsten Gesichts. Nichts an ihm passte zusammen.
„Sind Sie Bauer?“
„Wie man’s nimmt.“
Der Audi stoppte und der ebenso fraglich Einheimische wie Bauer nickte stumm nach links. Das bedeutete vermutlich, dass sie das Ortszentrum erreicht hatten und alle Fahrgäste aussteigen sollten.
„Den allerherzlichsten Dank, der Herr“, versuchte es Grete noch einmal, ohne ernsthaft mit einer Antwort zu rechnen.
„Schupf“, kam es aus dem Wagen, als sie gerade im Begriff war, die Türe zu schließen.
„Angenehm“, murmelte sie, nachdem sie beinahe Gesundheit gewünscht hätte.
„Heinz Schupf.“
„Grete Zwieschneider.“
„Da drüben.“ Er nickte wieder, diesmal nach rechts.
„Ja?“
„Der repariert Autos.“
Dieses Augengrün. Dieses Grübchen an seinem Kinn. „Interessant.“ Grete hatte es plötzlich gar nicht mehr eilig. Hungrig war sie noch immer. Sie stieg wieder ein und zog die Tür hinter sich zu. „Gehen wir vorher noch eine Kleinigkeit essen? Ich lade Sie ein.“
Er winkte dem Mechaniker zu und stieg aufs Gas, was Grete als „Ja, gern“ interpretierte. Schweigend fuhren sie aus dem Ort hinaus. Bei der nächsten Abzweigung bog Heinz Schupf ab und ließ den neuen Audi vor einem alten Bauernhof ausrollen.
Grete folgte dem schweigsamen Mann in die Küche. Die war ebenso karg und herb wie die Waldviertler Landschaft, deren Wesen sich nicht auf den ersten Blick erschloss. Wenigstens warm war es hier drinnen, denn im Küchenofen knisterte ein Feuer.
Er öffnete den Kühlschrank. „Bitte.“
Grete war sich nicht ganz sicher, wie sie dieses „Bitte“ verstehen sollte. Der Kühlschrank war so armselig befüllt, dass sie annahm, Heinz Schupf habe sie soeben um eine Lebensmittelspende gebeten.
„Ich bin kurz im Keller und Sie räumen derweil aus. Stellen Sie alles auf den Küchentisch.“
Sie tat, wie ihr geheißen und verteilte den Inhalt des Kühlschranks auf dem riesigen dunklen Eichentisch, der den Eindruck machte, als habe er schon so manchen Krieg überstanden. Unter anderem den Dreißigjährigen.
„Nun denn. Was haben wir denn da? Ein halbes Packerl Butter. Also fast ein halbes Packerl. Ein Ei, immerhin ein ganzes. Ein Stückerl Käse, allerdings mit Löchern. Mit großen Löchern. Und...“
„Und?“
„Drei Flaschen Grüner Veltliner Smaragd Loibner Berg. Vom Pichler. Die Flasche für vierzig Euro, schätz ich mal. Nobel geht die Welt zugrunde. Haben Sie den für eine besondere Gelegenheit eingekühlt?“
Er stellte die Kiste gefüllt mit Kürbis, Mangold, Zwiebeln und Kartoffeln auf den Tisch, öffnete die Schublade und reichte ihr den Korkenzieher. Dann schob er ein Stück Buchenholz in den Ofen, lehnte sich an den Türstock und beobachtete, wie sie in allen Schränken nach Gläsern suchte und im letzten welche fand.
Sie ließ den Wein im Glas kreisen und atmete seinen Duft ein, wie sie es im Weinseminar gelernt hatte. Er roch nach Mangos, Honig und einem Stück geräuchertem Scheunentor. Sie prostete ihm zu, setzte das Glas an die Lippen und kostete.
„Und?“, fragte er.
„Zurückhaltend, elegant und verschlossen.“
Er prostete zurück, leerte sein Glas in einem Zug und schaute sie aufmunternd an.
Nun denn, dachte Grete, wenn es hier so Brauch ist. Sie setzte erneut an und tat es ihm gleich.
„Schmeckt, gell?“
In der Tat. Ein guter Wein schmeckte offensichtlich auch, wenn man ihm hinunterkippte wie ein Verdurstender einen Kübel Wasser. Allerdings keineswegs mehr zurückhaltend oder elegant. Heinz schüttete nach, und nur zehn Minuten später hatten sie die erste Flasche ausgetrunken.
„Ganz schön warm, der Ofen.“ Sie knipste sich zwei Blätter vom Mangold ab und fächerte sich damit Luft zu.
Er öffnete die zweite Flasche.
„Aber ich muss doch nach Salzburg“, protestierte sie schwach, hielt ihm aber das Glas hin, damit er einschenken konnte.
„Ja, ja.“
„Ich muss dort nämlich meine Apotheke verkaufen.“
„Sicher. Stellen Sie erst mal die Erdäpfel auf.“
„Ha!“ Sie drehte sich abrupt zu ihm und wäre in ihren roten Stiefeln beinahe umgekippt. „Ich weiß, wo der Topf ist.“ Mit viel Glück fand sie auch die Wasserleitung und den Deckel. Es zischte, als sie den gusseisernen Topf mit den Kartoffeln auf den Ofen stellte. Er war jetzt ganz nah hinter ihr. „In Salzburg habe ich studiert. Betriebswirtschaft.“
„Großartig. Wissen Sie vielleicht, wo die Bergheimer Straße ist?“
„Ja, das weiß ich.“
„Ausgezeichnet. Da muss ich um vierzehn Uhr sein. Bringen Sie mich hin?“
„Grundsätzlich gern. Aber erstens hab ich soeben eine halbe Flasche Veltliner getrunken und zweitens ist es schon viertel zwei.“
„Du lieber Himmel. Haben Sie ein Telefon?“
„Nein.“
Sie konnte seinen Atem an ihrem Hals spüren. Sie konnte ihr Herz in ihrem Hals klopfen spüren. „Nun denn. Möchten Sie zufällig eine Apotheke kaufen?“
„Nicht heute.“
Grete rührte sich nicht. Bei einer Bewegung nach vorne würde sie sich am Ofen verbrennen, bei einem Schritt nach hinten an einem spröden, promovierten Bauern. Sie hätte zur Seite ausweichen können, aber selbst das ging aus irgendeinem Grund nicht. Vielleicht hatte er ihr etwas in den Wein gemischt.
„Was essen wir zu den Kartoffeln?“, presste sie hervor.
„Ihre Entscheidung. Sie wollten mich zum Essen einladen, nicht ich Sie.“
„Wie soll ich kochen, wenn Sie mir den Weg verstellen?“
Er zuckte mit den Achseln und trat einen Schritt zur Seite. Leider, denn die Kombination aus dem offenem Wachauer Wein und dem verschlossenen Waldviertler Wesen erregte sie. Sie nahm das Gemüse aus der Kiste und legte es Stück für Stück auf den Holztisch. Eine Zwiebel kullerte zu Boden. Langsam und so aufregend wie möglich bückte sie sich um sie aufzuheben. Anscheinend war so aufregend wie möglich aufregend genug, denn sie spürte, wie sich seine grünen Augen auf ihren Po hefteten. Sie drehte sich um, zog die Augenbrauen hoch und schaute ihn herausfordernd an. Mit seinem Mittelfinger gab er einer weiteren Zwiebel einen Schubs. Schwerfällig rollte sie auf die Tischkante zu und fiel mit einem dumpfen Ton hinunter.
„Noch mal“, sagte er.
Das gefällt dir wohl, dachte Grete, und es gefiel ihr, dass es ihm gefiel. Sie achtete sorgfältig darauf, dass ihr Rock jetzt ein paar Zentimeter höher rutschte, spreizte die Beine etwas mehr als beim ersten Mal und hob langsam, ganz langsam die Zwiebel auf, legte sie artig auf ihren Platz zurück, drehte sich um und lehnte sich gegen die Tischkante.
Heinz stand ihr jetzt etwa drei Schritte entfernt gegenüber und sie genoss seinen Blick, der langsam von ihren Füßen aufwärts über ihren Körper glitt. Zwischen ihren Schenkeln verweilte er ein bisschen, und sie spürte, wie es unter ihrem Rock ganz warm wurde.
„Heiß hier“, sagte sie leise, und als er ihre Brüste erreichte, fasste sie sich an den obersten Knopf und öffnete ihn.
„Weiter“, sagte er nach einer unendlich langen Zeit, und Grete machte weiter. Öffnete Knopf für Knopf. Ließ ihn dabei nicht aus den Augen. Und überlegte, welche Unterwäsche sie wohl heute Morgen angezogen hatten. Hoffentlich passte die zu den roten Stiefeln.

Er zog seine Jacke aus und warf sie auf die Eckbank. Darunter trug er ein schwarzes T-Shirt mit der knappen Aufschrift Ich kann. Daran zweifelte sie keineswegs. Sie senkte den Blick. Seine ausgewaschenen Jeans waren zum Knöpfen. Sehr schön, dachte sie.

„Sie auch“, legte er zwei Worte und zwei Stück Holz nach.
„Ja. Ich kann auch.“ Sie schlüpfte aus der Bluse und stand in Rock und cremefarbenem Spitzen-BH vor ihm. Trotz der Hitze zitterte sie und hatte einen trockenen Mund. „Dürfte ich vielleicht noch ein Schlückchen Wein haben?“
Sie durfte.
„Kochen Sie weiter, sonst verhungern wir noch.“
„Gern.“ Sie tat jetzt einfach so, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, halbnackt in einem fremden Waldviertler Bauernhaus für einen fremden Waldviertler zu kochen. Und irgendwie war es plötzlich auch das Natürlichste auf der Welt. Sie häutete die Zwiebel und schnitt sie konzentriert in kleine Stücke. „Ganz schön scharf.“ Mit dem Handrücken wischte sie sich die Tränen aus den Augenwinkeln und griff nach dem Kürbis. „Haben Sie als Bauer denn gar kein Fleisch im Haus?“
„Doch. Es schält gerade einen Hokkaido.“
Grete fand, dass es gar kein schlechtes Gefühl war, so ein Stück Fleisch zu sein. Er zog einen Stuhl heran, setzte sich rittlings drauf, stützte seine Hände an der Lehne ab und beobachtete sie beim Aushöhlen des Kürbisses.
„Dürfen es auch ein paar Kilo mehr sein?“, fragte Grete. Sein Schweigen wertete sie als stumme Zustimmung. Sie öffnete Knopf und Reißverschluss am Rock und wandte sich wieder dem Kürbis zu. Während sie schälte, rutschte der Stoff nach und nach an ihr herunter und gab die versprochenen Kilos preis. So stand sie ein paar Minuten mit halb herunter gelassenem Rock am Küchentisch und legte das nackte Fruchtfleisch frei.
Als sie fertig war, drehte sie sich zu ihm um und wischte ihre feuchten Finger über ihren Brüsten trocken. „Ganz schön glitschig.“
„Der Kürbis auch?“
„Ja. Und hart.“
„Ja. Ist er.“
„Können Sie so lieb sein und den Rock ganz hinunterziehen? ich möchte nicht, dass er schmutzig wird. Ich muss ja schließlich noch nach Salzburg. Hab ich das schon erwähnt?“ Sie nahm noch einen Schluck Wein, der sie trunken und mutig machte.
„Ja. Ich kann.“ Sie wusste nicht, ob der Wein ihn mutig machte, auf jeden Fall machte er ihn nicht gesprächiger.
„Würden Sie bitte auch?“ Noch nie hatte sie einen Mann darum bitten müssen, ihr aus den Kleidern zu helfen, aber gerade das reizte sie.
Heinz stand auf, blieb kurz vor ihr stehen und gab dem Rock mit dem Zeigefinger einen kleinen Stups nach unten.
Sie bedeutete ihm mit einer Kopfbewegung, ihn auf die Bank zu legen, er dagegen schob ihn einfach mit dem Fuß unter den Tisch.
Hoffentlich ist der Boden sauber, dachte sie und musste zugeben, dass selbst ein seit Wochen ungekehrter Boden reiner als ihre Phantasien wäre.
Sie war sich ganz sicher, dass seine Gedanken im Moment nicht weniger schmutzig waren als ihre eigenen, er machte aber weiterhin keine Anstalten sie durch Worte oder Taten daran teilhaben zu lassen. So elegant wie es ihr in angetrunkenem Zustand möglich war setzte sie sich auf die Tischplatte, die ein wenig feucht vom Kürbis war und spreizte einladend ihre Beine. Jetzt komm endlich näher, du sturer Bock, dachte sie, und tatsächlich gehorchte er ihr. Als sich sein Becken langsam zwischen ihre Schenkel drängte, schrie sie auf.
„Die Erdäpfel! Sie brennen an! Nehmen Sie bitte den Topf vom Herd!“
„Kochen ist Ihre Aufgabe.“
Er packte sie fest an den Hüften, so dass es ihr ein bisschen wehtat, und hob sie mit seinen kräftigen Händen vom Tisch. Mit weichen Knien torkelte sie zum brodelnden Topf und stellte ihn beiseite.
„Hmmm. Die riechen gut. Haben Sie die mit Ihren eigenen Händen aus der Erde geholt?“
„Ja. Mit wessen Händen denn sonst?“
„Hoffentlich haben sie die armen Erdäpfel dabei nicht genauso grob angefasst wie mich eben.“ Sie hoffte das weniger aus Mitleid als aus Eifersucht und wünschte sich, dass er gleich wieder so zugriff.
Diesen Gefallen tat er ihr natürlich nicht. „Steht auf ihrer Unterhose eigentlich auch Ich kann?", fragte sie, streifte ihn beim Vorbeigehen mit der Hand am Oberarm und fing an den Kürbis zu schneiden und den Mangold von den Stielen zu zupfen.
„Vielleicht?“
„Zeigen Sie doch mal.“
„Schauen Sie doch selber nach.“
Das ließ Grete sich nicht zweimal sagen. Sie wischte sich die feuchten Hände an seinem Shirt ab und knöpfte seine Jeans auf, sorgsam darauf bedacht, nur den Stoff und nicht den Körper darunter zu berühren. Als sie alle fünf Knöpfe geöffnet hatte, zog sie die Hose über seine Hüfte.
„Ich sehe nichts.“ In Wahrheit sah sie sehr wohl etwas. Etwas, das ihr sehr gefiel. Aber keine Wörter.
„Vielleicht steht es auf der Innenseite.“
„Oh ja. Da steht tatsächlich etwas.“ Sie ging in die Knie.
„Können Sie lesen?“
„Grundsätzlich ja. Aber es ist zu dunkel hier. Und außerdem ist es verdammt heiß. Darf ich ein bisschen blasen?“
Er sagte wenigstens nicht Nein. Also blies sie. Ganz sanft. Ganz behutsam.
„Wird es schon etwas weniger heiß?“, fragte sie besorgt.
„Nein. So wird die Glut noch mehr angefacht.“
Das hatte Grete auch schon gemerkt. Das Feuer wärmte ihre Hände und Lippen. Trotzdem fragte sie: „Soll ich versuchen zu löschen?“
Sie nahm einen Schluck Veltliner und begann mit den Löscharbeiten. Grete mochte eine erstklassige Apothekerin sein, aber sie war eine lausige Feuerwehrfrau, denn trotz aller Bemühungen hatte sie das Gefühl, nur Öl ins Feuer zu gießen.

*

„Hmmm.“
„Schmeckt’s?“
„Ja.“ Er führte die Gabel mit dem Kartoffel-Kürbis-Mangold-Auflauf zum Mund. „Und Ihnen?“
„Ja.“ Sie hatte sein T-Shirt an, das sie ihm nach dem Sex abgeluchst hatte. „Wie Sie sehen, kann ich nämlich auch... kochen.“
„Nicht nur das können Sie.“
„Grete“, sie griff nach dem Weinglas und ließ es gegen seines klingen.
„Ich weiß.“

Sie tranken jetzt langsam. Sie aßen langsam. Sie schauten sich langsam in die Augen. Und draußen wurde es langsam dunkel.
Grete würde morgen nach Salzburg fahren. Oder übermorgen. Oder gar nicht. Sie wusste plötzlich nicht mehr, ob sie die Apotheke tatsächlich aufgeben sollte. Was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollte. Sie wusste nur, wie sie die heutige Nacht verbringen wollte. An den schweigsamen Heinz geschmiegt.
„Kannst du noch bleiben?“, hatte er gefragt und sie hatte wortlos geantwortet: „Ich kann.“

Montag, 25. Mai 2009

Die Sachwalterin - der Betreuer

Den Text hab ich für die Lesung anlässlich der Tagung in Deutschland geschrieben. Für Uneingeweihte ist er wahrscheinlich schwer verständlich. Trotzdem.
Die dort mochten ihn.


„Und was machen Sie beruflich?“, fragt der freundliche Herr neben mir, nachdem wir die Themen Wetter, Politik und Flugzeugkost hinter uns gebracht haben.
„Ich bin Sachwalterin“, sage ich und denke: Warum bin ich nicht Floristin geworden, oder Automechanikerin? Jeder wüsste, was das ist und ich müsste mich nicht ständig erklären.
„Aha. Sachbearbeiterin. Welche Branche?“
Ich hab’s geahnt. „Keine Branche.“
Jetzt schaut er beleidigt.
„Nicht Sachbearbeiterin“, lenke ich versöhnlich ein, „Sachwalterin.“
„Oh. Sachverwalterin.“ Sein Blick verrät mir seine Ahnungslosigkeit. „Und was genau verwalten Sie?“
Ja, was verwalte ich eigentlich?
Menschen, denke ich. Ich verwalte Menschen. Und den Wahnsinn. Vor allem den. Ich achte darauf, dass er nicht über die Grenzbalken hüpft, um die Kreise derer, die nicht verrückt sind oder nur ein bisschen oder anders, so wenig wie möglich zu stören.
„Ich verwalte den Wahnsinn“, sage ich.
Er lächelt verlegen. „Ich verstehe“, lügen seine Lippen, aber seine Augen erzählen mir die Wahrheit. Nämlich die, dass er mich für verrückt hält.
Weil ich jemanden brauche, der nach der Landung meine schwere Tasche aus dem Gepäckfach hebt und ich ihn deshalb nicht vergrämen will, versuche ich es noch einmal.
„Um ehrlich zu sein, ich verwalte weder Sachen, noch den Wahnsinn.“
„Was dann?“
„Ich verwalte gar nichts. Ich bin Sachwalterin, nicht Sachverwalterin. Ich walte sach. Ähm... ich sachwalte... nun ja... Ich walte meiner Sache“, nicke ich und hoffe, dass er mit dieser Erklärung zufrieden ist. Ich bin es. Aber der Herr ist ein neugieriger und hartnäckiger Mensch. „Jetzt machen Sie es doch nicht so spannend. Welcher Sache walten Sie denn nun?“
Ich kratze mich am Kopf. „Puh, das ist nicht so einfach zu erklären. Viele Sachen, eigentlich. Ich arbeite bei VertretungsNetz.“
Jetzt kommen wir der Sache schon näher, verrät sein Lächeln. „Sie sind also Vertreterin.“
Na ja, fast richtig, wenn meine Kollegin auf Urlaub ist, dann vertrete ich sie. „Ja. So kann man sagen.“ Lassen Sie uns doch bitte das Thema wechseln, flehe ich leise.
„Warum sagen Sie das denn nicht gleich. Vertreterin zu sein ist ja keine Schande. Ich dachte schon, Sie wären Politikerin oder Polizistin oder etwas ähnlich Unanständiges. Sie vertreiben also Netze? Ich habe geglaubt, es gibt in Österreich gar kein Meer mehr?“
„Daran hat sich nichts vermutlich auch in der letzten halben Stunde nichts geändert. Wenn Sie mich bitte entschuldigen“, quetsche ich mich an ihm vorbei. „Ich muss kurz vertreten. Meine Füße.“
Er grinst. Die Deutschen sind leicht zu unterhalten.
Als ich zurückkomme, nehme ich einen neuen Anlauf. „Ich bin gesetzliche Vertreterin von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen, die einzelne oder alle ihrer Angelegenheiten nicht regeln können, ohne dabei Schaden zu erleiden.“
Ich atme durch.
Er klopft sich freudig erregt auf die Oberschenkel. So hat noch keiner auf meinen Beruf reagiert. Vielleicht ist der Kerl neben mir ein bisschen pervers und ich bin in großer Gefahr. „Sie sind also Betreuerin!“, hellt sich sein Gesicht auf.
„Definitiv nicht. Ich betreue nicht, ich vertrete.“ So, Schluss mit lustig. Ich drehe den Spieß jetzt einfach um.
„Und wovon leben Sie?“
„Ich bin auch Betreuer.“
„Aber ich nicht, verdammt noch mal“, meine Geduld sprintet in die Zielgerade. „Ich habe einen Betreuer. Auf meiner Weinviertler Hausbank. Also jetzt nicht auf der alten Holzbank vor dem Haus, auf der ich mich von meiner anstrengenden Arbeit ausruhe, sondern auf der Sparkasse. Ein schwieriger Mensch, mein Betreuer. Er will ständig Geld von mir.“
Das scheint ihm vertraut. „Meine Klienten wollen auch immer Geld von mir.“
„Klienten? Ich dachte, Leute, die Sparbücher eröffnen oder Kredite aufnehmen, nennt man bei Ihnen Kunden? Oder Patienten.“
„Ich bin ja kein Bankbetreuer.“
„Fußballschülerliga? Na, da sitzen Sie wahrscheinlich auch oft auf der Bank. Auf der Betreuerbank.“ Obwohl, betrachte ich ihn von der Seite, für den Job hat er eigentlich ein paar Schwimmreifen zu viel. „Seniorenbetreuer?“ Die Alten laufen wenigstens nicht mehr so schnell.
„Ein Betreuer“, stöhnt er jetzt, ein wenig gereizt, „ist ein gesetzlicher Vertreter von Volljährigen, die für ihre eigenen Angelegenheiten nicht sorgen können.“
Jetzt reicht es mir. „Auf Wiedersehen. Verarschen kann ich mich auch alleine. Und mein Gepäck krieg ich schon irgendwie runter.“

Freitag, 22. Mai 2009

Die Krise

Hannah ging in die Autorenfabrik, wie jeden Tag. Dort war sie in der Produktion beschäftigt und schraubte Autoren zusammen. Große, kleine, langweilige, bekannte und unbekannte, zweifelnde und von sich selbst überzeugte. Von letzteren die meisten.
Es war ein langweiliger Job, Fließbandarbeit eben, aber Hannah war froh, dass sie überhaupt noch eine Arbeit hatte. Die Firma, in der ihre Freundin mit der luftdichten Verpackung von Glücksmomenten beschäftigt war, musste vor ein paar Monaten Konkurs anmelden. „Dabei bräuchten die Menschen gerade jetzt Glück“, sagte Hannah, „aber sie können es sich nicht mehr leisten.“

Während Hannah schraubte, drechselte, zusammensteckte und polierte, redete sie. Sie erzählte den Autoren Geschichten. Geschichten, die ihre Mutter ihr erzählt hatte, und diese wiederum hatte die Geschichten von der eigenen Mutter und so fort. Auch Hannahs Urgroßmutter war in der Autorenfabrik beschäftigt. Dort lernte sie alle ihre sieben Männer kennen. Dort tötete sie alle ihre sieben Männer. „Ein Unfall“, erzählte sie der kleinen Hannah später augenzwinkernd, „leider sind sie irgendwann einer nach dem anderen in die Druckmaschine geraten. Ich konnte gar nichts dagegen tun.“ Bevor sie - im Alter von achtundneunzig Jahren - ihre blitzblauen Augen für immer schloss, hatte sie ihrer Urenkelin noch einen Rat mit auf den Weg gegeben: „Verlieb dich nie in einen Kerl, an dem du eigenhändig herumgeschraubt hast“.

Von Montag bis Freitag, in Hochzeiten sogar samstags, schraubte sie ihre Erfahrungen, Gedanken und Träume in die Köpfe der Autoren, die später daraus Geschichten machten. Manchmal allerdings war Hannah bei ihrer eintönigen Arbeit nicht bei der Sache, ihre Gedanken schweiften und ihre Hände rutschten ab, die Worte kamen durcheinander und sie feilte ein paar Ecken und Kanten in die Autoren. Das passierte ihr in letzter Zeit immer öfter. Diese Autoren waren die spannendsten und skurrilsten. Beinahe hätte Hannah sich in einen von ihnen verliebt, einen Finnen mit elfenbeinküstiger Mutter, der in der Sahara eine Saunalandschaft betrieb, erinnerte sich aber gerade noch rechtzeitig an das Schicksal der Ehemänner ihrer Urgroßmutter und an den Rat der alten Frau. Deshalb schickt sie ihren Elfenbeinkusstiger trotz brennenden Unterleibs und pochenden Blutes in die Wüste.

Die Bücher des Elfenbeinkusstigers und aller anderen wunderbaren und spannenden Autoren jedoch wurden zu Ladenhütern, weshalb Hannahs Chef sie eines Tages – es war ein Mittwoch – zu sich ins Büro rief.

„Sie wissen, ich schätze Ihre Arbeit sehr“, sagte er, „aber den Menschen ist zu kompliziert, was diese Autoren produzieren. Erinnern Sie sich an Uwe Tellkamp? Da haben sie sich anscheinend in einen Wahn geschraubt, genauso verschraubt klang dann auch der Turm. Nun gut, zum Glück gibt es ein paar Intellektuelle, die solche Bücher für ihre Regale erstehen, aber gerade in Zeiten der Krise haben die Menschen eine Sehnsucht nach dem Einfachen. Nach Autoren, die überhaupt nichts von Literatur verstehen, am besten auch nichts von Fußball und Musik, wie Oliver Kahn oder der... wie hieß er gleich noch mal?... ah ja... Bohlen. Diese Beiden haben sich wie warme Semmeln.“
Hannah lachte und dachte an den Tag, an dem sie Dieter zusammengeschraubt hatte. Diesem Tag war eine Nacht mit einer aufregenden Frau und dreiundzwanzig Gläsern Tequila vorausgegangen. Kein einziges Rädchen hatte sie an die richtige Stelle gelötet, keine einzige Mutter gerade auf den Dübel geschraubt.
„Es. tut. mir. leid“, stotterte der Geschäftsführer fort, „aber die Krise zwingt uns...“
Hannah lächelte und bedeutete ihm mit dem Zeigefinger auf ihren Lippen zu schweigen. Sie ließ den Schraubenzieher fallen, packte ihre Habseligkeiten zusammen und ging zum Fabriktor hinaus.

Draußen – es regnete gerade Langeweile - schüttelte sie den Staub der Wörter von ihrer Jacke, schnallte sich die Phantasie auf den Rücken und flog davon.

Freitag, 1. Mai 2009

Die große Liebe

Die Telefonrechnung von Herrn Gruber war höher als Emma Rogners Werkstattrechnung. Und die Werkstattrechnung von Emma Rogner war höher als der monatliche Gehalt der Billa-Kassiererin.
Emma tippte die Zahlen in den Taschenrechner und wusste nicht, wie sie das bezahlen sollte. Weder die Telefonrechnung ihres Klienten noch ihre Werkstattrechnung.

„Ich hab eine neue Freundin“, hatte er das letzte Mal strahlend erzählt. „Das ist ja ganz wunderbar!“, gratulierte sie ihm ebenso strahlend und hoffte für und mit ihm, dass die Neue starke Nerven hatte. Starke Nerven, unendliche Geduld und ein prall gefülltes Bankkonto. „Die Svetlana hat gesagt, sie mag meine Mama“, erzählte er Emma bei ihrem letzten Hausbesuch „und die Mama hat gesagt, sie mag die Svetlana.“
„Das ist schön“, hatte Emma gesagt und ihm kein Wort geglaubt.

Die Mama vom Herrn Gruber lag seit vielen Jahren auf dem Friedhof und ihr Sohn legte ihr täglich frische Blumen aufs Grab. Damals, als die Mama nur zum Blumen gießen auf dem Friedhof war, hatte sie keine Frau leiden können, die Herrn Gruber näher kam, nicht mal Emma Rogner. Ob der Tod tatsächlich so viel Macht hatte, das zu ändern?

Emma studierte die Telefonrechnung von Herrn Gruber. Sie gab Details über seine neue, große Beziehung preis.
Die Telefonnummer seiner Flamme begann mit 0900, und sie rief ihn nie, er sie aber umso öfter an. Manchmal ging es ganz schnell, und manchmal schien er ein bisschen länger zu brauchen, was Svetlana bestimmt freute.

Selbst schuld, dachte Emma, denn sie hatte vergessen, die Mehrwertnummern sperren zu lassen. Also musste sie ihm jetzt erklären, dass er sich solche Gespräche mit seinem Einkommen nicht leisten konnte. Sein Einkommen reichte kaum für ein anständiges Auskommen, und schon gar nicht für ein weniger anständiges.
Emma erinnerte sich an ihre sexbesessene Klientin Berta, der sie vor Jahren einen Callboy mit Orgasmusgarantie und Wohnmobil zum Geburtstag geschenkt hatte. Gern hätte sie auch die Wünsche von Herrn Gruber erfüllt, aber dafür reichte das Geld einfach nicht mehr, und auch das Sozialamt war weit weniger spendabel als früher. Gut, damals hatte sie ein bisschen geschwindelt, als sie „Physikalische Anwendungen“ in den Antrag geschrieben und sich dafür Schwierigkeiten mit dem Bezirkshauptmann eingehandelt hatte. Das wollte sie nicht wieder riskieren.

„Herr Gruber“, Emma Rogner zog nervös an ihrer Lucky Strike und bot auch ihrem Klienten eine an, obwohl der Nichtraucher war. Eigentlich gingen sie derart intime Dinge nichts an und sie wollte mit dem Gruber weder über Svetlana noch über Natascha reden, Svetlanas beste Freundin, mit der er hin und wieder telefonierte, wenn Svetlana sich um ihre kranke, russische Mama kümmern musste. „Schauen Sie, Herr Gruber, vielleicht ist es besser, Sie rufen Svetlana nicht mehr an. Sicher ist es besser... zumindest für ihr Konto.“
Scheiß Job, dachte Emma Rogner und beneidete die Billa-Kassiererin. Nicht um ihr Einkommen, aber der blieben zumindest solche Gespräche erspart.
„Aber ich suche doch die große Liebe!“, schluchzte Herr Gruber jetzt bitterlich. „Sie geben mir ja nicht die Liebe, die ich brauche, Frau Rogner!“
Wo er Recht hatte, hatte er Recht.
„Tut mir leid, das gehört nicht zu meinem Aufgabenkreis“, sagte Emma knapp. „Ich bin nur für die Verwaltung ihres Einkommens und für die Vertretung vor Behörden und private Vertragspartner bestellt. Außerdem fürchte ich, so werden Sie die große Liebe nicht finden.“
„Wo dann?“
Gute Frage. Emma hatte längst aufgehört an die große Liebe zu glauben. In ihrem Leben hatten sich viele kleine Lieben die Hand gegeben. In den letzten Jahren waren sogar die ausgeblieben. „Vielleicht im Hallenbad, auf dem Stadtfest, im Kaffeehaus, im Raiffeisen-Lagerhaus, auf dem Pfarrflohmarkt, auf dem Friedhof. Überall kann man die große Liebe finden, Herr Gruber. Ich hab gehört, sogar im Internet.“
Jetzt leuchten seine Augen wieder. „Im Internetz? Darf ich so ein Internetz haben?“
Emma Rogner biss sich auf die Lippen. In ihren Gedanken sah sie, wie sich die unbezahlten Rechnungen und Mahnungen für von Gruber im Internet bestellte Dinge und Dienstleistungen auf ihrem Schreibtisch stapelten. Sie schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, das ist keine so gute Idee. Versuchen Sie es lieber auf dem Pfarrflohmarkt.“

Herr Gruber fiel auf die Knie, faltete die Hände zum Gebet, bettelte, schluchzte und schwitzte. „Wissen Sie, ich hab ja auch so... so... männliche Bedürfnisse. Soll ich die herausschwitzen?“
Emma Rogner zuckte zusammen. Bitte nicht herausschwitzen, dachte sie und sah schon die klebrige Flüssigkeit aus seinen Poren sprießen. Nicht jetzt. Nicht, solange ich da bin.
Dann hatte Emma Rogner eine – wie sie fand zündende - Idee. „Vielleicht könnten Sie ja das Geld, mit dem sie die Blumen kaufen, für die Telefonate mit Svetlana sparen?“, schlug sie vor. „Ihre Mama freut sich bestimmt mit Ihnen.“
Gruber hielt kurz mit dem Weinen inne. „Niemals!“, brüllte er, riss das Bild seiner verstorbenen Mutter von der Wand und drückte es an seine Brust. „Niemals!“

„Ich muss dann mal“, verabschiedete sich Emma hastig, diesmal ohne ihm die Hand zu geben, „meinen Wagen aus der Werkstatt holen.“

Freitag, 24. April 2009

Tatort

Ernestine lebte in einer Zimmer-Küche-Kabinettwohnung am Stadtrand von Wien. Der Dienstag war wie der Montag, der Mittwoch wie der Dienstag, der Donnerstag wie der Mittwoch und so fort. Ein Tag wie der andere. Nur der Sonntag, der war anders. Ganz anders eigentlich auch nicht, abgesehen davon, dass Ernestine am Sonntag nicht einkaufte, weil die Geschäfte geschlossen hatten, aber Ernestine stand um die gleiche Zeit auf wie an den restlichen Tagen, sie putzte die sauberen Fenster und kehrte den sauberen Boden. Oft wusch sie auch die saubere Wäsche, weil sich nicht genug Schmutzwäsche angesammelt hatte, abgesehen von den Putztüchern.

Sonntag war Tatort-Tag. Von Montag bis Mittwoch tauschte sie sich mit ihrem Nachbarn, mit dem sie sonst kaum ein Wort wechselte, über den sonntäglichen Tatort aus, von Donnerstag bis Sonntag freute sie sich auf den folgenden. Verbrechen im Zusammenhang mit Wirtschafts- und Computerkriminalität mochte sie nicht, da kannte sie sich meistens nicht aus und wusste zwar am Ende meistens, wer der Mörder war, verstand aber die Zusammenhänge nicht.
Die klassischen Themen, die waren Ernestine viel lieber. Eifersucht, Untreue, Vergewaltigung, Sexualüberfälle waren mehr nach ihrem Geschmack, gelegentlich auch Kindesmissbrauch oder ein kleiner Raubmord.
Von den vielen Kommissaren waren ihr Kain und Ehrlicher die liebsten gewesen, die beiden Ostdeutschen, und als Ehrlicher vergangenes Jahr in Rente ging, da schickte Ernestine ihm eine Glückwunschkarte zur Pensionierung und war richtig traurig.
Bei Thiel und Börne liebte sie die Dialoge, das Auto vom Börne und den alten Vater vom Thiel, den Taxifahrer. Der hatte so etwas Verwegenes und rauchte sogar Haschisch, obwohl sein Sohn Polizist war. Das hätte Ernestine sich nie getraut.

Nur die lesbischen Emanzen wie die Lena Odenthal, die konnte sie nicht leiden, weil sie immer auf supercool machte. Und Charlotte Lindholm war ihr zu depressiv. Überhaupt fand sie, dass Frauen nicht wirklich als Kommissare taugten. Trotzdem schaute sie sich jede Folge an.

„Und, Frau Doktor? Ist er wirklich hin?“, platzte es aus Ernestine heraus.
Die Ärztin kniete über dem Nachbarn und warf ihr einen giftigen Blick zu. „Pardon“, korrigierte Ernestine und machte die Schreibtischlade schnell wieder zu, nachdem sie einen Umschlag in ihre Schürze geschoben hatte, „...hin... hinübergegangen?“
Sie hatte ihn gefunden, vorhin, als sie ihm ein Stück Kuchen bringen wollte. Ernestine hatte geklopft, wie immer, aber er hatte nicht geöffnet, dabei wusste sie genau, dass er zu Hause war. Schließlich hatte sie ihn durch den Türspion beobachtet, als er am Nachmittag von seinem Spaziergang zurückkam. Ob ihm etwas zugestoßen war?
Mit dem Reserveschlüssel hatte sie aufgeschlossen, den armen Mann am Boden liegen sehen und sofort den Notarzt gerufen. Wenn sie gewusst hätte, dass die eine Frau schicken, hätte sie es sich vielleicht überlegt und gleich die Polizei verständigt. Bei der Polizei gab es nämlich zum Glück noch nicht so viele Frauen wie im Fernsehen.

Die Ärztin fühlte den nicht existierenden Puls. „Ja, schaut so aus, als hätte er die Ebenen gewechselt.“
Die Ebenen gewechselt. Wie geschwollen die daherredete. Vielleicht war sie sich ja einfach nicht sicher?
„Sie müssen ihm einen Spiegel vor den Mund halten“, riet Ernestine und freute sich über ihre gute Idee, „das hab ich beim Tatort gesehen.“
Da machten die Ärzte das auch immer, und wenn der Tote noch lebte, was aber im Tatort so gut wie nie der Fall war, dann beschlug sich der Spiegel vom Atem. Sie kramte einen Taschenspiegel aus der Schürzentasche und reichte ihn der Ärztin.
„Danke für den Tipp. Feststellen des Todes war im Medizinstudium kein Thema.“
„Ehrlich?“ Veräppelte diese Frau Doktor sie oder war sie tatsächlich so ahnungslos wie sie sich anstellte? Ernestine sah sich in ihrer Ansicht, dass nicht nur weibliche Kommissare, sondern auch weibliche Ärzte völlig unfähig waren, bekräftigt. Sie nahm den Deckel von der Dose auf dem Kästchen und schob sich einen Keks in den Mund. Einen ziemlich trockenen Keks. „Woran ist er denn abge...“, sie biss sich auf die Lippen, „gestorben?“
Ernestine ging zur Leiche und drückte dem Mann sanft die Augen zu. Sogar darauf hatte diese Ärztin vergessen. Ein bisschen mehr Würde hatte sich der Nachbar schon verdient.
„Vermutlich Herzstillstand.“
Die war vielleicht kurz angebunden. Das nächste Mal würde sie beim Roten Kreuz bitten, dass ein etwas gesprächigeres Exemplar geschickt wurde.
„Vielleicht ist er ja vergiftet worden?“ Bei diesem Gedanken erschrak Ernestine, spuckte den Keks hastig aus und versteckte die klebrige Masse unter dem Tischdeckchen. „Das kommt beim Tatort auch manchmal vor. Soll ich die KTU anrufen?“ Sie war erleichtert, endlich aktiv helfen zu können.
„Welche Kathi wollen Sie anrufen?“
„Nicht die Kathi, die kriminaltechnische Untersuchung. Wie beim Tatort.“ Damit kannte sie sich aus. Obwohl – sie hatte früher auch nicht gewusst, was die Abkürzung bedeutete und sah diese Unwissenheit der Ärztin deshalb lächelnd nach.
„Hier heißt das Spusi, Spurensicherung.“
Stimmt, wie hatte Ernestine das vergessen können? Der österreichische Kommissar, der Moritz Eisner, der rief auch immer die Spusi an. Den Eisner, den mochte sie als Bergdoktor ja viel lieber.
„Und die Spusi brauchen wir nicht“, fuhr die Ärztin fort und begann, den Totenschein auszufüllen, „wenn ein 98-jähriger an Altersschwäche stirbt. Sie schauen zu viel fern, meine Liebe.“
Ernestine verschränkte beleidigt die Arme vor dem Körper und verteidigte sich. „Gar nicht. Nur Tatort.“ Hoffentlich hatte das jetzt nicht zu scharf geklungen, denn Ernestine hätte sich trotz allem noch gern ein bisschen mit der Ärztin unterhalten, über ungelöste und mysteriöse Mordfälle zum Beispiel. Meistens war ja nichts los in dem Haus. „Darf ich Ihnen wenigstens einen Apfelstrudel anbieten, Frau Doktor?“, fragte sie versöhnlich. „Ich hab ein neues Rezept ausprobiert.“
„Aus dem Tatort?“
Entsetzt starrte Ernestine auf die Pendeluhr. Verdammt. Jetzt hatte sie den Tatort versäumt, das erste Mal seit dem Tod ihres Mannes vor fast fünf Jahren. Und ausgerechnet heute ermittelten Max Ballauf und Freddy Schenk.

„Nein, da gibt’s keine Rezepte, nur Tote. Vom Perfekten Dinner.“

Samstag, 21. März 2009

Nackt

Er schaute sie an.
Nackt und reglos lag sie da, ihren Oberkörper ihm zugewandt, die Beine leicht angewinkelt, den Kopf auf den linken Arm gestützt. Ihre rechte Hand ruhte auf ihrer ausladenden Hüfte. Ihre Scham schamlos unverhüllt.
Er strich konzentriert über ihren Hals, berührte behutsam ihre Brüste, widmete sich ihrem Bauchnabel. Mitten in der Bewegung hielt er abrupt inne, stand auf und trat ein paar Schritte zurück.

„Du findest mich nicht schön, oder?“, fragte sie.
Er erschrak. Fühlte sich ertappt. Zögerte mit seiner Antwort.
„Doch, doch. Nicht schön im herkömmlichen Sinn. Aber schön.“
„Ist es wegen meiner Hüften? Ich weiß, sie sind eine Spur zu üppig geraten.“
„Nein.“ Er dachte nach. „Das ist es nicht.“ Er kam wieder näher und fuhr mit den Fingern erst durch ihr Haar und dann sanft über ihre Hüften. „Das passt schon so. Ich steh ohnehin nicht auf verhungernde Frauen.“
„Was also gefällt dir nicht an mir?“
„Ich weiß es wirklich nicht.“ In seinem Gesicht spiegelte sich Verzweiflung. „Ich wünschte doch auch, es wäre anders.“
Jetzt schwieg sie wieder und er hatte das Gefühl, sie blickte ihn leer und leidend an.
„Ich habe eine Ahnung, woran es liegen könnte. Es ist nicht der Körper, der ist gut, wie er ist, auch die Proportionen stimmen. Es ist das Gesicht, der Ausdruck. Der fehlende Ausdruck. Du wirkst... du wirkst irgendwie so nackt auf mich."
"Ich bin nackt", erinnerte sie ihn.
"Ja, ich weiß, aber da ist kein Geheimnis hinter deinen schönen Augen, verstehst du?“
Sie antwortete nicht.
„Ich fürchte, dir fehlt die Seele“, fuhr er fort, „das Feuer in den Augen. Weißt du, was ich meine?“ Er redete sich immer tiefer in den Strudel hinein. „Man spürt nichts von deinen Gefühlen, deinen Ängsten, deinen Träumen und deinen Hoffnungen. Dein Charakter wirkt so beliebig, so austauschbar.“
Sie schwieg weiter.
Wahrscheinlich hört das keine Frau gerne, dachte er. Jetzt hatte er sie gekränkt, ohne es zu wollen. Aber er konnte seine Worte nicht mehr zurücknehmen.
„Tut mir Leid“, er fuhr ihre langen, festen Beine entlang, „ich kann es nicht besser in Worte fassen. Außerdem kannst du nichts dafür. Vielleicht liegt es ja an mir. Bestimmt sogar liegt es an mir.“

Er hörte Schritte und warf hastig das Leinentuch über sie. „Ich bin gleich wieder bei dir.“ Er ging zur Tür.
„Darf ich reinkommen?“, fragte die Stimme, die zu den Schritten gehörte und drückte die Klinke nach unten. Zum Glück hatte er den Schlüssel vorher umgedreht.
„Lieber... lieber nicht“, rief er durch die versperrte Tür, „ich bin noch nicht so weit.“
„Hm. Schade.“ Die Schritte entfernten sich.

Vorsichtig nahm er das Tuch wieder von ihr und legte seine Hand auf ihren Po. Täuschte er sich, oder funkelte sie ihn jetzt wütend an?
„Das ist gut, das ist sehr gut“, sagte er, denn ihre Augen verwandelten sich in glühende Kohlenstücke, auf der Stirn bildeten sich winzige Fältchen, kaum wahrnehmbar, aber sie drückten deutlich ihre Missbilligung aus, die Konturen ihrer Lippen wurden schärfer, gerade so als wollte sie ihm wüste Beleidigungen an den Kopf werfen. Deshalb verwischte er mit dem Finger ihre roten Lippen. „Großartig“, sagte er, „diese zornige Schlampigkeit lässt dich viel lebendiger wirken.“
„Arschloch“, zischte sie.
„Ich wollte dich nicht verstecken“, murmelte er und malte weiter, „aber meine Frau hat kein Verständnis dafür, wenn ich mit der Leinwand spreche.“

Sonntag, 15. März 2009

Die Brücke

„Oma“, zischte Anna-Sophie und zog den Stöpsel aus dem linken Ohr, „du bist voll peinlich. Lass den Kerl in Ruhe lesen und starr ihn nicht so auffällig an.“
„Kindchen“, flüsterte Oma Johanna zurück, „erstens bin ich Witwe, zweitens alt genug und drittens muss ich so starren, weil ich meine Augengläser vergessen habe.“

„Herr Doktor Kammerlander, wenn Sie bitte im Ordinationsraum Corona Dentis Platz nehmen. Die Frau Doktor kommt gleich.“
„Schade“, fand Johanna, als der alte Herr das Wartezimmer verließ und in der Krone verschwand, „den fand ich richtig adrett und kultiviert.“
„Gott sei Dank“, fand Anna-Sophie, stöpstelte das Ohr wieder zu und beschäftigte sich mit ihrem iPhone.
„Doktor Karl Kammerlander“, las sie nach einer Minute vor, „er wohnt in der Pestalozzi-Straße siebzehn. Frauenname steht keiner dabei, also lebt er wahrscheinlich alleine.“


Doktor Karl Kammerlander, Kulturattaché in Ruhe, lag auf dem elektrischen Stuhl und klammerte sich an dessen Armlehne, als die Ärztin den Sessel zurückklappte und die Folterinstrumente auspackte. Er sollte eine Brücke bekommen, seine zweite schon.
„Es wird gar nicht weh tun, Herr Doktor Kammerlander“, sagte sie. Das sagte sie immer und es tat immer weh. Trotzdem beruhigten die sanften Worte ihn ein wenig und er öffnete gehorsam den Mund.
Das laute Piepsen, das aus seiner Sakkotasche kam, beruhigte ihn keineswegs, man könnte sogar behaupten, dass es ihn in seiner Hartnäckigkeit beunruhigte.
Seine Kinder hatten ihm das Handy zu Weihnachten geschenkt, obwohl sie wussten, dass er es verabscheute, immer und überall erreichbar zu sein. Damit du uns jederzeit anrufen kannst, wenn du Hilfe brauchst, hatten sie gesagt und er hatte Freude geheuchelt. Ein Seniorenhandy, mit extra großen Tasten und überdimensionalem Display. Er war achtundsechzig und nicht siebenundneunzig. In Wahrheit waren sie es, die Hilfe brauchten, weil der Rasenmäher nicht ansprang, die Steuererklärung nicht fertig oder das Konto überzogen war. Also unentwegt. Das Gerät abschalten traute er sich aber auch nicht, es könnte ja sein, dass tatsächlich einmal etwas wirklich Wichtiges geschah.
Nun saß er da in der Zahnarztpraxis, mit Absauger im Mund und Angst im Bauch und es hörte nicht auf zu piepsen.
„Entschuldigung“, sagte er, nur weit weniger deutlich, „wenn Sie mich bitte wieder in die aufrechte Haltung manövrieren könnten?“


„COOLE KRAWATTE, KARL“, las er. Und eine ihm unbekannte Nummer. Er senkte seinen Blick, aber da baumelte keine Krawatte, sondern ein Kleinkinderlatz aus Papier.
„WER FINDET DAS DENN?“ tippte er verunsichert, mit der Geschwindigkeit einer Weinbergschnecke, löschte das Geschriebene aber gleich wieder, denn damit outete er sich als gänzlich uncool. Er würde so tun, als wäre es das Normalste auf der Welt, von einer (oder gar einem?) Unbekannten per SMS Komplimente über seine Krawatte zu bekommen.
„COOLE KRAWATTE – COOLER KARL“, schrieb er knapp.
„COOLER KARL – WARMES HERZ? ;-) Antwort und Frage kamen prompt.

„Entschuldigung“, wandte er sich an die Zahnärztin, „was bedeutet Semikolon, Bindestrich und Klammer zu?
Die Zahnärztin schaute auf das Display. „Das ist ein Zwinkersmiley. Können wir jetzt weitermachen, Herr Doktor?“
Er errötete. „Ja. Einen Moment noch.“
COOLER KARL – WARMES HERZ – KALTE FÜSSE - KAPUTTER ZAHN. OVER.
Er schaltete das Handy auf lautlos, lehnte sich zurück und öffnete den Mund.


„Bist du übergeschnappt?“, fauchte Johanna im Wartezimmer ihrer Enkeltochter zu, die mit beiden Daumen wie der Teufel auf den winzigen Bildschirm tippte, doch dem Fauchen wohnte ein Schmunzeln inne. „Was machst du da?“
„Ich kommuniziere mit Karl. Für dich.“
„Kein Wort zu Mama, kapiert? Sonst kannst du das nächste Mal mit dem Fahrrad fahren, um deine Zahnspange einstellen zu lassen.“
„Kapiert. Willst du ihn treffen?“
„Wie bitte?“
„Na soll ich ein Date für dich checken?“
„Ein Date? Du meinst, ein Rendezvous?“
„Was ist ein Rendezvous?“
„Vermutlich ein Date.“


„Anna Sophie, du kannst schon im Raum Pulpa Platz nehmen. Möchtest du, dass deine Oma mitkommt?“
„Um Gottes Willen, nein! Die fürchtet sich ja mehr als ich.“



Als Karl in der Pestalozzistraße aus dem Bus stieg, hatte er einiges erfahren. Zum Beispiel, dass es sich bei der Schreiberin der Kurzmitteilungen tatsächlich um eine Sie handelte, eine Sie, die nur ein paar Jahre jünger war als er und ebenfalls verwitwet. Der Lieblingsfilm der Sie war "Die Brücken am Fluss" mit Clint Eastwood. Sie konnte Russisch, aß gern Japanisch, kochte am liebsten Italienisch, liebte die Deutschen Klassiker und ging gern ins Theater. Vor allem die Dramen Schillers hätten es ihr angetan, schrieb sie. Die Sie hatte auf jeden Fall Humor, denn auf die Frage, welches von Schillers Stücken sie bevorzugte, antwortete sie mit: NATÜRLICH HAMLET. Das Aufregendste an dieser Sie jedoch war: Sie wollte sich mit ihm treffen. Morgen. Im Theatercafé. Karl hatte sich seit Jahren nicht mehr mit einer SIE getroffen, zumindest nicht so. So hatte er aber ohnehin überhaupt noch nie jemanden kennen gelernt.
Welche nehme ich am besten?, überlegte er vor dem Schrank mit den Krawatten und entschied sich für eine dezente in Orange und Braun.


„Wer ist denn Karl?“, warf Anna-Sophies Mutter die Palatschinke in die Luft und fing sie wieder auf.
Anna-Sophie zuckte zusammen. „Ach... wie...?“
Ihr Vater hob eine Augenbraue. „Wer bitte nennt sein Kind heute Karl? Mit einem Karl brauchst du mir gar nicht nach Hause kommen. Lukas oder Sebastian, wenn es sein muss, aber doch nicht Karl.“
„Tut mir leid, Anna-Sophie“, sagte ihre Mutter. "Wie du weißt, lese ich deine SMS für gewöhnlich nicht. Aber auf deinem neuen Handy öffnen sich die Nachrichten von selbst. Ich konnte also gar nicht anders.“
„Schon gut... Wir... wir... wir haben uns beim Zahnarzt kennen gelernt. Oma war auch dabei. Es ist nicht, wie ihr denkt.“
„Wie denken wir denn?“
„Hm. Keine Ahnung.“
„Er schreibt, 15 Uhr im Theatercafé geht in Ordnung. Und du mögest eine Ausgabe von Shakespeares Räuber bei dir haben.“ Sie rollte Augen und Palatschinken. „Kannst du dir nicht einen Burschen mit ein bisschen mehr Allgemeinbildung suchen?“

Montag, 15. Dezember 2008

Schicksalsspiel

Aus aktuellem Anlass:


„Wer gibt?“ Michael legte Holz nach, um das Lagerfeuer am Lodern zu halten.
„Karel gibt“, sagte Gabi, zog an der Zigarette und pustete den Rauch durch den fast zahnlosen Mund.
Artig nahm Karel die Karten und mischte. Dabei fragte er sich, warum er sich überhaupt die Mühe machte zu mischen. Er bekam nämlich immer schlechte Karten. Ein ganzes Leben lang schon. Nicht nur an diesem Dienstag. Nicht nur hier im Straßengraben.


„Tante Luzie, du fährst echt wie der Teufel“, schimpfte Änschie von der Rückbank. „Mir ist schon ganz schlecht.“
„Entschuldige.“ Luzie van Pelt nahm den Fuß vom Gaspedal. „Ich hatte einen schlechten Tag.“ Die schlechten Tage in ihrem Leben häuften sich.
Den Prozess heute hatte sie zwar gewonnen, ihren Freund allerdings vor ein paar Wochen verloren. Ausgerechnet an die neue Richterin.



„Zwanzig, weiter.“ Rafi steckte sich das letzte Stück Fisch in den Mund. Dann gab er die leere Katzenfutterdose an Gabi weiter, die ihre Zigarette darin ausdämpfte.
„Pagat dazu.“ An Gabis schmalen Lippen wurde die Zigarette sofort von einer Schnapsflasche abgelöst.
„Du wirst noch dich tot saufen, Madel“, schüttelte Karel den Kopf. „Mecht nich wissen, wie aussieht deine Leber.“
„Alkohol schützt unsere Blutgefäße vor Verkalkung. Sechzig Gramm am Tag und man bekommt keinen Schlaganfall“, dozierte Rafi, der einmal ein richtiger Arzt gewesen war.
„Genau. Dann kratzt man nämlich rechtzeitig vorher am Leberkoma ab.“ Michael nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche.
Er reichte den Lambrusco vorbei an Karel zu Gabi. „Hier, trink das. Ist nicht so stark wie dein Fusel und wärmt auch.“
Karel fühlte sich ausgeschlossen. Ein vertrautes Gefühl für ihn. Er war nur hier, weil sie einen vierten Mann zum Tarockieren brauchten. Der, mit dem sie sonst spielten und dessen Namen er sich nicht merken konnte, war im Krankenhaus.
„Warum du bist nicht mehr Doktor, Rafi?“ Der Angesprochene spuckte verächtlich ins Feuer.

„And through it all she offers me protection, a lot of love and affection”, jaulte Luzie im Duell mit Robbie Williams, während ihre Nichte sich die Ohren zuhielt. „Whether I'm right or wrong.“
„Wrong! Total wrong!“, schimpfte Änschie lauthals. „Das ist ja nicht zum Aushalten. Du singst noch schlechter als du fährst.“
Luzie trat auf die Bremse, steuerte das Auto auf den Randstreifen und drehte sich wütend um.
„Nun hör mir mal zu, du verflixte Göre…“



„Hm. Warum ich kein Arzt mehr bin?“ Rafi kraulte sich im Bart und wickelte sich fester in seine Fliegerjacke. „Weißt du, Karel, Arzt sein ist nicht wirklich so toll, wie die Leute immer glauben. Die Querulanten haben mich in den Suff getrieben und zum guten Ende hab ich einen von denen vermöbelt.“

„Können wir eine Pause machen?“, fragte Michael, der die Geschichte längst kannte. „Ich hab heute noch nicht geübt.“
Gabi stöhnte. Der Tscheche nickte. Solange Michael Posaune statt Tarock spielte, würde Karel nicht verlieren. Es folgten Tonleitern.
„Kannst du nix gescheites?“, schimpfte Rafi.
„Ich muss mich warm spielen. Und die Posaune auch.“
„So wie du spielst, erweckst du noch die Toten aus den Gräbern.“ Rafi hielt sich die Ohren zu.
„Das ist nun mal mein Job.“
„Komm, spiel was schönes für mich“, bettelte Gabi mit süßer Stimme.


Änschie heulte. In Luzies Augen schummelten sich ein paar Tränen, in ihren Kopf schlich sich Selbstmitleid und in ihren Bauch nistete sich ein schlechtes Gewissen ein. Es war ungerecht, ihre miese Laune ausgerechnet an der Kleinen ihrer Schwester auszulassen.

Thoughts running through my head
And I feel that love is dead

Wenn sie nur tot wäre, die Liebe. Dann würde es nicht so verdammt weh tun.
„Ach, Änschie. Lass uns wieder gut sein, ja? Ich kann doch nichts dafür, dass deine Mama sich den Fuß gebrochen hat und ich dich jetzt zur Klavierstunde bringen muss.“


Während Michael eine schaurig schöne Version von Tears in Heaven intonierte, griff Gabi nach seiner Weinflasche. Sie war die unbestrittene Herrscherin über alles Flüssige. Früher regierte sie als Bademeisterin im Stadtbad. Inzwischen wurde sie vom Alkohol beherrscht und war jeden Tag so blau, wie das Wasser im Freischwimmerbecken. Nur die Lilie in ihrem Haar war weiß. Und aus billigem Kunststoff.
„Vorige Woche hat sich hier einer überschlagen“, sagte sie.
„Und?“ Rafi mischte die Karten bereits zum siebzehnten Mal.
„Sofort tot.“
Das medizinische Interesse in Rafi war noch immer lebendig. „Woran ist er gestorben?“
„Woher soll ich das wissen?“, fauchte ihn Gabi an. „Ich war ja nicht da. Sonst würde er nämlich noch leben. Und jetzt sei still, ich will zuhören.“
„Ist sich eh gefährliche Kurve, oder?“ Karel betrachtete den abgefahreren Randstein.
Rafi blickte vom Mischen auf. „Wären wir sonst hier?“


„Du lieber Himmel, schon fünf vor vier. Wir kommen zu spät. Und jetzt fährt da vorn noch ein Traktor.“
Luzie beschleunigte ihren Lancia Phedra und zog lässig auf die linke Spur.
„Ich glaub, ich muss kotzen“, jammerte Änschie.


Michael verstaute die Posaune sorgfältig in seinem Koffer. Alles andere hatte er seiner Frau gelassen. Das Haus. Das Geld. Das Auto. Die Kinder.
„So, weiter geht’s.“ Er warf ein paar alte Äste ins Feuer. „Jetzt hätt ich gern ein sensationelles Blatt, bitte.“
Karel seufzte. „Wer hätte das nicht gern?“
„Wehe, es meckert einer, ich hätte nicht genug gemischt“, grummelte Rafi. „Die Karten qualmen ja schon. Du rufst, Michael.“
„Zwanzig, weiter.“
„Solo pagat.“ Zum ersten Male sahen die anderen Karel lächeln.
„So spiel endlich!“ Gabi nuckelte an der Schnapsflasche.


„Kotz mir bloß nicht auf die Polster. Hier nimm das.“ Luzie hielt Änschie ein Plastiksackerl vom Hofer hin. Änschie würgte. Und damit ihr selbst nicht auch schlecht wurde, drehte Luzie die Musik lauter.

Wherever it may take me
I know that life won't break me

Plötzlich war es da. Das Auto. Änschie schrie und kotzte daneben. Luzie schrie und verriss das Lenkrad.


Michael spielte aus. Karel stach. Er hatte sieben hohe Tarock in der Hand, darunter Sküs und Mond, und den Herzkönig noch dazu. Das konnte nicht schief gehen. Aber es ging schief. Wütend schmiss Karel die Karten ins Feuer. Lag es tatsächlich an ihnen, dass er ständig verlor? Oder vielleicht einfach nur daran, wie er sie ausspielte?

„Jessas“, lallte Gabi. „Was geht denn da ab?“
Michael glotzte verdattert in ein Paar flackernde Scheinwerfer und hielt sich die Hand vors Gesicht.
Rafi sprang auf, stolperte aber über den Posaunenkoffer. „Herrgottsakra!“
Karel hatte längst den Straßenrand erreicht. Nicht umsonst war er mal tschechischer Jugend-Vizemeister im Hürdenlauf gewesen. Wie ein Fußballspieler grätschte er in den schleudernden Lancia und erwischte ihn am Hinterrad. Der Wagen drehte eine Pirouette, blieb aber auf der Straße.
Der entgegenkommenden Volvo schlitterte in die Beifahrerseite des Lancia. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Bauer wusste nicht, wie ihm geschah, wich aber mit seinen Zuckerrüben ins Maisfeld aus.


Luzie zitterte am ganzen Körper. „Änschie!“, schrie sie im Schock, „jetzt kommen wir zu spät in die Klavierstunde!“
„Nicht so schlimm“, flüsterte Änschie. „Ich hab eh nichts geübt.“


„Sauber. Nicht mal Uriel hätte das geschafft.“ Rafi klopfte Karel anerkennend auf die Schulter. „Wo hast du das gelernt?“
„Nix gelernt. Engel kann das halt. Wenn ist nüchtern.“

Sonntag, 23. November 2008

Schweres Erbe

Bumm. Bumm. Bumm. Sascha schlug einen Nagel ein, um das Bild aufzuhängen, das sie für ihn gemalt hatte. Sie stand daneben und freute sich wie ein kleines Kind. Bumm. Bumm. Bumm.

Sascha war tot, fiel ihr im Halbschlaf ein. Seit knapp einem Jahr schlug sein Herz nicht mehr. Also konnte das Hämmern gar nicht von ihm sein. Sie wollte nicht aufwachen. Sie wollte ihm weiter zuschauen, wie er den Nagel einschlug, das Bild an die Wand hängte, einen Schritt zurück stieg und sein und ihr Werk bewunderte. Sie wollte ihm dabei zuschauen, wie er seine Wohnung langsam zu ihrer gemeinsamen machte.
Das Pochen wurde heftiger. Ihr Herzklopfen auch. Da war sie wieder, die Angst. Damals hatten sie auch geklopft, als es draußen noch dunkel war. Damals hatten sie ihr mit ernsten Gesichtern gesagt, dass sie jetzt ganz stark sein müsse.
Sie schälte sich aus der Geborgenheit des Sessels, seines Sessels, in dem sie einige Stunden zuvor in eine Decke gekuschelt eingeschlafen war. Im langen T-Shirt öffnete sie die Tür einen Spalt breit.
Zwei groß gewachsene Männer standen vor der Tür, in altmodischen Mänteln, mit altmodischen Aktentaschen und mit ihrem amtlichen Abzeichen auf dem Revers.
„Gerichtsvollzieher!“ dröhnte es durch das ganze Haus, obwohl sie längst direkt vor ihnen stand. Allmählich gingen auch die Türen der Nachbarn auf.

Vier Augen starrten auf ihre mageren Beine. Sie öffnete die Sicherheitskette und ließ sie die Männer ein.
Ein kalter Luftzug drang in die Wohnung ein und setzte sich darin fest. Mechanisch griff sie nach dem Kleidungsstück auf der Kommode und wickelte sich darin ein. Es war seine Lieblingsweste gewesen. Sie passte dreimal rund um ihren Körper und ging ihr bis zu den Knien. Jetzt würde sie sie beschützen.

Die heruntergeleierten Sätze, die die Männer zu ihr sagten, prallten an der dicken Wollweste und der dünnen Haut darunter ab. Nur ab und zu drangen ein paar nadelspitze Wörter durch den dicken Wollschutz.
Bezirksgericht
Exekutionstitel
Zwangsversteigerung


Vor Jahren hatte sie die alte Mühle gekauft, mit ihrem Exmann. Ein Ort der Begegnung und der Kunst hätte sie werden sollen. Aber dann kam die Rezession. Die in der Ehe zuerst. Zunächst wurden die Worte weniger und dann die Liebe. Dem Einbruch in ihrer Beziehung folgte der wirtschaftliche.
Die Mühle wurde weit unter ihrem Wert verkauft, und auch ihre Bilder verkaufte sie zu Schrottpreisen, um Miete und Strom für die Mietwohnung bezahlen zu können. Und neue Farben für neue Bilder, die niemand kaufte, zu kaufen. Später sparte sie bei den Farben und malte nur noch graue Bilder. Trotzdem reichte das Geld nicht für die Kreditraten.
Sie flehte, sie bittete und sie bettelte. Vergebens. „Sie müssen verstehen“, hatten die adretten Bankbeamten in ihren adretten Anzügen freundlich gelächelt und gesagt: „Eine Bank ist nicht die Caritas.“

Die beiden Riesen betrachteten ein wenig mitleidig die Einrichtung und machten Notizen. Es gab nicht viel in dem großen Zimmer, das zugleich Wohnung und Atelier war. Leinwände, Farben und Pinsel. Ein paar Bücher.
Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie sah, wie sie die Play-Station notierten. Das Weihnachtsgeschenk für ihren Sohn.
Nicht weinen. Nicht ausflippen. Ruhig bleiben. Sollten sie doch ihren DVD-Player versteigern, ihren Stolz ließ sie sich nicht nehmen. Nicht ihre Würde. Nicht das, was noch übrig war davon.
Sie konnte die Gedanken in den Köpfen der Männer hören. Arbeitsscheues Künstlerpack. Nichtsnutz. Versagerin.

Sie kroch tiefer in die Weste und spürte die schöne warme Zeit mit Sascha. Die viel zu kurze Zeit mit Sascha. Er hatte nicht gegeizt, nicht mit Worten, nicht mit Geschenken, vor allem aber nicht mit Aufmerksamkeit. Trotzdem mischte sich manchmal Wut in die Trauer. Es hatte kein Testament gegeben. Alles was er besaß, und das war neben seinem großen Herzen und dem scharfen Verstand noch einiges, gehörte jetzt seiner Schwester. Auch die Eigentumswohnung, aus der sie demnächst rausmüsste.
Nur ein paar persönliche Dinge und den alten Polstersessel hatte die Schwester nicht gewollt. Seinen massigen, weichen Sessel.
Den, an den sie sich jetzt klammerte, um nicht den Halt zu verlieren.

Den, den sie jetzt aufschrieben.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

nachurteile sind auch...
nachurteile sind auch vorurteile, oder? es ist doch...
bonanzaMARGOT - 22. Nov, 16:52
manchmal wären vorurteile...
manchmal wären vorurteile gescheiter, als nachurteile....
MoniqueChantalHuber (Gast) - 21. Nov, 23:02
was bin ich froh, dass...
was bin ich froh, dass wir allesamt keine vorurteile...
testsiegerin - 21. Nov, 19:15
kleintierzüchter
heißen erfahrungsgemäß ernst kappelmüller,...
MoniqueChantalHuber - 21. Nov, 19:12
natürlich hat erwin...
natürlich hat erwin argumente. wie jeder mörder....
testsiegerin - 21. Nov, 16:06
ich fände gockel-...
ich fände gockel- und rammlerzüchter passender. und...
bonanzaMARGOT - 21. Nov, 14:21
Also ich tät den...
Also ich tät den Erwin nicht als Bösewicht...
Jossele - 21. Nov, 14:09
ich wollte mal eine geschichte...
ich wollte mal eine geschichte schreiben über...
testsiegerin - 20. Nov, 22:07

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