In dreißig Tagen um die Welt

Donnerstag, 1. Juni 2006

Der letzte Tag

Ich fühle mich sehr mächtig. Denn es liegt einzig und allein an mir, wie die Reise ausgeht. Ob ich das Taxi zum Flughafen versäume, im Duty free – Shop beim Klauen eines Lippenstiftes erwischt werde oder es zu dem unwahrscheinlichen Fall eines Druckverlustes in der Kabine kommt und ich die Sauerstoffmaske nicht finden kann.
Ich habe es in der Hand, oder besser gesagt, in meinen zehn Fingern, ob am letzten Tag noch etwas Dramatisches passiert, ob ich leidend und vergessen in der Ankunftshalle kauere oder ob es ein Happy End gibt.
Ich. Niemand sonst. Mir kann nichts geschehen, wenn ich das nicht will. Ich beschließe also, das teure Flugzeug nicht abstürzen zu lassen, auch wegen meiner Mitreisenden.

„Willkommen an Bord“, säuselt der blonde Flugbegleiter und überreicht mir einen Strauß warmgelber Sonnenblumen, „ich darf Sie als 1.000.000ste Passagierin unserer Boeing 787 begrüßen. Ich hoffe, es ist in Ihrem Sinn, dass wir Sie kostenlos upgegradet haben. Wenn Sie bitte in der Business Class Platz nehmen?“
Ich habe natürlich nichts gegen eine Aufwertung. Ich bin da durchaus tolerant, obwohl es mir ein bisschen peinlich ist, dass der Rucksack mit all den schlampig hineingestopften Erfahrungen und Abenteuern etwas streng riecht. Trotzdem strecke ich gemütlich die Beine aus, nippe am Champagner und stelle erfreut fest, dass die Paté von spanischen Arbequina Oliven beinahe so cremig schmeckt wie die bei der Botschafterin.
Der Flug vergeht wie in der Zeit.

Sie sind alle da. Meine Familie, meine Kollegen und Kolleginnen, meine Freunde. Ich werde gedrückt und geherzt. Sie haben mich vermisst, beteuern sie und klopfen mir glücklich auf die Schultern. „War es denn schön?“
Ich stottere: „Nun ... tja ... also ... schön ist vielleicht nicht das richtige Wort.“

Ein Mann mit Dreitagesbart steht etwas abseits und beobachtet durch eine edle Hornbrille interessiert die Begrüßungsszene.
„Und wer sind Sie?“ ziehe ich vergnügt die Augenbrauen hoch, wische mit dem Ärmel über die Öffnung der Champagnerflasche, die ich aus dem Flugzeug hab mitgehen lassen, und reiche sie ihm weiter.
„Ich bin Verleger“, antwortet er und nimmt einen kräftigen Schluck. „Ich möchte Ihre Reiseberichte gerne als Buch herausbringen. Hardcover, bunt bebildert, beste Qualität. Ich dachte an eine Erstauflage von 10.000 Stück. Fünfzehn Prozent des Nettoverkaufspreises für Sie. Geht das in Ordnung.“

„Zwanzig“, handle ich und grinse. „Zwanzig und geht das in Ordnung.“

Der vorletzte Tag

So. Der Flug ist bestätigt, die Depression verscheucht wie ein streunender Hund vom Mittagstisch und ich habe meine Siebensachen gepackt. Ähm ... gepackt ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Alles hineingepresst halt, die schönen Erinnerungen und abenteuerlichen Erfahrungen. Die schmutzigen Gedanken habe ich in ein Plastiksackerl gestopft, damit nicht alles feucht wird.
Morgen geht es also wieder zurück. Und weil ich will, dass meine Reise ein versöhnliches Ende nimmt, reise ich heute noch in den Teil von mir, den ich am liebsten mag.

In meine Liebesfähigkeit.
Ich schließe die Augen und lasse mich fallen. Die Liebe fängt mich auf und trägt mich. Manchmal tritt sie mich augenzwinkernd in den Arsch und sagt: Los, du musst schon auch etwas tun für mich. Aber sie meint es nicht so. Sie stellt nämlich keine Bedingungen. Sie ist einfach da. Sie will nur, dass ich hin und wieder sehe, was für ein großzügiges Geschenk diese Fähigkeit zu lieben und zu vertrauen ist. Sich selbst, anderen und dem Leben.

Ich halte inne. Irgendwie klingt alles kitschig, was man über die Liebe schreibt. Gänsehautkitschig. Magengeschwürkitschig. Die Liebe ist schuld daran, dass völlig talentfreie Menschen im Hormonrausch zur Feder greifen und Liebe auf Triebe und Herz auf Schmerz reimen. Dabei böte sich auch Kommerz an, oder Sterz, der macht sogar satt.

Keine Sorge, ich werde jetzt kein Gedicht über die Liebe schreiben. Das haben andere vor mir schon besser gemacht.
Ich schweige einfach. (Obwohl das ganz schön schwierig ist) Und genieße den warmen, sonnigen Tag in der schönsten Region meiner Welt.

Mittwoch, 31. Mai 2006

28. Tag - Think pink

Ankommen ist immer auch ein bisschen Abschied. So oder ähnlich hab ich am Anfang meiner Reise geschrieben. In wenigen Tagen komme ich an. Bei mir? Zu Hause? Und nehme schön langsam Abschied von meiner Reise.
Ich hocke in meiner Unruhe. Hab ich alles gesehen, was ich mir vorgenommen habe? Habe ich nicht vielleicht die Chance vertan und wesentliche Kontinente meiner Landkarte nicht betreten? War ich zu weich zu mir oder zu hart? Wer weiß, wann ich je wieder hierher komme. Zu mir.
Was ist mit all dem Verdrängten, das ich nicht entdecken und schon gar nicht herzeigen wollte? Das jetzt in irgendeiner Ecke meiner Welt vermodert und erst ans Tageslicht kommt, wenn meine Kontrolle nachlässt.

War die Reise nicht eine einzige große Lüge, weil ich ohnehin nur dort war, wo ich gewusst habe, diese Eindrücke kann ich verkraften. Aber was hätte es für einen Sinn gehabt, mich zu weit in mich hineinzulehnen? Mir selbst Schmerzen zuzufügen, mit denen ich nicht leben kann oder will?
Ich bin mitten in meiner Nachdenklichkeit. Und habe Reisefieber. Vor der Rückreise. Angst vor meinem Leben danach. Werde ich in eine Leere fallen, wenn die erste Wiedersehensfreude abgeklungen ist? Die Erinnerungen und Erfahrungen in das dicke Album kleben, es zuklappen und weiterleben wie bisher? Wird sich etwas ändern? Will ich überhaupt, dass sich etwas ändert?

Tief durchatmen, befehle ich mir. Stell jetzt keine Fragen, das Leben fragt täglich genug. Suche keine Antworten, es gibt sie nicht. Mach dich nicht fertig mit diesen Gedanken. Hör auf, dir und anderen ständig etwas beweisen zu wollen. Geh für ein paar Augenblicke in die Stille.
Ja.















Mein Herzschlag wird ruhiger. Ich höre die Vögel zwitschern, sehe, wie die Äste der Tannen sich im Wind wiegen. Sehe die Wolken vorbeigleiten. Sogar die rosarote ist dabei, die jemand vor unendlichen Zeiten für mich angemalt halt. Ich bette meine Ängste auf genau diese Wolke und lasse sie weiterziehen.
Nehme mich nicht mehr so wichtig.
Die Zukunft ist ernst, aber nicht hoffnungslos, sagt eine Stimme.

Nein, lächle ich, sie ist nicht hoffnungslos. Und schon gar nicht ernst.

Dienstag, 30. Mai 2006

27. Tag - Mehr schlecht als recht

Weil ich schon ein bisschen müde bin vom vielen Herumwandern in mir, nehme ich den Bus. Schleiche am Kontrollor vorbei, steige hinauf ins offene Oberdeck, setze Sonnenbrille und Kopfhörer auf und lasse mir den Wind durchs Haar wehen. Ein bisschen Bequemlichkeit darf ich mir ruhig hin und wieder gönnen.
„We welcome you warmly to our today’s trip“, haucht mir eine warme, männliche Stimme ins Ohr und ich fummle hektisch an der Fernbedienung herum. „Bienvenue ...“ chchch ....“Sdrasdwui ...“ chchchch ... „Herzlich willkommen ...“ Endlich. „Wir heißen Sie nochmals herzlich willkommen zu unserem kleinen Ausflug in das Innenleben. Sie haben die Wahl.“ Nicht schon wieder. Ich will keine Wahl, ich will, dass mir jemand sagt, wo es lang geht. „Um in die Liebenswürdigkeit abzubiegen, drücken Sie bitte den linken Knopf. If you decide to visit your gentleness, please press the left button.“
Au ja, das klingt nett. Ich freue mich auf mein liebenswertes Lächeln. Meine freundlichen, lobenden Worte. Weil ich aber neugierig bin, warte ich die zweite Möglichkeit ab. „Leider haben Sie keinen Knopf gedrückt“, ertönt es nach einer langen Pause. „Wir biegen daher rechts ab. In die Schlechtigkeit.“
Was hören meine Ohren? In die Schlechtigkeit?

Nun bin ich ja das, was die schlechten Menschen so abfällig einen Gutmenschen nennen. Immer auf Seiten der armen, alten, schwarzen, alleinerziehenden, lesbischen, kriminellen, behinderten Rollstuhlfahrerinnen.
Es gibt nicht viele von ihnen, leider, deshalb merken manche Leute meine Gutmenschlichkeit gar nicht. Und ausgerechnet ICH reise jetzt in meine Schlechtigkeit, es ist nicht zu fassen.
Nun gut, denke ich, ich bin in bester Gesellschaft, denn sogar Robin Hood nahm den Reichen und gab den Armen. Ich bin halt selber arm, na und? Schuldhaft in Not geraten.

„Rechts zwischen den Büschen können Sie die Reliquien einer diebischen Vergangenheit sehen“, vernehme ich durch die kleinen Knöpfe in meinem Ohr. Ich erröte und schäme mich in Grund und Boden, aber ich wage einen Blick. Hinter dem Hollerbusch stapeln sich die Sonntagszeitungen, viele von ihnen noch ungelesen. Ein Lippenstift aus England. Ich erinnere mich an das Herzklopfen, als ich – knapp 15jährig – in London an der Kassa stand, den Lippenstift in meiner Tasche.
An einem Baum hängt ein dickes Buch von Ulla Hahn. Mit Widmung. Ich habe es auf der Frankfurter Buchmesse geklaut. Aus Notwehr, denn ich wollte es erwerben (es gibt sogar eine Zeugin), aber die haben es mir nicht verkauft, obwohl da tausende davon herumlagen, einfach so. Die Widmung habe ich mir selbst auf dem Klo hineingekritzelt, weil ich Angst vor einer Kontrolle hatte.
„Fahren Sie bitte schneller!“, schreie ich dem Busfahrer zu, aber der zuckelt langsam durch meine kleinen Vergehen und Verbrechen. Ein paar gefälschte Unterschriften aus der Schulzeit fliegen herum und eine Schadensmeldung an die Versicherung. Auf jedem zweiten Baum pickt ein Aufkleber mit der Aufschrift Schwarzfahrerin. Plötzlich reißt eine Windböe mir meine Sonnenbrille vom Gesicht. Sie bleibt in den Blättern eines Johannisbeerstrauches hängen. Hoffentlich kriegt sie keine Kratzer ab. Ja, ich gestehe, ich hab vergessen, sie zu bezahlen. Wirklich vergessen, ich schwöre! Seitdem sehe die Welt durch eine gestoh... vergessene Brille, glauben Sie mir, das ist Strafe genug. Ich schleudere die Kopfhörer aus dem Bus und presse meinen Kopf zwischen die Knie. Aufhören! Bitte! Ich will nicht damit konfrontiert werden.
Die Stimme lässt sich nicht abdrehen. Sie kommt jetzt aus riesigen Lautsprecherboxen. Alle können hören, wie ich wirklich bin. Sie zeigen mit den Fingern auf mich. Sie verachten mich.
Ich heule.

„Die Rundfahrt ist zu Ende. Bitte alles aussteigen.“ Ich bleibe sitzen, denn ich möchte mit diesem Gefühl nicht schlafen gehen. Ich schenke Ulla Hahn mein nächstes Buch, nehme ich mir vor. Die englische Verkäuferin von 1977 werde ich wohl nicht mehr auftreiben. Ich kann nur hoffen, dass sie den Lippenstift nicht aus ihrer eigenen Tasche bezahlen musste.
„Bitte alles aussteigen!“, wiederholt der Busfahrer.
Vielleicht kann ich ihn überreden, mit mir noch eine Runde zu fahren. Ich werde auch ganz bestimmt den linken Knopf drücken.
Und das Ticket bezahlen.


Liebe Grüße!
Die Karte habe ich gekauft.
Ich schwöre.

Montag, 29. Mai 2006

26. Tag - Markttag

Heute ist Markttag. Also schlendere ich langsam die Fußgängerzone hinunter zum Marktplatz.
Am Jahrmarkt meiner Eitelkeiten bleibe ich stehen und bewundere, wie eine von ihnen mit bunten Bällen jongliert. Mit zwei Bällen, einem roten und einem blauen. Allerhand. Hin und wieder fällt einer der zwei Bälle zu Boden. Das kann passieren, sagt die Jongleurin schnippisch und schupft munter weiter. Ich applaudiere frenetisch und denke darüber nach, warum man sonst nichts im Leben frenetisch macht außer so zu applaudieren. Die andere Eitelkeit steht auf einer Bühne, verbeugt sich theatralisch und trägt ein Gedicht vor. Ein schlechtes Gedicht, aber sie blickt derart überzeugt in die Menge, dass niemand sich traut, ihr das zu sagen. Ich schaue flehend in den Himmel und hoffe, dass irgendjemand diese peinlichen Vorführungen unterbindet. Der Regen zum Beispiel.

Unten an der Ecke kehre ich in die kleine Geheimniskrämerei ein. In dem dunklen und engen Laden haben sich Staub und Spinnweben breit gemacht und es riecht muffig. Tausend Tiegel stehen herum, mit tausend kleinen Geheimnissen, die längst niemanden mehr interessieren.
„Wo sind die großen, wichtigen, spannenden?“, frage ich und meine Blicke suchen die Bude nach den sperrigen Teekisten ab, die früher hier in der Ecke standen. In einer Kiste waren die schönen, in der anderen die gefährlichen Geheimnisse. Fest verschlossen war diese Kiste, und gut bewacht.
„Ach, die wurden schon vor längerer Zeit abgeholt. Wir können keine großen Geheimnisse bei uns behalten. Erstens sind sie zu schwer, ich bin eine alte Frau und kann sie nicht mehr tragen. Außerdem sind nicht sicher hier. Sie können sich ja gar nicht vorstellen, was auf dem Markt getratscht wird. Und geklaut. Die klauen sogar Geheimnisse.“

Wieder draußen, am Obst- und Gemüsestand tausche ich Meinungen aus und möchte abgetragenen Klatsch und Tratsch kaufen, doch meine Geschwätzigkeit und Redseligkeit lassen mich nicht zu Wort kommen. "Haltet doch endlich die Klappe", sage ich, als ich den Gestank rieche. Oder stinkt man den Gestank und riecht nur den Geruch? Egal. Es stinkt.
Ist etwas faul in mir?, schnuppere ich an meiner Bluse. Bin ich in den vergangenen Jahren nicht gereift, sondern verdorben? Ist meine Seele endgültig verloren?

„Ach, machen Sie sich keine Sorgen, das kommt nur aus der Gerüchteküche“, beruhigt mich die Marktfrau, „heute kocht der Verrat. Er bricht das Vertrauen und mischt Lügen dazu.“ Angewidert halte ich mir die Nase zu, schleiche aber langsam in die Richtung, aus der mir der Geruch entgegenschlägt. Ich schäme mich für meine Neugierde und presse ein Ohr gegen die dünne Holzwand.
Sie reden über mich. Ich habe es geahnt. Schade, dass man nicht zwei Ohren gleichzeitig an eine Wand pressen kann, denke ich, denn ich verstehe nur ein paar Brocken: „... schon gehört? ... die Barbara ... und der ... nicht weitersagen - großes Geheimnis ... so was von ... pervers ...“

Widerlich. Klatsch ist wirklich widerlich, vor allem, wenn er mich betrifft. Ich spucke auf den Boden.
Kehre zurück zu meinen Eitelkeiten. Die eine hat den blauen Ball zur Seite gelegt und spielt selbstverliebt mit dem roten. Der anderen fällt kein Gedicht mehr ein, aber sie verbeugt sich trotzdem ständig.

Sie sind harmlos, denke ich, als ich sie eine Weile beobachte. Tollpatschig, lieb irgendwie und harmlos. Nicht so hinterhältig wie der Verrat.
Ich kaufe noch eine Ansichtskarte und spaziere zum Bahnhof. Dort geht meine Reise morgen weiter. Nur noch vier Tage, denke ich und das Heimweh vermischt sich mit Wehmütigkeit, dass die Reise bald zu Ende ist.

Ich hoffe, ihr kriegt die Karte, bevor ich zu Hause bin.
Was ich euch jetzt sage, ist nämlich wichtig.
Passt gut auf eure Geheimnisse auf.

Samstag, 20. Mai 2006

Tag 19 - Die große Freiheit

Ich bin erschöpft. Die letzten beiden Tage waren anstrengend und ich habe kaum geschlafen. Ich will nicht gefangen sein in meinen Mustern, ich will nicht tanzen, nicht streiten und sogar mein Bedarf an Fettnäpfchenhüpfen ist vorerst gedeckt. Ich sehne mich nach Ruhe. Nach Freiheit.

Als ich wieder bei den Grenzen ankomme, halte ich Ausschau nach dem Grenzschutzbeamten, um ihm mein Visum zu zeigen. Doch der schläft seelenruhig unter einer riesigen Kastanie, anstatt den Schlagbaum zu bewachen.
Ich klettere über den Balken und ärgere mich. Das Überschreiten macht nur halb so viel Spaß, wenn einem kein Gegenwind ins Gesicht bläst.
Ich wandere eine Weile und schließlich liegt sie vor mir: Die große Freiheit. Sie ist nach allen Seiten offen und lädt mich zum Bleiben ein. Ruhig ist es hier, nur eine leichte Brise weht und kühlt meinen Mut.

Was macht man in der Freiheit? Ich schaue mich um. Weit und breit niemand, den ich fragen könnte. Nicht mal ein Cowboy mit einer Marlboro zwischen den Lippen. Ziellos spaziere ich umher, steige auf einen Hügel und schaue auf die unendliche Freiheit unter mir. Schwimme im See und freue mich, dass niemand mir sagt, dass ich rausgehen soll, weil ich mich sonst erkälten könnte. Als ich blaue Lippen habe und am ganzen Körper zittere, finde ich es beinahe schade, dass keiner mich gewarnt hat.
Ich tue alles, was mir gefällt, wälze mich nackt im warmen Sand, aber ich kann meine Muster nicht abstreifen. Sie kleben fest an mir.
Ich fühle mich schuldig, weil ich den Grenzposten beschimpft habe, ich sehne mich nach jemanden, der mich bewundert, weil ich so frei bin. Ich vermisse den Applaus. Ja, ich vermisse sogar die Grenzen. Dort, wo die Freiheit grenzenlos ist, kann ich auch keine überschreiten.
So gern wollte ich hierher und jetzt fürchte ich mich.

Ich hatte viel vor heute. Ich wollte mir ein schönes Haus bauen. Oder eine Pyramide, mir schreibt ja hier niemand etwas vor. Ich kann einfach bauen, was ich will. Sogar eine Freiheitsstatue. Die ist sowieso nicht sehr frei. Steht seit Jahren einbetoniert, gefangen auf einer Insel, fern der Heimat. Schon lange musste ich erkennen, dass nicht überall Freiheit drin ist, wo Freiheit draufsteht. Die Damen auf der Reeperbahn, nachts um halb eins oder später, die sind zwar freizügiger gekleidet als die Freiheitsstatue, aber ähnlich frei wie sie. Nicht mal der Freitag ist für gewöhnlich frei, sondern ein ganz normaler Arbeitstag. Und die Freiheitliche Partei will nicht, dass die Menschen frei sind, höchstens, dass Österreich ausländerfrei wird. Das ist aber nicht die Freiheit, die ich meine.

Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden, sagte Rosa Luxemburg. Was aber, wenn die anderen gar nicht denken können? Wie der kleine Wi ... ähm ... Grenzschutzbeamte. Ich werde ihn besuchen und ihm von der Freiheit erzählen. Freedom ’s just another word, werde ich sagen, und hoffen, dass er englisch kann, for nothing left to loose.

Vielleicht sind wir zum Freisein einfach nicht geboren? Ich zumindest. Ich brauche meine Grenzen, Reibung, meine vier Wände, Geborgenheit. Ich brauche Liebe. Nur darin fühle ich mich frei.

Habe heute einen kurzen, spannenden Ausflug gemacht.
Bin aber schon wieder zurück. Sie hat mich einfach überfordert, die große Freiheit. Ich gönne sie mir lieber in kleinen Stücken, im Alltag.
B.

Freitag, 19. Mai 2006

18. Tag - Die Botschaft

„Die Botschafterin wartet auf Sie“, öffnet mir der Grenzschutzbeamte nach einer schlaflosen Nacht und einem ebensolchen Vormittag die Zellentür.
Was lerne ich aus dieser Erfahrung?, überlege ich, als ich mich grußlos von ihm verabschiede. Meine Erfahrung sagt mir nämlich, dass ich aus allen Erfahrungen im Leben etwas lerne, weil der Zweck der Erfahrungen nicht darin besteht, sie zu erfahren, sondern aus ihnen zu lernen.
Wenn du dich davon abhalten lässt, deine Grenzen zu überschreiten, fühlst du dich eingesperrt, lerne ich. Und noch etwas: Du sollst einen Beamten nicht kleiner Wichser nennen, selbst wenn er einer ist.

Erst kann ich die Botschaft nirgends finden. Sie versteckt sich hinter unscheinbaren Wortgebilden und Satzkonstruktionen. Aber irgendwann entdecke ich sie und trete ein. Ich rieche ungewaschen, nach Gefängnis und Schweiß.
In der Botschaft findet gerade ein Empfang statt. In Botschaften finden immer Empfängnisse statt, auch wenn keiner weiß, wer wen oder was empfängt. Egal, auf jeden Fall trifft sich das gut, ich bin nämlich hungrig. Mein vergammeltes Wurstbrot verfüttere ich an den Hund der Botschafterin. Während der weiße Pudel, der auf den wohlklingenden Namen Eure Exzellenz hört, an meinem Salamibrot kaut, vergreife ich mich mit dreckigen Händen an den mit Ziegenkäse gefüllten Datteln, bohre einen Finger in die Avocado-Creme und lutsche ihn ab.
„Nicht doch!“, stößt mir eine ranghohe Diplomatin völlig undiplomatisch ihren Ellbogen zwischen die Rippen, „wir dürfen erst zu essen beginnen, wenn der Doyen ein Häppchen genommen hat. Anciennitätsprinzip, Sie verstehen?“
Ich verstehe nichts, hoffe aber, dass der Herr Doyen bald zugreift.

Weil ich mich ein bisschen langweile, spreche ich den Generalkonsul meines Nachbarlandes an, der genauso gierig auf die Brötchen starrt wie ich. „Tanzen wir?“, frage ich. Sein Gesichtsausdruck ist zwar verwundert, aber er lehnt nicht ab und geleitet mich auf’s diplomatische Parkett.
„Hübsches Hemd“, mache ich ihm höflich ein Kompliment. „War bestimmt teuer. Wie viel verdienen Sie eigentlich?“
Er räuspert sich. Die Frage nach Geld ist ihm zu trocken, denke ich, wahrscheinlich möchte er sich über etwas Spannenderes austauschen.
„Wann hatten sie das letzte Mal so richtig guten Sex?“, tappe ich in das Fettnäpfchen, das mitten auf der Tanzfläche steht und steige meinem Partner auf die Zehen.

Ich weiß, ich habe kein Taktgefühl. Ich bin nicht geboren für die Diplomatie. Wenn ich singe, treffe ich nie den richtigen Ton und die Menschen wenden sich angewidert von mir ab. Ich verletzte sie, ohne ihnen wehtun zu wollen. Ich benehme mich daneben, immer und immer wieder.

„Geben Sie mir das Visum“, bitte ich die Botschafterin, nachdem ich mir den Bauch mit den Köstlichkeiten vollgeschlagen, Champagner aus der Flasche getrunken und den Botschafter von Molwanien behutsam auf sein schadhaftes Lächeln aufmerksam gemacht habe. „Ich verspreche Ihnen, sofort abzuhauen.“
Die Dame schaut indigniert und stempelt mich ab. Ich rülpse, wegen der vielen Kohlensäure im Champagner. „Die Paté von spanischen Arbequina Oliven war eine Spur zu fest“, säusle ich, verfüttere die gebratene Entenbrust an Eure Eminenz und mache mich aus dem Staub.

Hallo!
Heute war ich auf einer echten Botschaft tanzen.
Nein, ich habe keine. Auch keine Message. Ich bin gegen Gewalt.
Aber sie haben einen guten Koch hier. Die Paté hatte genau die richtige Konsistenz. Ich wollte nur nicht, dass die sich so überlegen fühlen.
Eure Barbara, davon und zu.

Donnerstag, 18. Mai 2006

17. Tag - Grenzschutz

Ich stehe an. Es geht nicht weiter. Vor mir ein rot-weiß-rot gestreifter, heruntergelassener Schranken. Ich warte gehorsam, bis ein Zug vorbeikommt. Aber es kommt kein Zug, es gibt nämlich keine Schienen hier.
Weil ich ausgesprochen flexibel bin, beschließe ich, eine andere Strecke zu nehmen. Alle Wege führen zu mir, vielleicht.
Ich drehe mich im Kreis. Alles ist abgesperrt. Kein Durchschlupf. Resigniert muss ich erkennen: Ich bin an meine Grenzen gestoßen.
Erst mal setze ich mich an meinen Rand und packe das Wurstbrot aus.
Was nun? Was tun?
Durchatmen. Abbeißen. Nachdenken. Lächeln.
Wozu sind Grenzen da?
Erstens, zum Schutz, natürlich. Muss ich vor der Fremde in mir geschützt werden oder die Fremde vor mir?
Zweitens, und das ist das Wesentlichere: Grenzen sind dazu da, um überschritten zu werden.

Argwöhnisch blicke ich in alle Richtungen, ob ich beobachtet werde, stecke das Wurstbrot in den Rucksack und hebe vorsichtig das linke Bein über den Schranken.
„Halt!“, schreit ein Soldat, der hektisch aus dem dichten Gebüsch gesprungen ist. „Sie können hier nicht durch.“
„Und warum nicht?“ Eigentlich bin ich mir keiner Schuld bewusst, aber trotzdem schaue ich schuldbewusst. Schon aus Gewohnheit. Vielleicht habe ich wirklich irgendetwas angestellt. Man weiß ja nie.
Der Grenzschutz beginnt zu stottern. „Es ... es ... es ist verboten, etwas Verbotenes zu tun.“
„Seit wann ist es verboten, seine Grenzen zu überschreiten?“, frage ich schnippisch.
„Es ist der erste Schritt, etwas Verbotenes zu tun. Sie gefährden damit die Ordnung im Land. Außerdem, wenn Sie damit anfangen, dann tun das auch andere und hier wäre das reinste Tohuwabohu.“
Ich rolle mit den Augen. Der spinnt wohl. Ich eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit? Ich zeige ihm meinen Reisepass. „Ich weiß, Bester, Sie tun nur Ihre Pflicht, aber schauen Sie, ich bin eine unbescholtene Bürgerin meines Landes. Und jetzt lassen Sie mich bitte durch. Wenn es sein muss, können Sie mich doch überwachen und bespitzeln.“

Er blättert in meinem Ausweis. „Tut mir leid“, lächelt er ein Beamtensiegerlächeln. „Ich kann Sie nicht hinüberlassen. Ihr Visum ist abgelaufen.“
Scheiße. Ich hätte die Reise besser planen sollen. Aber Grenzen überschreitet man spontan, nicht auf dem Reißbrett. „Gut, dann stempeln Sie mir einfach ein neues Visum hinein und machen den Weg frei.“ Meine Geduld hat schließlich Grenzen.
„Das darf ich nicht. Befehl von oben.“
Meine Güte, keine Courage, dieser Bursche. „Na und, du kleiner Wichser“, spucke ich ihn wütend an. „Ich befolge schließlich auch nicht alle Befehle von oben. Um ehrlich zu sein, befolge ich viel lieber die von unten!“
Der Typ versteht keinen Spaß. Die Handschellen schnappen zu.

„Ich möchte auf der Stelle mit der Botschafterin sprechen“, verlange ich. „Das ist mein Recht. Ich kenne meine Rechte, auch als Linke! Und geben Sie mir einen Stift. Nein, ich werde damit weder Sie, noch mich umbringen. Ich muss nur eine Karte nach Hause schreiben. Die machen sich sonst Sorgen.“

Liebe Leute,
Man hat mich verhaftet.
Seit Stunden werde ich verhört und gefoltert. Ich soll sagen, was ich da drüben will. Ich kenne die Antwort nicht.
Man darf nichts in Frage stellen. Die Grenzen nicht. Und sich selbst schon gar nicht.
Eure B., bei Wasser und Brot

Mittwoch, 17. Mai 2006

16. Das Kind in mir

Die nächste Etappe gehe ich rückwärts. Durch einen bunten Wald wandere ich und lande irgendwann bei einem riesigen Baum. In dessen Krone thront ein Baumhaus, zusammengenagelt aus alten Brettern.
Über eine wacklige Strickleiter quäle ich mich hoch, denn dort oben wohnt das Kind in mir. Ich möchte es gerne besuchen.

Es nimmt mich nicht wahr, als ich – gebückt, damit ich mir den Kopf nicht anstoße – eintrete. Ich schaue mich um. An den windschiefen Wänden Poster von Ronaldinho und Thierry Henry, auf dem Boden das Kind. Versonnen sitzt es auf den Brettern, die seine Welt bedeuten und betrachtet kleine Fotos. Wahrscheinlich von den verstorbenen Großeltern. Ich bin gerührt.

„Was machst du hier?“
„Ich sammle Panini-Bilder.“
„Bilder von Panini? Dem indischen Sanskrit-Grammatiker?“ Schön finde ich das, wie gebildet die Jugend heutzutage ist.
Das Kind schaut mich mit großen Augen an und schüttelt den Kopf: „Indien spielt bei der WM nicht mit.“
„Warum denn das? Dürfen die nicht?“
„Sie haben in der Qualifikation gegen Oman und Japan hoch verloren. Wahrscheinlich können sie mit ihren Turbanen nicht gut köpfeln.“
„Darf ich wenigstens mitspielen, wenn die Inder schon nicht dürfen?“

Ich darf. Unter einer Bedingung: Ich muss Oliver Kahn hergeben und das Stadion von Gelsenkirchen.
Die Regeln habe ich schnell durchschaut und hocke mich auf den Boden. „Was krieg ich dafür?“, beginne ich mit den Verhandlungen.
„Egal. Zwei Neger“, sagt das Kind.
Ich räuspere mich. „Zwei Schwarze“, korrigiere ich und rücke Kahn und das Stadion raus. Den Tausch finde ich fair, denn ich kann Kahn sowieso nicht leiden.
Das Kind reicht mir ein Bild.
„Und wo ist der zweite?“
„Auch da drauf. Bei den Negern sind immer mehrere auf einem Bild“, erklärt es mir. „Die sind nicht so viel wert.“
Ethische Diskussionen haben jetzt keinen Sinn. Das Sammelfieber hat mich gepackt. Ich pokere hoch. Nach stundenlangen Verhandlungen ist das Kind mit dem Einkleben fertig und müde. Und ich, ich habe die vollständige Mannschaft von Togo. Und das Wappen von Usbekistan.

Glücklich klappe ich das Album zu. Breite den Schlafsack neben dem Kind aus, lege meinen wertvollen Schatz unter meinen Kopf und träume. Einen wunderschönen Traum träume ich.

Togo ist Weltmeister. Und Indien Zweiter. Trotz der Turbane.

Wenn jemand Quorig Alphose von Vanuatu braucht, bitte bei mir melden. Ich hab ihn doppelt. Gute Nacht.

Dienstag, 16. Mai 2006

Tag 15 - Anderes Baustelle

In einer Oase, die sich zum Glück nicht als Halluzination herausgestellt hat, habe ich mich gestärkt und irgendwann die Wüste hinter mir gelassen. Mich damit abgefunden, dass ich noch eine Weile unterwegs sein werde.

Schon von weitem höre ich die Geräusche und bin gespannt, was mich erwartet. Ein wildes Bergvolk von Ureinwohnern, die trommeln, schreien und um ein Feuer springen? Danach wäre mir jetzt. Sie würden mich nichts fragen, mich als Initiationsritus mit bunten Muscheln schmücken, mit roter Erde bemalen und aufnehmen in ihre Mitte. Mit mir archaische Tänze aufführen, bis ich in Trance falle, mich später in ein gemütliches Zelt tragen und meinen Schlaf bewachen.

Das gleichmäßige Trommeln entpuppt sich als Presslufthammer. Das wilde Bergvolk als ein Trupp Maurer auf einer riesigen Baustelle.
„Das bin ich?“, frage ich ängstlich und starre auf den Schutt, zerbrochenes Glas und Teile aus Beton und Ziegeln. Sie antworten nicht, sondern stapeln Stein auf Stein, graben, zementieren. Zumindest einige von ihnen, der Rest schaut zu. Eine ganz normale Baustelle.

Inmitten des Schauplatzes ein hoher, einsamer Pfeiler.
Noch ein Versuch. „Was ist das?“ Ich habe Glück. Der soeben Angesprochene ist der Polier und hat beschlossen, mit mir zu sprechen.
„Selbstbewusstsein“, murmelt er. Bauarbeiter sind Bauarbeiter und keine Sophisten, denke ich und gebe mich mit der Antwort zufrieden. Halbzufrieden.
„Wie lange baut ihr da schon dran?“
„Ewig.“
„Und wann wird es fertig?“
„Nie.“
„Warum nicht, es kann doch nicht noch größer werden, als es ohnehin schon ist.“ In meiner Stimme schwingt Stolz mit.
„Siehst du die beiden Bäche dort unten? Zweifel und Angst. Sie unterspülen den Pfeiler ständig und wir haben beide Hände voll zu tun, um ihn zu stabilisieren. Hin und wieder dringt jemand ein, der ihn kippen will. Feindliche Feinde.“ Es war der längste Satz in seinem bisherigen Leben.

So so, feindliche Feinde. Schade, dass sie nicht freundlich sind, die Feinde.
„Aber wenn er so stark ist, wie kann er dann umfallen?“
„Ach“, der Polier öffnet eine neue Flasche Bier mit dem Feuerzeug, „alles ein Bluff. Nur fürs Publikum. Die Säule schaut zwar stark aus, in Wahrheit aber ist sie innen hohl.“
„Dann füllt sie gefälligst“, brülle ich ihn an, „steht hier nicht faul herum, ihr Säcke, sondern gießt Fertigbeton hinein, oder Bier. Macht ihn stabiler. Ihr müsst unbedingt verhindern, dass er bei dem kleinsten Erdbeben in sich zusammenkracht!"

Voller Mitleid schaut der Arbeiter erst mich an, dann - ganz ohne Mitleid - seine Uhr. „Ein andermal“, drückt er mir die Schaufel in die Hand, „aber mach doch selbst, wenn es dich so stört. Wir haben jetzt Dienstschluss.“

Hallo ihr!
Heute habe ich geschwitzt wie noch nie. Ich muss verhindern, dass das Ding umfällt und schaufle tonnenweise Erde von Zuversicht um seinen Sockel. Vielleicht habe ich mich überschätzt und es ein Stück zu hoch gebaut.
Kommt bitte und helft mir.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

manchmal - meist - kommt...
wouw... richtig gut, hab mitgelitten... schreiben ist wie...
angelface (Gast) - 21. Jul, 06:39
;-)))
;-)))
la-mamma - 26. Mrz, 20:30
Tatort
„Herrn S. von der Mordkommission zurückrufen“,...
testsiegerin - 26. Mrz, 12:44
was sich der kopf nicht...
was sich der kopf nicht alles ausdenkt... schön...
bonanzaMARGOT - 26. Mrz, 12:25
Bei Anruf Mord.
Oder zumindest Herzklopfen. Was einem da alles so durch...
Lo - 25. Mrz, 13:26
Kumpulan Cerita Seks...
Kumpulan Cerita Seks Dewasa Terbaru 2017 Cerita Sex...
Cerita Sex (Gast) - 27. Feb, 03:16
traurig aber wahr: man...
traurig aber wahr: man kann man nicht alles haben.
bonanzaMARGOT - 18. Feb, 18:07
Vielleicht müsste...
Vielleicht müsste man den persischen Spruch noch...
steppenhund - 30. Jan, 14:10

Web Counter-Modul


Briefverkehr mit einem Beamten
Erlebtes
Femmes frontales
Forschertagebuch
Gedanken
Gedichte
Geschichten
Glosse
In dreißig Tagen um die Welt
Kurzprosa
Lesungen
Menschen
Sex and the Country
Toll3ste Weiber
Vita
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

kostenloser Counter