Donnerstag, 30. November 2006

Briefverkehr 30

Werte Behörde,

Sie haben mir gestern ein Schreiben zukommen lassen, in welchem Sie mich höflich darauf aufmerksam gemacht haben, dass ich an einem schönen Samstag im Herbst am Fuße des Buschbergs die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten habe, indem ich statt 50 km/h satte 73 gefahren bin. Der Ort war an dieser Stelle schon fast zu Ende, ganz nebenbei erwähnt. Aber natürlich sind Sie im Recht. Sind Sie eigentlich immer im Recht, als Behörde?

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich auch heute noch stolz bin auf meinen glubschäugigen Twingo.
Wie auch immer, ich möchte mich wieder sehr herzlich bedanken. Für Ihr aufmerksames Schreiben und für den Spendenerlagschein. 42 Euro sind es diesmal gar. Würfeln Sie die Strafen? Oder ist Rasen teurer geworden, weil der Straßenerhalter pleite ist? Ich hab das in der Zeitung gelesen.

Danke, dass Sie mich davor bewahrt haben, das Geld für völlig unnötige Dinge auszugeben. Unnötige, und vielleicht sogar total gefährliche Dinge. Wie einen Besuch im Hotel Orient, zum Beispiel. Kennen Sie das Hotel Orient? Eineinhalb Stunden wären sich für das Geld ausgegangen. Zeit genug, um dort einem Triebtäter in die Hände und zum Opfer zu fallen. Ich würde am Heiligen Abend nicht gemütlich vor dem Kamin sitzen und „Leise rieselt der Schnee“ singen, nein, der Schnee würde leise und unbarmherzig auf mein kaltes Grab sinken und die frischen Mohnblumen darauf sanft bedecken.
Vielleicht hätte ich mir für das Geld auch neue Gummistiefel gekauft (da kriegt man schon recht anständige darum) und wäre einem braven Beamten Ihrer Behörde damit auf die Zehen getreten. Meine alten, schwarzen Gummistiefel haben nämlich Rotweinflecken, die nicht mehr herausgehen, müssen Sie wissen. Wissen Sie bestimmt.
Ich hätte mir auch die Hörbuchausgabe von Dante Alighieris Göttlicher Komödie kaufen und beim Smalltalk ein bisschen prahlen können, indem ich daraus zitiere:

Ist für gebeugt das strenge Recht zu achten,
Wenn das erfüllt der Liebe heißer Trieb,
Was jenen oblag und sie nicht vollbrachten?



Oder ich hätte Unmengen von schokoliertem Lebkuchen auf dem Adventmarkt gekauft, für einen lieben Freund und seinen Cockerspaniel. Die Zahnarztkosten für Hund und Herrl hätten die Höhe des Strafbetrages um ein Vielfaches übertroffen.

Sie sehen schon, ich bin froh und erleichtert, dass mein Geld jetzt an einen sicheren Ort und einem wirklich wohltätigen Zweck zugute kommt.
Ich danke Ihnen deshalb noch mal von ganzem Herzen.
Ein aufrichtiges Vergelt's Gott.
Auf Ihre Antwort freue ich mich. Erzählen Sie mir doch ein bisschen über sich. Kommen Sie aus dem Mostviertel? Haben Sie Sehnsucht nach Afrika? Gehen Sie bald in Pension?

Ihre
Barbara A. Lehner

P.S. Du kannst nicht nur Jennifer, sondern auch Pamela, Britney und Paris mitnehmen, wenn du willst. Korneuburg geht übrigens in Ordnung. Wann soll ich da sein?

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

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Wie geht es unserer Testsiegerin?
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Lo - 5. Feb, 17:25
Vielen Dank! Du findest...
Vielen Dank! Du findest mehr von mir auf facebook ;-)
testsiegerin - 30. Jan, 10:40
Kurschatten ' echt keinen...
auch wenn diese deine Kur schon im Juni...xx? war,...
kontor111 - 29. Jan, 09:13
zum entspannen...Angel...meint
wenn ich das nächste Mal im Bett liege, mich verzweifelt...
kontor111 - 29. Jan, 08:44
"Pinguin"
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bonanzaMARGOT - 11. Mär, 11:11
Sleepless im Weinviertel
Ich liege im Bett. Ich bin müde. Ich lese. Eine Romanbiografie...
testsiegerin - 13. Jan, 11:30
... ich könnte mal wieder...
... ich könnte mal wieder eine brasko-geschichte schreiben.
bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
OHHH! Hier scheint bei Twoday etwas nicht zu stimmen. Hoffentlich...
Lo - 7. Jan, 13:36

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