Frühlingsklopfen
Gestern hat der Frühling an meine Tür geklopft.
„Willst du mich wieder nur täuschen?“, frage ich, denn vor ein paar Wochen war er schon mal hier, und ich dachte damals, in seinem Rucksack wären Frühlingsgefühle und Schmetterlinge. Als er aber die Bänder gelöst hat, kam der Winter herausgekrochen, mit matschigen Schneeflocken und einem Strauß aus Eisblumen.
„Diesmal meine ich es ernst“, strahlt der Frühling mich an und schwört. Ich aber bin misstrauisch. Wer weiß, ob er nicht hinter seinem Rücken die Finger gekreuzt hat.
„Dann zeig mir deine Geschenke.“
Der Frühling reicht mir Pflanzen, Apfelminze und Lungenkraut, Pfingstrosen und Lilien, Primeln und Orangensalbei.
Er hat sie geteilt, erzählt er, für mich. Weil es mit den Pflanzen so ist wie mit der Freundschaft. Indem man sie teilt, vermehren sie sich.
Noch immer traue ich dem Frieden und dem Frühling nicht. Wer sagt mir, dass die Triebe überleben? Was wenn sie erfrieren? Verwelken? Verdorren? Ertrinken? Oder sonst einen schrecklichen Tod sterben?
Der Frühling reicht mir eine Garantieerklärung. „Dann bekommst du neue“, sagt er und erst jetzt sehe ich, dass der Frühling das Gesicht meiner Freundin hat, deren Frühling längst vorbei ist. Dann teilt er mit mir Sekt und Gedanken, und ich mit ihm Wein und Krautfleckerl.
Der Frühling und der Alkohol machen mich gesprächig und philosophisch. Über das Leben philosophieren wir, und wie wir Emma erklären können, was denn diese besonders im Frühling besungene Liebe wirklich ist. Riecht sie nach Maiglöckchen, nach Sonnentagen und Seifenblasen oder schmeckt sie nach aufgewärmtem Erdäpfelgulasch am Mittwoch. Der Frühling – obwohl er nicht mehr ganz jung ist und jede Menge Erfahrungen in Herz und Bauch hat – weiß es auch nicht. Das tröstet mich.
„Warum wird eigentlich der Sekt nicht mehr, wenn man ihn teilt?“, frage ich ihn, als ich die letzten Tropfen aus der Flasche presse.
„Weil der Hofer sonst nichts an uns verdienen würde.“
Muss der Frühling immer so unromantisch und pragmatisch sein?
„Willst du mich wieder nur täuschen?“, frage ich, denn vor ein paar Wochen war er schon mal hier, und ich dachte damals, in seinem Rucksack wären Frühlingsgefühle und Schmetterlinge. Als er aber die Bänder gelöst hat, kam der Winter herausgekrochen, mit matschigen Schneeflocken und einem Strauß aus Eisblumen.
„Diesmal meine ich es ernst“, strahlt der Frühling mich an und schwört. Ich aber bin misstrauisch. Wer weiß, ob er nicht hinter seinem Rücken die Finger gekreuzt hat.
„Dann zeig mir deine Geschenke.“
Der Frühling reicht mir Pflanzen, Apfelminze und Lungenkraut, Pfingstrosen und Lilien, Primeln und Orangensalbei.
Er hat sie geteilt, erzählt er, für mich. Weil es mit den Pflanzen so ist wie mit der Freundschaft. Indem man sie teilt, vermehren sie sich.
Noch immer traue ich dem Frieden und dem Frühling nicht. Wer sagt mir, dass die Triebe überleben? Was wenn sie erfrieren? Verwelken? Verdorren? Ertrinken? Oder sonst einen schrecklichen Tod sterben?
Der Frühling reicht mir eine Garantieerklärung. „Dann bekommst du neue“, sagt er und erst jetzt sehe ich, dass der Frühling das Gesicht meiner Freundin hat, deren Frühling längst vorbei ist. Dann teilt er mit mir Sekt und Gedanken, und ich mit ihm Wein und Krautfleckerl.
Der Frühling und der Alkohol machen mich gesprächig und philosophisch. Über das Leben philosophieren wir, und wie wir Emma erklären können, was denn diese besonders im Frühling besungene Liebe wirklich ist. Riecht sie nach Maiglöckchen, nach Sonnentagen und Seifenblasen oder schmeckt sie nach aufgewärmtem Erdäpfelgulasch am Mittwoch. Der Frühling – obwohl er nicht mehr ganz jung ist und jede Menge Erfahrungen in Herz und Bauch hat – weiß es auch nicht. Das tröstet mich.
„Warum wird eigentlich der Sekt nicht mehr, wenn man ihn teilt?“, frage ich ihn, als ich die letzten Tropfen aus der Flasche presse.
„Weil der Hofer sonst nichts an uns verdienen würde.“
Muss der Frühling immer so unromantisch und pragmatisch sein?
testsiegerin - 13. Apr, 11:31