Hoch hinaus
Eines vorweg. Ich kann ziemlich gut klettern. Ich hab nämlich erst vor kurzem (also in etwa vor 20 Jahren) einen Kletterkurs besucht. Nach einer Trennung hab ich damals auch den Bodenkontakt verloren und begab mich paragleiternderweise in die Lüfte. Von den schönsten Berggipfeln Österreichs bin ich geflogen. Zum Glück habe ich keine Höhenangst, was auch kein Wunder ist, weil ich schließlich im zehnten Stock eines Hochhauses großgeworden bin. Beim Paragleiten landete ich einmal auf dem falschen Fußballplatz. Ich war überrascht, dass da so viele Leute waren, die Zuschauer dachten, ich wäre eine bezahlte Pauseneinlage. Aber das ist eine andere Geschichte.
„Mutti, du bist irgendwie so... so muttig“, sagte mein großes Kind gestern. Und weil ich vermutete, er hat nicht ein m mit einem n verwechselt, sondern irrtümlich ein zweites t dazugeschummelt, hab ich heute meinen Mut bewiesen.
Hab ich schon erwähnt, dass ich total gut klettern kann?
Deshalb waren wir – also Frau Dr. Blubb, Frau Rosi und ich – heute da, im Herzen des Weinviertels, also ums Eck.
Da waren viele Väter mit Kindern und die Mütter sagten: Oh nein, das ist nichts für mich. Ich les lieber ein Buch oder vertrete mir ein wenig die Füße.
Nicht so die Testsiegerin. Die kann nämlich wahnsinnig gut klettern.
Es hätte mir zu denken geben sollen, dass ich schon beim Einsteigerparcours in lächerlichen zwei Metern Höhe Herzklopfen gekriegt hab und das Seil, auf dem ich balanciert bin, heftigst gewackelt hat. Aber als ich dann in vier Meter Höhe über schwankende Heurigenbänke und Weinfässer geschritten bin, das hat mich so übermuttig gemacht, dass ich auch in fünf Metern Höhe mit dem Rad auf einer sehr hängenden Hängebrücke von Baum zu Baum gefahren bin.
Und weil ich irre super gut klettern kann, war auch der Fortgeschrittenenparcours ein Klacks für mich. Was sind schon sieben Meter? Was sind schon wacklige Holzstreben und Stricke? Lächerlich.
Ich fürchte, so hab ich dann auch auf die Zuseher gewirkt, als ich das erste Mal ins Seil gefallen bin. Aber Frau Dr. Blubb und Frau Rosi, die längst auf der sicheren Seite des Steiges waren haben mich angefeuert: „Mama, du schaffst das!“ Ich hab in diesem Moment völlig vergessen, dass ich nur die Mama von einer der Beiden bin.
Irgendwie hab ich es geschafft, mich wieder hoch zu ziehen und von Sprosse zu Sprosse zu hanteln.
Ich war die einzigste Muttige, die Szenenapplaus bekommen hat. Gut, ich hab ihn eingefordert, aber der stand mir wirklich gut, ich schwöre.
Blut und Schweiß hab ich geschwitzt, bei den nächsten Herausforderungen, die Dinge waren einfach nicht wirklich gut befestigt, sondern alles sehr lose und zum Teil weit auseinander.
Ja, und jetzt gestehe ich es reumuttig: An diesen hängenden Baumstämmen hing ich und hatte keine Kraft mehr in den Händen. Tippen hält offensichtlich nicht wirklich fit und stärkt die Unterarme nur marginal. Alle „Mama-du-schaffst-es“-Rufe halfen nichts. Mit Tränen in den Augen, mit zitternden Fingern und Knieen versagte ich. Wie ein Häufchen Elend hing ich im Gurt und konnte weder vor noch zurück.
Ich hatte Glück. Ich wurde gerettet und abgeseilt. Und ich hatte noch mal Glück. Keine Sau hat mich ausgelacht, und schon gar nicht die Mädels. Die sagten nur: „Wir hatten solche Angst um dich.“
Obwohl ich wirklich sensationell gut klettern kann, habe ich auf den Meisterparcours in zehn Meter Höhe (bewältigbar nur aus einer Mischung aus Fitness und Mut) verzichtet.
Die Mädchen haben nicht auf den Start verzichtet. Trotz meiner mütterlichen Warnung: „Überlegt euch das bitte vorher, ob ihr das schaffen könnt? Nicht, dass euch dann jemand runterholen muss.“ haben sie gewagt.
Und gewonnen. Wenigstens sie.
„Mutti, du bist irgendwie so... so muttig“, sagte mein großes Kind gestern. Und weil ich vermutete, er hat nicht ein m mit einem n verwechselt, sondern irrtümlich ein zweites t dazugeschummelt, hab ich heute meinen Mut bewiesen.
Hab ich schon erwähnt, dass ich total gut klettern kann?
Deshalb waren wir – also Frau Dr. Blubb, Frau Rosi und ich – heute da, im Herzen des Weinviertels, also ums Eck.
Da waren viele Väter mit Kindern und die Mütter sagten: Oh nein, das ist nichts für mich. Ich les lieber ein Buch oder vertrete mir ein wenig die Füße.
Nicht so die Testsiegerin. Die kann nämlich wahnsinnig gut klettern.
Es hätte mir zu denken geben sollen, dass ich schon beim Einsteigerparcours in lächerlichen zwei Metern Höhe Herzklopfen gekriegt hab und das Seil, auf dem ich balanciert bin, heftigst gewackelt hat. Aber als ich dann in vier Meter Höhe über schwankende Heurigenbänke und Weinfässer geschritten bin, das hat mich so übermuttig gemacht, dass ich auch in fünf Metern Höhe mit dem Rad auf einer sehr hängenden Hängebrücke von Baum zu Baum gefahren bin.
Und weil ich irre super gut klettern kann, war auch der Fortgeschrittenenparcours ein Klacks für mich. Was sind schon sieben Meter? Was sind schon wacklige Holzstreben und Stricke? Lächerlich.
Ich fürchte, so hab ich dann auch auf die Zuseher gewirkt, als ich das erste Mal ins Seil gefallen bin. Aber Frau Dr. Blubb und Frau Rosi, die längst auf der sicheren Seite des Steiges waren haben mich angefeuert: „Mama, du schaffst das!“ Ich hab in diesem Moment völlig vergessen, dass ich nur die Mama von einer der Beiden bin.
Irgendwie hab ich es geschafft, mich wieder hoch zu ziehen und von Sprosse zu Sprosse zu hanteln.
Ich war die einzigste Muttige, die Szenenapplaus bekommen hat. Gut, ich hab ihn eingefordert, aber der stand mir wirklich gut, ich schwöre.
Blut und Schweiß hab ich geschwitzt, bei den nächsten Herausforderungen, die Dinge waren einfach nicht wirklich gut befestigt, sondern alles sehr lose und zum Teil weit auseinander.
Ja, und jetzt gestehe ich es reumuttig: An diesen hängenden Baumstämmen hing ich und hatte keine Kraft mehr in den Händen. Tippen hält offensichtlich nicht wirklich fit und stärkt die Unterarme nur marginal. Alle „Mama-du-schaffst-es“-Rufe halfen nichts. Mit Tränen in den Augen, mit zitternden Fingern und Knieen versagte ich. Wie ein Häufchen Elend hing ich im Gurt und konnte weder vor noch zurück.
Ich hatte Glück. Ich wurde gerettet und abgeseilt. Und ich hatte noch mal Glück. Keine Sau hat mich ausgelacht, und schon gar nicht die Mädels. Die sagten nur: „Wir hatten solche Angst um dich.“
Obwohl ich wirklich sensationell gut klettern kann, habe ich auf den Meisterparcours in zehn Meter Höhe (bewältigbar nur aus einer Mischung aus Fitness und Mut) verzichtet.
Die Mädchen haben nicht auf den Start verzichtet. Trotz meiner mütterlichen Warnung: „Überlegt euch das bitte vorher, ob ihr das schaffen könnt? Nicht, dass euch dann jemand runterholen muss.“ haben sie gewagt.
Und gewonnen. Wenigstens sie.
testsiegerin - 11. Aug, 22:24