...
„Da ist sie.“
Erika sitzt im Zimmer auf dem Boden und wippt auf und ab. Im Zimmer stehen ein Bett und ein Schrank. In der Ecke ein alter Blechtopf, gefüllt mit Urin und Kot. Er ist mit Holzteilen so befestigt, dass er nicht umgeschüttet werden kann. „Ein Patent“. Immerhin kein Keller.
Es stinkt, Kot ist nicht nur im Topf. An der Innenseite der Türe ein Knopf, der von Erika nicht geöffnet werden kann. „Es ist nur zu ihrem Schutz“, sagt die Mutter. Mit der Familie am Mittagstisch isst Erika nie. Sie würde alles hinunterschmeißen. Sie wird in ihrem Zimmer gefüttert. Zähne hat sie nur noch wenige.
Erika ist 38 Jahre alt. In die Schule ist sie nie gegangen. „Nicht bildungsfähig“, lautete der Stempel. Kleidung hat sie kaum. „Sie braucht ja nix.“ Das Geld wird gespart, damit für sie gesorgt wird, wenn die Eltern einmal nicht mehr sind. Im Winter ist sie nie draußen, sie bekommt aber Vitamine.
„Es geht ihr gut“, sagt die Mutter. „Bisher hat sich auch niemand um uns gekümmert.“
Anno 2013, mitten in Österreich.
Ich steige ins Auto, wasche meine Hände in Desinfektionsmittel und weine. Ich schäme mich, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Die so geübt im Wegschauen ist.
Erika sitzt im Zimmer auf dem Boden und wippt auf und ab. Im Zimmer stehen ein Bett und ein Schrank. In der Ecke ein alter Blechtopf, gefüllt mit Urin und Kot. Er ist mit Holzteilen so befestigt, dass er nicht umgeschüttet werden kann. „Ein Patent“. Immerhin kein Keller.
Es stinkt, Kot ist nicht nur im Topf. An der Innenseite der Türe ein Knopf, der von Erika nicht geöffnet werden kann. „Es ist nur zu ihrem Schutz“, sagt die Mutter. Mit der Familie am Mittagstisch isst Erika nie. Sie würde alles hinunterschmeißen. Sie wird in ihrem Zimmer gefüttert. Zähne hat sie nur noch wenige.
Erika ist 38 Jahre alt. In die Schule ist sie nie gegangen. „Nicht bildungsfähig“, lautete der Stempel. Kleidung hat sie kaum. „Sie braucht ja nix.“ Das Geld wird gespart, damit für sie gesorgt wird, wenn die Eltern einmal nicht mehr sind. Im Winter ist sie nie draußen, sie bekommt aber Vitamine.
„Es geht ihr gut“, sagt die Mutter. „Bisher hat sich auch niemand um uns gekümmert.“
Anno 2013, mitten in Österreich.
Ich steige ins Auto, wasche meine Hände in Desinfektionsmittel und weine. Ich schäme mich, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Die so geübt im Wegschauen ist.
testsiegerin - 26. Sep, 12:09