Mein Problem
Kennt ihr das?
Man ist gut gelaunt, durchtrainiert, frisch geduscht, erhitzt und trinkt die erste Melange des Tages. Man sagt flapsig etwas dahin, völlig ohne Hintergedanken, oder wenn mit Hintergedanken, dann mit freundlichnettennichtsböseswollenden Hintergedanken. Und plötzlich – patsch – kriegt man eine Watschn. Nur verbal natürlich, man ist schließlich kultiviert und gesittet.
Man weiß überhaupt nicht, wieso die andere Person zugeschlagen hat. Der Kaffee vermischt sich mit Schuldgefühlen, Ohnmacht und Ratlosigkeit. Vielleicht hat man die Watschn ja verdient, denkt man. Hat man ja in der Kindheit oft genug gehört, wenn man unschuldig eine bekommen hat. „Die hast du schon verdient“ oder rückblickend „wird dir nicht geschadet haben.“ Vielleicht hat man sein Gegenüber unabsichtlich verletzt oder provziert.
Plötzlich fühlt man sich wieder in die Kindheit zurückversetzt. Schafft es nicht, erwachsen zu reagieren und zu sagen: „Dein Tonfall hat mich jetzt verletzt“ oder „wieso redest du so mit mir?“ oder „bitte nicht in diesem Ton.“
Man sitzt nur da, wie ein begossenes Pudeljunges. Nach außen hin bewahrt man die Contenance, natürlich, man lächelt souverän, nippt am Kaffee und lässt sich nicht anmerken, dass man innerlich verstört, gekränkt und gelähmt ist.
Der Kaffee schmeckt nicht mehr, die Energie des fitten Morgens verflüchtigt sich und die Kälte von draußen kriecht Hand in Hand mit den Regenwolken nach drinnen.
Kurz denkt man: Ich allein entscheide, wer mich verletzen darf, und ich entscheide, ob ich mich verletzt fühle und wenn ja, wie ich mit dieser Verletzung umgehe. Ja, man ist geschult mit positiver Psychologie und der Kraft der positiven Gedanken, aber die finden nicht den Weg in den Bauch.
Ach, wäre ich nur wie der Zen-Meister dieser kleinen Geschichte. Oder wenigstens seine Schülerin.
Sein Problem
Ein Zen-Meister ging einmal auf einer Straße entlang. Da kam ein Mann daher und schlug heftig auf ihn ein. Der Meister fiel zu Boden. Dann stand er wieder auf und ging in der gleichen Richtung weiter, er schaute nicht einmal zurück!
Ein Schüler begleitete den Meister. Er war ganz einfach schockiert. Er sagte: "Wer ist dieser Mann? Was soll das bedeuten? Wenn du auf diese Art lebst, dann kann jeder daherkommen und dich töten. Und du hast nicht einmal geschaut, wer dieser Mann war und warum er das getan hat!"
Der Meister sagte: "Das war sein Problem, nicht meins."
Man ist gut gelaunt, durchtrainiert, frisch geduscht, erhitzt und trinkt die erste Melange des Tages. Man sagt flapsig etwas dahin, völlig ohne Hintergedanken, oder wenn mit Hintergedanken, dann mit freundlichnettennichtsböseswollenden Hintergedanken. Und plötzlich – patsch – kriegt man eine Watschn. Nur verbal natürlich, man ist schließlich kultiviert und gesittet.
Man weiß überhaupt nicht, wieso die andere Person zugeschlagen hat. Der Kaffee vermischt sich mit Schuldgefühlen, Ohnmacht und Ratlosigkeit. Vielleicht hat man die Watschn ja verdient, denkt man. Hat man ja in der Kindheit oft genug gehört, wenn man unschuldig eine bekommen hat. „Die hast du schon verdient“ oder rückblickend „wird dir nicht geschadet haben.“ Vielleicht hat man sein Gegenüber unabsichtlich verletzt oder provziert.
Plötzlich fühlt man sich wieder in die Kindheit zurückversetzt. Schafft es nicht, erwachsen zu reagieren und zu sagen: „Dein Tonfall hat mich jetzt verletzt“ oder „wieso redest du so mit mir?“ oder „bitte nicht in diesem Ton.“
Man sitzt nur da, wie ein begossenes Pudeljunges. Nach außen hin bewahrt man die Contenance, natürlich, man lächelt souverän, nippt am Kaffee und lässt sich nicht anmerken, dass man innerlich verstört, gekränkt und gelähmt ist.
Der Kaffee schmeckt nicht mehr, die Energie des fitten Morgens verflüchtigt sich und die Kälte von draußen kriecht Hand in Hand mit den Regenwolken nach drinnen.
Kurz denkt man: Ich allein entscheide, wer mich verletzen darf, und ich entscheide, ob ich mich verletzt fühle und wenn ja, wie ich mit dieser Verletzung umgehe. Ja, man ist geschult mit positiver Psychologie und der Kraft der positiven Gedanken, aber die finden nicht den Weg in den Bauch.
Ach, wäre ich nur wie der Zen-Meister dieser kleinen Geschichte. Oder wenigstens seine Schülerin.
Sein Problem
Ein Zen-Meister ging einmal auf einer Straße entlang. Da kam ein Mann daher und schlug heftig auf ihn ein. Der Meister fiel zu Boden. Dann stand er wieder auf und ging in der gleichen Richtung weiter, er schaute nicht einmal zurück!
Ein Schüler begleitete den Meister. Er war ganz einfach schockiert. Er sagte: "Wer ist dieser Mann? Was soll das bedeuten? Wenn du auf diese Art lebst, dann kann jeder daherkommen und dich töten. Und du hast nicht einmal geschaut, wer dieser Mann war und warum er das getan hat!"
Der Meister sagte: "Das war sein Problem, nicht meins."
testsiegerin - 16. Mai, 16:09
und ICH kenn die Gefühle die du da beschreibst nur zuuu gut und g'scheite Seminare hin oda her, wenns dann soweit is sind's schaaale Theorie ....
oder, um es mit limp bizkit zu sagen: life's a lesson. you have learnt it, when you are through.
Aus "Take a look around"?
Man wundert sich ja schon manchmal, aus welch unerwarteter Ecke fast philosophische Lichtblitze zu Einem herüberleuchten, nicht?
Den hier -aus gleicher Feder- fand ich noch besser:
Cause you never know when it's all gonna end.
And you never know when you'll call on a friend.
So you better take a step to prepare yourself.
Cause the way you're livin' now
ain't good for your health.
Aber wie bereitet man sich auf solche Situationen vor?