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Sonntag, 25. Juli 2010

Fruchtversuch

Zarte Haut
auf reifem Körper
gespannt
lange noch
bevor sie träumt
zu Wein zu werden

Wie sehr
fragt ihr Herz
liebst du mich

Unendlich sehr
antwortet sein Blick
noch bevor sich
die Frage
aus ihrem Mund geschält hat

Dann peel me the grape

Und mit
feinen Fingernägeln kratzt
so sanft
die Haut er
ihr vom feuchten Fleisch

Do you feel the scrape?

Hungrige Lippen
fischen
nach Fingern
und Glückseligkeit
Lieb mich unendlicher

Und feed me the grape

Rote Lippen labend
gleitet grün die Frucht
und stillt
den Durst
der Zunge
nie genug
ist nicht genug

Freitag, 23. Juli 2010

Gemächer

Aus den Ritzen der dicken Mauern
kriecht gemächlich das Kühl
des vergangenen Winters

Aus dampfenden Körpern
strömt die Hitze
vergangen geglaubter Tage

Antikes Leinen, handgewebt
legt sich auf Leiber, lebensgegerbt
deckt Makel zu
und enthüllt
mächtiges, männliches Begehren

Gemach, Geliebter!
lächeln die Fältchen um Augen
und Lippen
Gemach!

Worauf noch warten?
Draußen droht schon der Donner
(und vom Gemahl Ungemach)

Montag, 19. Juli 2010

Dabei ist alles

Das diesjährige Theaterstück - geschrieben von mir ;-)
(einstudiert und aufgeführt von 11 Jugendlichen im Rahmen der Sommerworkshopwoche)

Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=8vQnzVbXOz8
Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=cyz9uqQXduA
Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=kNpPe72ASS8
Teil 4: http://www.youtube.com/watch?v=4vJOHSYbFv8
Teil 5: http://www.youtube.com/watch?v=oNeNb6Py1q4
Teil 6: http://www.youtube.com/watch?v=-hixx5uczog

Dienstag, 6. Juli 2010

Trotz WM

Ihr Leben war eine Reise. Und Reisen war ihr Leben. Voriges Jahr war sie da, wo ich so gerne hinwill. In West-Samoa. Vorige Woche war sie in der Karibik. Jetzt ist sie tot. Oder „auf ihrer letzten, großen Reise“, wie die Rednerin der Bestattung gesagt hat.
Wenn sie im Büro war, war alles ein bisschen heller als sonst. Meistens gut gelaunt, optimistisch und heiter. Und meistens mitten in Vorbereitungen für die nächste Reise.
Ob sie sich auf diese Reise auch vorbereitet hat? Kann man sich auf diese Reise überhaupt vorbereiten, außer, indem man lebt, in Hülle und Fülle, außer, indem man gut lebt, Gutes tut und andere Menschen mit seiner Fröhlichkeit ansteckt? Das hat sie immer getan.
Ich weine um M. Kann meine Gesichter nicht abwenden von ihren weinenden Töchtern. Bin in diesem Moment selbst wieder Tochter, die um ihre Mama weint. M. war gleich alt wie meine Mama, als diese gestorben ist.
Ich überlege, wie es wohl sein muss, von Beruf Bestattungsrednerin zu sein. Sie wirkt, als würde sie tatsächlich mitleiden. Jedes Wort wirkt ehrlich und authentisch, obwohl sie die meisten davon wahrscheinlich schon hundert Mal gesagt und damit Trauernde getröstet hat. Es ist eine schöne Rede. Eine, die M. gerecht wird. Es geht ums Reisen, um die Liebe, darum, dass diese auch über den Tod hinaus bleibt. Es ist nur eine Reise. Halt eine, von der man nicht wiederkommt.
Was empfindet die Bestattungsrednern, wenn sie den weinenden Angehörigen in die Augen schaut? Ist sie mehr Sprecherin, mehr Seelsorgerin oder mehr Schauspielerin? Oder ist sie einfach Mensch?
Ich beobachte sie, wie dann ganz allein aus dem Krematorium geht, durch die Arkaden. Bereitet sie sich jetzt auf die nächste Rede vor? Oder geht sie jetzt nach Hause zu ihren Kindern? Legt den schwarzen Hut und das schwarze Kleid ab, schlüpft in den Jogginganzug und backt Kuchen? Sagt sie bei Kaffee und Kuchen zu ihrer Familie: „Heute war es besonders berührend. Tod in der Karibik.“ Ob sie manchmal weint, wenn sie in die weinenden Gesichter blickt? Hat sie selbst festgelegt, wie sie bestattet werden will? Oder verdrängt sie den Tod auch? Kann man den Tod verdrängen, wenn man täglich so unmittelbar damit konfrontiert wird? Ob sie sich auch heimlich überlegt, was bei ihrer eigenen Trauerfeier über sie gesagt wird? Hat sie ihre eigene Trauerrede gar schon geschrieben?
Ich ertappe mich bei egoistischen Gedanken. Werden sie über mich auch sagen, dass ich eine liebende Mutter war? Eine, die immer für ihre Kinder da war? Eine, die gern gelacht hat? Was wird es sein, das den Menschen von mir in Erinnerung bleibt? Wer wird da sein und um mich weinen? Werden Sie für mich Konstantin Wecker und Patti Smith spielen? Wird Eleonore wütend und traurig „Get here, if you can?“ singen?

Ich möchte auch verbrannt werden. Ein letztes Mal noch so richtig brennen. Ich weine um M. Ich weine um meine eigene Sterblichkeit. Wieder einmal wird mir so richtig bewusst, dass es jeden Moment vorbei sein kann. Dass das Leben sich nicht planen lässt. Und man manchmal nur ein Hinflugticket braucht.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Die Köpfe hochkrempeln

Wer hier gerade geschliffene Texte, tiefgründige Gedanken zur politischen Situation oder kunstsinnige, prosaische Lyrik erwartet, hat sie wohl nicht mehr alle. Tut mir leid, Leute. Nicht so kurz vor Sommerbeginn (ja, ich glaube noch immer dran). Nicht vor Schulschluss. Nicht nach dem Diplom und vor der Zertifizierung.
Vor allem aber nicht während der WM.

Ich gestehe, ich war drauf und dran, heute Abend die Daumen für die Deutschen zu drücken. Na ja, einen wenigstens. Und den anderen für Ghana. Ich hab viele Freunde und Freundinnen in Deutschland, deshalb. Und sie haben im ersten Spiel wirklich klasse gespielt, und da sind ein paar sympathische und fesche Burschen dabei (Ich denke jetzt nicht an Podolski und Schweinsteiger)
An Roman Wallner und Sebastian Prödl kommen sie natürlich nicht heran. (Hab ich erwähnt, dass es ein Foto von mir und ihm gibt? Ist mir eh ein bissl peinlich, aber er wollte sich anlässlich der EM unbedingt mit mir fotografieren lassen.)

Auf jeden Fall hat mir Jogi Löw meine zarte Annäherung an die deutsche Fußballnationalmannschaft gestern bei der Pressekonferenz brutal zerschnitten und meine Hoffnung auf eine beginnende Freundschaft kaputtgetrampelt.
„Bei allem Respekt, es ist ein Unterschied, ob man gegen Österreich oder gegen Ghana spielt“, hat er abfällig gesagt, als er gefragt wurde, ob die Situation der EM gleiche, vor dem Drittrundenspiel gegen Österreich.
Bei allem Respekt, Jogi, aber das hat mich total gekränkt. Da schaut mein neu erworbenes Luxusgesicht ein bissl grantig. Das ist respektlos, zumindest den ÖsterreicherInnen gegenüber. Weil unsere Mannschaft nämlich bei der EM richtig gut gespielt hat, nicht so wie jetzt. Und überhaupt.

Und dann ist da noch dieses Boateng-Duell heute abend. Jerome und Kevin. Jerome, der brave, der für die Weißen spielt. Kevin, der Bad Boy, der für die Schwarzen spielt.
Jerome, das Liebkind des Papas, immer schon ein ganz netter und wohlerzogener. Kevin-Prince, das schwarze Schaf, wenn man das so sagen kann. Straffällig geworden, nicht gut genug für die deutsche Nationalmannschaft und dann hat er auch noch den Nationalheiligen Ballack niedergemäht.

Lieber Papa Boateng. Was haben Sie sich erwartet? Ich vermute mal, Jerome war ihnen schon mehr ans Herz gewachsen, als er noch im Mutterleib war. Wer sonst nennt sein Kind Kevin? Kevin-Prince noch dazu. Es war klar, dass da etwas krass schiefgehen muss, oder? Noch nie von Kevinismus gehört? (Als Kevinismus - auch: Chantalismus - bezeichnet man die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs menschliche Namen zu geben. (http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kevinismus) Diese Krankheit tritt in Randschichten übrigens vermehrt auf.

Seine Abstieg war vorgezeichnet.
Lieber Papa Boateng, ich drücke heute trotzdem Ihrem schwarzen Schaf die Daumen. Oder deshalb. Beide Daumen. Weil ich für die Randgruppen bin. Und wegen Jogis mangelndem Respekt uns ÖsterreicherInnen gegenüber.

Möge Ghana gewinnen.

Oder – wie Prinz Poldi (man beachte die Ähnlichkeit zu Kevin-Prince) so schön sagt:

„Fußball ist wie Schach ohne Würfel“

Dienstag, 22. Juni 2010

Luxus

Man gönnt sich ja sonst... auch alles. Aber heute gönnte frau sich etwas Besonderes. Also um ehrlich zu sein, heute wurde frau etwas Besonderes gegönnt.

Manchmal gewinnt die Testsiegerin ja nicht nur Tests, sondern auch eine Luxus-Gesichtsbehandlung. Oder eine Luxusgesichts-Behandlung, wie jemand charmant gemeint hat.
Normalerweise lasse ich ja nur Wasser und Gesichtscreme von Hofer (Intensivpflege von Ombia zu € 3,49) an mein Gesicht. Hin und wieder Seife oder Karotten, wenn ich keine Gurken im Haus hab.
Heute hab ich mein Luxusgesicht in Luxushände (http://www.body-and-face.at/) gegeben. Auf dass es noch schöner, samtiger und weicher werde. Es wurde gedampft, gepeelt, gepellt, gedrückt, gezupft. Vor allem aber wurde gestreichelt, gecremt und massiert. Auch der Nacken und die Schultern, weil das Gesicht ja auf denen ruht.
Gelernt hab ich auch etwas: Nämlich, dass auch die Zehen und Füße irgendwie zum Gesicht gehören. Dabei weiß das jedes Kind. (siehe Abbildung)
SKRIB_jolene
Während mein Luxusgesicht nämlich maskiert wurde, wurde der unterste Teil meines Gesichts, also meine Luxusfüße massiert. Ich bestand nur noch aus Luxusgesicht und Luxusfüßen. Die Augen waren bedeckt (siehe Abbildung).

Und irgendwann bin ich eingeschlafen. Bis ein Engel mich nach meiner Lieblingsfarbe gefragt hat. „Orange“ hab ich geflüstert (nein, ich habe dabei nicht an Hagelschäden gedacht) und durch meine Augenabdeckungen drangen warme Strahlen. Orangfarbene, warme Strahlen. Ich war im Himmel. Im siebenten Luxushimmel. Das schönste daran war, dass ich nicht nur das Gefühl hatte, es tut mir gut, sondern auch, dass die Hände das, was sie getan haben, total gern getan haben. Es ist wunderschön, wenn man als Kundin oder Beschenkte spürt, dass jemand seine Arbeit liebt.

Ich glaub, ich hab grad eine Glückssträhne.

Danke an das Glücksengerl, das mich ausgelost hat.

Sonntag, 20. Juni 2010

Übrigens...

shirtabseits
... und hab deshalb grad keine zeit zum schreiben.

außerdem bin ich seit gestern diplomierte trainerin. nein, nicht für fußball. für wirtschafts- und sozialkompetenz. dabei hab ich von wirtschaft keine ahnung und sozial bin ich schon seit jahrzehnten kompetent. von fußball versteh ich auch was (und das nicht nur, weil ich gelesen hab, dass männer frauen, die was von fußball verstehen, attraktiv finden). drum muss ich jetzt wieder schauen. die seleção, sie verstehen?

bis bald.

Sonntag, 6. Juni 2010

Abspecken

„Na Frau Müller, wie geht’s?“
Der Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit lächelte überheblich. Er genoss die neue Macht, die er hatte. Seit kurzem durfte er Leistungen an Arbeitslose vermehrt nach eigenem Ermessen verteilen und war nicht mehr durch gesetzliche Vorgaben gebunden.

Ingrid Müller schwieg und kramte nach einer Zigarette.
„Tun’s die Zigarette weg, Frau Müller“, meint er, „in öffentlichen Gebäuden ist rauchen verboten. Und so lange sie sich noch Zigaretten leisten können, scheinen Sie ja nicht am verhungern zu sein.“

„Bitte“, presste Ingrid Müller heraus, „wegen der Kinder.“
Sie fühlte sich gedemütigt. Die Frau Bundeskanzlerin wollte das so, weil man bei den Sozialmissbrauchern angeblich am meisten einsparen konnte. Frau Merkel wollte es sich schließlich nicht mit den Mächtigen anlegen, mit denen trank sie lieber Champagner. Hatz 4 – Bezieher waren da wesentlich pflegeleichter. Außerdem waren die schließlich schuld an der Banken-Krise. Hatten Konten mit nichts drauf und keine Aktien, an denen die sich bereichern konnten.

„Tut mir leid“, sagte der Sachbearbeiter, „wir müssen jetzt sparen. Sie wissen schon, wegen der Krise. Und seien wir uns ehrlich, die Kinder brauchen wirklich nicht jeden Sonntag ein Eis. Und Ihnen“, sein Blick wanderte von ihren Brüsten zu ihren Hüften, „Ihnen täte ein wenig abspecken auch nicht schaden.“

Ingrid Müller strich ihren Rock glatt und stand auf. „Nun dann...“
„Ich hätte da schon noch eine Idee“, rieb der Sachbearbeiter sein kantiges Kinn. „Es liegt ja nun in meinem Ermessen, seit sie die Gesetze für Sozialschmarotzer abgeschafft haben. Ich könnte Ihnen gern ein bisschen entgegenkommen, wenn Sie mir auch ein bisschen entgegenkommen. Der Sommer soll sehr feucht werden, und Sie brauchen ja noch Gummistiefel für die Kinder, oder?“
Ingrid Müller nickte. „Wie meinen Sie das?“, fragte sie arglos.
Der Sachbearbeiter stand auf und öffnete langsam den Reißverschluss seiner Hose. „Es liegt in meiner Hand, murmelte er, „ob Ihre Kleine weiterhin Blockflöte lernen kann. In meiner Hand...“, er grinste süffisant, „... und in Ihrem Mund.“


Sie würde nicht in die Knie gehen, dachte Ingrid Müller und presste die Lippen aufeinander. Sie nicht.
„Na? Ich hab gehört, die Stromrechnung ist auch noch offen?“

Ingrid Müller ging in die Knie.

Und dann biss sie zu.


http://derstandard.at/1271378244941/Der-Sozialstaat-muss-abspecken

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

ich verfolge ihre beiträge...
ich verfolge ihre beiträge schon seit einiger...
Luiling - 28. Jul, 22:28
Ungemach vom Gemahl,...
Ungemach vom Gemahl, statt dass er zuwartet. Warten...
Jossele - 26. Jul, 09:12
Now I know, warum I prefer...
Now I know, warum I prefer normally Bier statt Cocktails.
bonanzaMARGOT - 25. Jul, 18:57
schon die römer...
schon die römer wussten, dass gönner oftmals...
bonanzaMARGOT - 25. Jul, 15:36
so solls sein ! fruchtzucker...
so solls sein ! fruchtzucker is was feines...
datja (Gast) - 25. Jul, 12:20
das wäre auch ein...
das wäre auch ein schöner titel gewesen.
testsiegerin - 25. Jul, 12:03
obstsessiv.
obstsessiv.
nömix - 25. Jul, 11:48
in erster linie war es...
in erster linie war es natürlich wichtig, dass...
testsiegerin - 25. Jul, 10:48

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