Herbstzerreißend
Alles wird leichter, wenn erst der Herbst kommt, hat sie im Sommer gedacht. Man muss die Früchte nicht mehr festhalten, nicht die Blätter und nicht das Glück. Alles wird leichter, weil es nicht die Vergänglichkeit ist, die Angst macht, sondern die Angst davor.
Der Herbst kommt und es wird nicht leichter. Die Angst nicht weniger. Die Zuversicht nicht größer. Dem Abschied wohnt kein Zauber inne. Nur ein billiger Taschenspielertrick.
Im Frühling war die Zukunft rosig und der Himmel blau, nicht ihre Seele.
Warum hören traurige Menschen keine glücklichen Lieder?, fragt das trotzige Kind in ihr und und stimmt ein fröhliches Frühlingslied an.
Weil sie so unendliche Lust am Leid haben, schiebt sie eine melancholische Scheibe in ihr Herz und lässt Selbstmitleid in die Wanne laufen. Sie wirft Kleider und Träume ab und steigt hinein. Alles wird gut, wenn erst der Winter da ist, denkt sie. Denn dann ist der Herbst vorbei und die Angst vor ihm.
Wie geht es dir?, kritzelt sie auf das Ahornblatt.
Zerrissen, schreibt sie auf das Blatt der Trauerweide, reißt es in tausend Stücke und lässt es ins warme Wasser fallen.
Der Herbst kommt und es wird nicht leichter. Die Angst nicht weniger. Die Zuversicht nicht größer. Dem Abschied wohnt kein Zauber inne. Nur ein billiger Taschenspielertrick.
Im Frühling war die Zukunft rosig und der Himmel blau, nicht ihre Seele.
Warum hören traurige Menschen keine glücklichen Lieder?, fragt das trotzige Kind in ihr und und stimmt ein fröhliches Frühlingslied an.
Weil sie so unendliche Lust am Leid haben, schiebt sie eine melancholische Scheibe in ihr Herz und lässt Selbstmitleid in die Wanne laufen. Sie wirft Kleider und Träume ab und steigt hinein. Alles wird gut, wenn erst der Winter da ist, denkt sie. Denn dann ist der Herbst vorbei und die Angst vor ihm.
Wie geht es dir?, kritzelt sie auf das Ahornblatt.
Zerrissen, schreibt sie auf das Blatt der Trauerweide, reißt es in tausend Stücke und lässt es ins warme Wasser fallen.
testsiegerin - 30. Okt, 21:42