Leben und Vögel
Ein Urlaubstag mit der Freundin. Weil mein Auto grad kaputt ist (wie die Öldruckkontrollleuchte und der Mechaniker sagen), holt die Freundin mich ab.
(Auszug aus dem Mail
B: car very ill. maybe almost dead. maybe. husband will try to save car.
today garden. much work. coffee, no tea.
holiday bis 22.
what about ausflug?
Freundin: das with car very scheissdreck... bittascheen. tschech republika gucke... ab wann am kann green taxi vorfahren bei missis?)
Wundervollles Pickinick im Kräutergarten. Samenraub. Wanderung durch den Schlosspark. Japanischer Schnürlbaum (http://commondatastorage.googleapis.com/static.panoramio.com/photos/original/12386418.jpg), Riesenplatanen, exotische Früchte, die zu hoch wachsen.
Und irgendwann dann der Falkner. Jung, attraktiv, eine warme, rauchige Stimme, langes Haar, in dem frau am liebsten wühlen würde. Redet auf tschechisch über Vögeln. Nix anderes im Kopf, während er redet. Die Leute lachen. Er scheint also nicht nur verdammt gut auszusehen, sondern auch trockenen Humor zu haben. Wir verstehen kein Wort, aber manchmal ist das überhaupt nicht notwendig. Man muss ja nicht immer nur reden. Eigentlich ist es blunzenwurscht, was er sagt. Wie gut, lächeln wir einander an und lecken die Lippen, dass wir über solche Reize längst hinaus sind. Ein Adler landet auf ihm und frisst ihm aus der Hand. Vollstes Verständis. Er steht ihm gut, sage ich. Oh ja, nickt die Freundin, er steht ihm bestimmt gut. Er leidet bestimmt nicht an Koro (der Vorstellung, dass der eigene Penis schrumpfe oder sich in den eigenen Körper zurückziehe und man davon sterbe - http://de.wikipedia.org/wiki/Koro). Der Falkner wäscht seine Hände – nein, nicht in Unschuld, sondern im dem Wasser, aus dem der Adler getrunken hat. Puhh. Mir wird ganz warm. Wie gut, dass wir aus dem Alter raus sind.
Die Falken fliegen und jagen und landen. Der Falkner lächelt uns an. Verrechnet uns nur den halben Preis. Puhhh, wie gut, dass wir aus dem Alter raus sind. Vielleicht ein Foto ... also nur für die Tochter, der tät der bestimmt gut gefallen. Wir sind ja - wie gesagt - aus dem Alter längst raus.
Im Schlosspark hängen wir Phantasien nach und schreiben sie mit ph, nicht mit f. Wir sind reich. Das Schloss gehört uns (ein paar Freundinnen gemeinsam), der Schlosspark auch. An den Wochenenden machen wir einen Ausflug mit dem Boot.
Weil wir gute Linke sind, lassen wir auch Touristen rein, schließlich ist der Schlosspark für alle da. Am Freitag baden wir im Teich und waschen uns vorher im schlossparkeigenen Hamam. Der Falkner ist auch da, er wäscht uns, bevor er mit seinen Falken spielt. Wir sind gierig, aber nicht besitzergreifend, wir teilen den Falkner gerne. Und wenn die Touristen deppert sind und auch ihren Anteil fordern, dann lassen wir den Schlosspark sperren. So gute Linke sind wir nun auch wieder nicht.
Dann im Elfenhaus Pizza und Rotwein. Und Gespräche über die Gier, über Falkner, über das Leben. Viel Nähe ist da und viel Vertrauen. Und das Wissen, es wird alles so sein, wie es ist. Im Pflegeheim noch werden wir dreckige Phantaisen (mit ph, nicht mit f) über indische Pfleger oder tschechische Falkner haben. Und wenn wir die nicht mehr haben, sind wir tot. Auch wurscht. Blunzenwurscht.
Prost. Aufs Leben. Und auf die Freundin. Danke für den wunderbaren Tag. Vor allem die Sache mit dem Falkner war wunderbar organisiert.
(Auszug aus dem Mail
B: car very ill. maybe almost dead. maybe. husband will try to save car.
today garden. much work. coffee, no tea.
holiday bis 22.
what about ausflug?
Freundin: das with car very scheissdreck... bittascheen. tschech republika gucke... ab wann am kann green taxi vorfahren bei missis?)
Wundervollles Pickinick im Kräutergarten. Samenraub. Wanderung durch den Schlosspark. Japanischer Schnürlbaum (http://commondatastorage.googleapis.com/static.panoramio.com/photos/original/12386418.jpg), Riesenplatanen, exotische Früchte, die zu hoch wachsen.
Und irgendwann dann der Falkner. Jung, attraktiv, eine warme, rauchige Stimme, langes Haar, in dem frau am liebsten wühlen würde. Redet auf tschechisch über Vögeln. Nix anderes im Kopf, während er redet. Die Leute lachen. Er scheint also nicht nur verdammt gut auszusehen, sondern auch trockenen Humor zu haben. Wir verstehen kein Wort, aber manchmal ist das überhaupt nicht notwendig. Man muss ja nicht immer nur reden. Eigentlich ist es blunzenwurscht, was er sagt. Wie gut, lächeln wir einander an und lecken die Lippen, dass wir über solche Reize längst hinaus sind. Ein Adler landet auf ihm und frisst ihm aus der Hand. Vollstes Verständis. Er steht ihm gut, sage ich. Oh ja, nickt die Freundin, er steht ihm bestimmt gut. Er leidet bestimmt nicht an Koro (der Vorstellung, dass der eigene Penis schrumpfe oder sich in den eigenen Körper zurückziehe und man davon sterbe - http://de.wikipedia.org/wiki/Koro). Der Falkner wäscht seine Hände – nein, nicht in Unschuld, sondern im dem Wasser, aus dem der Adler getrunken hat. Puhh. Mir wird ganz warm. Wie gut, dass wir aus dem Alter raus sind.
Die Falken fliegen und jagen und landen. Der Falkner lächelt uns an. Verrechnet uns nur den halben Preis. Puhhh, wie gut, dass wir aus dem Alter raus sind. Vielleicht ein Foto ... also nur für die Tochter, der tät der bestimmt gut gefallen. Wir sind ja - wie gesagt - aus dem Alter längst raus.
Im Schlosspark hängen wir Phantasien nach und schreiben sie mit ph, nicht mit f. Wir sind reich. Das Schloss gehört uns (ein paar Freundinnen gemeinsam), der Schlosspark auch. An den Wochenenden machen wir einen Ausflug mit dem Boot.
Weil wir gute Linke sind, lassen wir auch Touristen rein, schließlich ist der Schlosspark für alle da. Am Freitag baden wir im Teich und waschen uns vorher im schlossparkeigenen Hamam. Der Falkner ist auch da, er wäscht uns, bevor er mit seinen Falken spielt. Wir sind gierig, aber nicht besitzergreifend, wir teilen den Falkner gerne. Und wenn die Touristen deppert sind und auch ihren Anteil fordern, dann lassen wir den Schlosspark sperren. So gute Linke sind wir nun auch wieder nicht.
Dann im Elfenhaus Pizza und Rotwein. Und Gespräche über die Gier, über Falkner, über das Leben. Viel Nähe ist da und viel Vertrauen. Und das Wissen, es wird alles so sein, wie es ist. Im Pflegeheim noch werden wir dreckige Phantaisen (mit ph, nicht mit f) über indische Pfleger oder tschechische Falkner haben. Und wenn wir die nicht mehr haben, sind wir tot. Auch wurscht. Blunzenwurscht.
Prost. Aufs Leben. Und auf die Freundin. Danke für den wunderbaren Tag. Vor allem die Sache mit dem Falkner war wunderbar organisiert.
testsiegerin - 18. Aug, 23:15