Sonntag, 3. Oktober 2010

Ich kann

Irgendwas hat sich geändert in den letzten Jahren. Etwas, das mein Leben noch bunter und spannender macht.
Ich kann nämlich.
Also, vielleicht konnte ich ja früher auch schon, aber da hab ich mir öfter Prügel in den Weg gelegt und gesagt: Das kann ich nicht. "Betten machen kann ich leider überhaupt nicht", hab ich zu meiner Mama gesagt, "und bügeln auch nicht." Nach und nach bin ich draufgekommen, dass diese Haltung ganz schön bequem ist. Es soll ja Männer geben, die diese Übung jahrzehntelang praktizieren.
Ja, und so ein Kannichnicht schützt auch vor dem Scheitern.

Noch vor Jahren hab ich mir vor Angst fast ins Hoserl gemacht, wenn ich auf einer Betriebsversammlung das Gefühl hatte, etwas sagen zu wollen. Mein Herz hat wie wild geklopft, ich hab hundertmal im Kopf formuliert, daran gezweifelt, ob das, was ich zu sagen habe, überhaupt interessant oder wesentlich ist, und wenn ich dann diese Fragen endlich mit "ja" beantwortet hab, war das Thema längst ein anderes.

Jetzt stelle ich mich dem Scheitern. Trete (halbwegs selbstbewusst) vor vielen Leuten auf, halte mich nicht nur an meinen Texten fest, sondern wage mich an schauspielerische Herausforderungen auf der Bühne, erarbeite mutige Konzepte, leite Schulungen und Seminare und wage für mich ungewohnte Seminarmethoden und Übungen, die auch schief gehen könnten.

Vor Wochen fragte mich eine deutsche Kollegin (und mittlerweile Freundin), ob ich mir vorstellen könnte, bei einer Tagung die Redaktion einer Tagungszeitung zu leiten. "Ich kann", sagte ich. Ja, natürlich bekam ich später Bauchweh und Alpträume und überlegte, ob ich der Aufgabe überhaupt gewachsen bin. Aber dann hab ich mich nicht mehr getraut "Ich kann nicht" zu sagen.
Und so schlüpfte ich in den letzten Tagen von einer Rolle in die nächste. Manchmal in mehrere am Tag. Von der Expertin über ehrenamtliche Sachwalterschaft wurde ich zur leitenden Chefredakteurin, am Abend wechselte ich Rolle und Strümpfe und war Autorin, am nächsten Abend war ich einfach ich: Ein bisschen betrunken, ein bisschen peinlich, gut gelaunt und glücklich. Mit dem Flieger gelandet, weitergearbeitet, das richtige Kleid nicht gefunden, die falschen Texte ausgedruckt, ab zur nächsten Lesung. Zur nächsten Herausforderung. Welturaufführung in Mistelbach.

Das faszinierende an der Sache: Je mehr ich die Möglichkeit zu scheitern in Kauf nehme und manche Dinge einfach riskiere und anpacke, umso weniger scheitere ich. Und wenn... dann scheitere ich halt und lerne. Die Welt geht nicht unter von einer blöden Meldung, einem vergeigten Seminar, einer nicht gelungenen Zeitung und einem peinlichen Auftritt, in dem ich nicht in die Ärmel des Jäckchens finde ;-)

Aber das Leben wird so viel glücklicher und aufregender durch erfolgreiche Seminare, zufriedene RedakteurInnen und LeserInnen, berührte ZuhörerInnen und Aha-Erlebnisse auf der Bühne.

Keine Angst. Ich hebe nicht ab. Ich kenne meine Grenzen. Aber sie zu erweitern und gelegentlich zu überschreiten, macht unendlich Spaß.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

Wie geht es unserer Testsiegerin?
Wie geht es unserer Testsiegerin?
Lo - 5. Feb, 17:25
Vielen Dank! Du findest...
Vielen Dank! Du findest mehr von mir auf facebook ;-)
testsiegerin - 30. Jan, 10:40
Kurschatten ' echt keinen...
auch wenn diese deine Kur schon im Juni...xx? war,...
kontor111 - 29. Jan, 09:13
zum entspannen...Angel...meint
wenn ich das nächste Mal im Bett liege, mich verzweifelt...
kontor111 - 29. Jan, 08:44
"Pinguin"
"Pinguin"
bonanzaMARGOT - 11. Mär, 11:11
Sleepless im Weinviertel
Ich liege im Bett. Ich bin müde. Ich lese. Eine Romanbiografie...
testsiegerin - 13. Jan, 11:30
... ich könnte mal wieder...
... ich könnte mal wieder eine brasko-geschichte schreiben.
bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
OHHH! Hier scheint bei Twoday etwas nicht zu stimmen. Hoffentlich...
Lo - 7. Jan, 13:36

Web Counter-Modul


Briefverkehr mit einem Beamten
Erlebtes
Femmes frontales
Forschertagebuch
Gedanken
Gedichte
Geschichten
Glosse
In dreißig Tagen um die Welt
Kurzprosa
Lesungen
Menschen
Sex and the Country
Toll3ste Weiber
Vita
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

kostenloser Counter