Unter Wasser halte ich immer die Luft an
Schwerelos gleite ich durchs Leben, höre den Lärm nur gedämpft und sehe die Schönheiten unter Wasser klar. Riffblaue und muschelbunte schöne, fremde Welten. Wenn ich ganz tief hinabtauche, sehe ich aber auch den Müll am Meeresgrund. Meinen Müll. Es geht mir gut, sage ich, dabei spüre ich genau, wie sich da unten ein schrecklicher Sturm zusammenbraut.
Unter Wasser halte ich immer die Luft an. Nur manchmal vergesse ich darauf, schnappe leichtfertig und leichtfüßig nach ihr. Verschlucke mich daran. Fühle mich verschluckt vom Dunkel. Auf einmal wird – was eben noch still und sanft am Meeresgrund ruhte und so getan hat, als gehörte es nicht zu mir, als wäre das der Müll irgendeines Fremden, aufgewirbelt und wirbelt mich auf. Meine Empfindlichkeiten, mein Gekränktsein, die Ängste, nicht zu genügen, nicht genug geliebt zu werden; genug ist nie genug; nicht von genügend Menschen geliebt zu werden oder nicht von den richtigen, von denen, die ich auch liebe. Der ganze dreckige, stickige, stinkende Unterwassersumpf wirbelt um mich herum, trübt meine Wahrnehmungen, die meiner Selbst, die meiner Umgebung, nimmt mir die Klarheit, die eben noch so rein und unberührt war. Ich finde die Oberfläche nicht, drehe mich ausschließlich um mich selbst.
Unter Wasser halte ich immer die Luft an, aber es geht nicht mehr, die Batterien meiner Lunge sind leer, ich kann sie nicht länger anhalten. Keineswegs mehr leichtfüßig, leichtherzig... nur das Hirn wird leicht und entweicht. Wo ist oben, wo unten, wo links, wo rechts, wo bin ich? Wo will ich hin?
Nein, mich nicht suhlen in der trüben Suppe aus Selbstmitleid, Scham und Schuld. Ich will hier raus. Also strample ich dagegen an, verfluche meine Sensibilität, meine Angerührtheit, kein schützendes Neopren umgibt meine Seele, wenn es so etwas wie eine Seele überhaupt gibt; vielleicht ist sie nur ein Hohlraum, nicht mehr - ich strample und strudle, und je mehr ich strudle, umso mehr verstrudle ich mich, umso schlammiger und trüber wird der Augenblick, in jeder Hinsicht.
Also durchtauchen. Die Luft anhalten.
Unter Wasser halte ich meistens immer die Luft an. Manchmal ertrinke ich.
Unter Wasser halte ich immer die Luft an. Nur manchmal vergesse ich darauf, schnappe leichtfertig und leichtfüßig nach ihr. Verschlucke mich daran. Fühle mich verschluckt vom Dunkel. Auf einmal wird – was eben noch still und sanft am Meeresgrund ruhte und so getan hat, als gehörte es nicht zu mir, als wäre das der Müll irgendeines Fremden, aufgewirbelt und wirbelt mich auf. Meine Empfindlichkeiten, mein Gekränktsein, die Ängste, nicht zu genügen, nicht genug geliebt zu werden; genug ist nie genug; nicht von genügend Menschen geliebt zu werden oder nicht von den richtigen, von denen, die ich auch liebe. Der ganze dreckige, stickige, stinkende Unterwassersumpf wirbelt um mich herum, trübt meine Wahrnehmungen, die meiner Selbst, die meiner Umgebung, nimmt mir die Klarheit, die eben noch so rein und unberührt war. Ich finde die Oberfläche nicht, drehe mich ausschließlich um mich selbst.
Unter Wasser halte ich immer die Luft an, aber es geht nicht mehr, die Batterien meiner Lunge sind leer, ich kann sie nicht länger anhalten. Keineswegs mehr leichtfüßig, leichtherzig... nur das Hirn wird leicht und entweicht. Wo ist oben, wo unten, wo links, wo rechts, wo bin ich? Wo will ich hin?
Nein, mich nicht suhlen in der trüben Suppe aus Selbstmitleid, Scham und Schuld. Ich will hier raus. Also strample ich dagegen an, verfluche meine Sensibilität, meine Angerührtheit, kein schützendes Neopren umgibt meine Seele, wenn es so etwas wie eine Seele überhaupt gibt; vielleicht ist sie nur ein Hohlraum, nicht mehr - ich strample und strudle, und je mehr ich strudle, umso mehr verstrudle ich mich, umso schlammiger und trüber wird der Augenblick, in jeder Hinsicht.
Also durchtauchen. Die Luft anhalten.
Unter Wasser halte ich meistens immer die Luft an. Manchmal ertrinke ich.
testsiegerin - 24. Sep, 09:23
manchmal bleibt man auch unten,
schon, schon...
Und trotzdem finde ich den letzten Satz irgendwie genial.
Ertrinken ist, auch wenn man doch wieder auftaucht, also dann doch nicht ertrunken ist, gar nicht schlimm. Ich hab´s probiert.