...

„Da ist sie.“
Erika sitzt im Zimmer auf dem Boden und wippt auf und ab. Im Zimmer stehen ein Bett und ein Schrank. In der Ecke ein alter Blechtopf, gefüllt mit Urin und Kot. Er ist mit Holzteilen so befestigt, dass er nicht umgeschüttet werden kann. „Ein Patent“. Immerhin kein Keller.
Es stinkt, Kot ist nicht nur im Topf. An der Innenseite der Türe ein Knopf, der von Erika nicht geöffnet werden kann. „Es ist nur zu ihrem Schutz“, sagt die Mutter. Mit der Familie am Mittagstisch isst Erika nie. Sie würde alles hinunterschmeißen. Sie wird in ihrem Zimmer gefüttert. Zähne hat sie nur noch wenige.
Erika ist 38 Jahre alt. In die Schule ist sie nie gegangen. „Nicht bildungsfähig“, lautete der Stempel. Kleidung hat sie kaum. „Sie braucht ja nix.“ Das Geld wird gespart, damit für sie gesorgt wird, wenn die Eltern einmal nicht mehr sind. Im Winter ist sie nie draußen, sie bekommt aber Vitamine.
„Es geht ihr gut“, sagt die Mutter. „Bisher hat sich auch niemand um uns gekümmert.“


Anno 2013, mitten in Österreich.
Ich steige ins Auto, wasche meine Hände in Desinfektionsmittel und weine. Ich schäme mich, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Die so geübt im Wegschauen ist.
Das... (Gast) - 26. Sep, 12:35

... ist allerdings wirklich traurig.
Zumindest eine/r hat aber nicht weggeschaut, sonst hätten Sie ja auch nichts von den Zuständen erfahren, oder?

testsiegerin - 26. Sep, 13:26

Das stimmt. Aber auch das hat beinahe 40 Jahre gedauert.
bonanzaMARGOT - 28. Sep, 14:58

tja, manchen menschen kann man nur wünschen, nie geboren zu sein. aber sie sind da: geistig und körperlich behinderte, alte pflegebedürftige menschen, sehr arme menschen, suchtkranke menschen, psychisch kranke menschen etc.
die zivilisierten, reichen gesellschaften in europa machen viel zu wenig für die menschenwürde dieser mehr oder weniger ausgegrenzten menschen, die mitten unter uns leben - bzw. nur dahinvegetieren.
die mit der pflege betreuten sind oft total überfordert und stumpfen mit der zeit ab. das problem liegt in der moral der gesellschaft selbst. mitmenschlichkeit und toleranz sind am schwinden. stattdessen mehren sich bürokratie gepaart mit einer realitätsfremden theorielastigkeit ... (à la sogenanntem qualitätsmanagement)
in wahrheit schauen wir doch lieber weg, als dass wir uns um diese misstände kümmern. ich hasse die heuchlerei, die politisch und gesellschaftlich dazu stattfindet.

testsiegerin - 30. Sep, 12:00

Genau das tu ich nicht. Menschen wünschen, sie wären nie geboren worden. (Wobei mir schon klar ist, dass du das nicht so meinst) Ich wünsche diesen Menschen, dass sie geboren und in dieser Welt willkommen sind. Dass sie tatsächlich teilhaben können an dieser Gesellschaft, weil es die Vielfalt ist, die das Leben bereichert.

Mit dem Rest hast du natürlich recht.
Jossele - 1. Okt, 20:48

Ich wünsche ihnen dass sie geboren worden sind, weil Leben ist keine Kosten-Nutzenrechnung.
Wie wir im Gesammten damit umgehen ist allerdings so richtig peinlich und beschämend.

(Hat da nicht in letzter Zeit ein Strahlemann von Nächstenliebe gepredigt? Na das wär doch ein Ansatz.)
bonanzaMARGOT - 2. Okt, 10:25

jossele, von einer kosten-nutzen-rechnung redete ich nicht. ich redete von menschenunwürdigem leben in reichen gesellschaften.
diese grausamkeit, die wir uns den schwächsten gegenüber leisten, ist allerdings mehr als peinlich. dies deutlich auszudrücken - darum ging es mir in meinem kommentar.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

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testsiegerin - 13. Jan, 11:30
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bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
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Lo - 7. Jan, 13:36

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