Weihnachtliche Gedanken
Das ganze Jahr werden sie übersehen, belächelt, totgeschwiegen. Von den Menschen, den Bürgermeistern, dem Fernsehen.
Die Menschen in den Pflegeheimen, die psychisch kranken, die geistig behinderten Menschen - pardon, natürlich "Menschen mit besonderen Bedürfnissen".
Aber alle Jahre wieder zu Weihnachten werden sie aus dem Hut, vor den Vorhang und auf den Bildschirm gezaubert. Da dürfen sie für die lieben Angehörigen Theater spielen und Engel schnitzen. Da dürfen sie sich öffentlich blamieren und man lächelt milde und sagt "wie nett", "wie lieb diese Menschen doch eigentlich sind, wie treuherzig die Mongos ausschauen mit ihren weit auseinanderstehenden Augen."
Dabei sind diese Menschen genauso wenig lieb wie alle anderen. Oder genauso lieb, manche sind lieb, manche offen, manche verschlossen, manche sind gehässig, manche sind wütend. Wie die Nichtbehinderten auch. Sie sind einfach Menschen, mit Stärken und Schwächen, aber sie werden immer über ihre Defizite definiert. Der mit dem Schädelhirntrauma, die mit dem Hydrozephalus, die mit dem Dekubitus, der mit dem Religionswahn.
In Wahrheit haben sie keine besonderen Bedürfnisse. Weil alle Bedürfnisse, die wir haben, letztendlich normal sind. Vor allem das nach Essen und Ficken und Lieben und Geliebtwerden.
Wenn sie sagen, dass sie essen wollen, bekommen sie zu essen. Wenn sie Lachs und Champagner wollen, muss man schon drüber diskutieren. Ob der Alkohol sich mit den Medikamenten verträgt. Ob nicht gar Suchtgefahr besteht.
Wenn sie es aber wagen, das Bedürfnis zu ficken zu artikulieren, dann treten die Gremien der nichtbehinderten Experten und Expertinnen, die über Wohl und Weh der behinderten Menschen entscheiden zusammen und diskutieren, ob es wirklich Sex ist, den sie wollen oder brauchen oder nicht doch eher nur Berührungen und Aufmerksamkeit. Vielleicht wissen sie das aus der Erfahrung, dass man manchmal vögelt, weil man Wärme und Nähe braucht. Manchmal hat man aber einfach nur Gier, und das unterscheidet uns schon wieder nicht. Wir aber leben von den Unterschieden, wir sind nur gut, richtig, normal, weil wir uns von denen, die nicht gut, richtig und normal sind, unterscheiden. Weil wir besser sind. Reflektierter.
Warum fragt die sogenannten nichtbehinderten Frauen keine Sau danach, warum sie bumsen wollen, sondern lässt es sie einfach tun. Warum fragt die Männer, die zu Prostituerten gehen, kein Hund danach, ob sie nicht vielleicht einfach Ansprache und eine Ersatzmama oder was auch immer brauchen.
Warum geht es uns überhaupt etwas an, warum jemand welche Bedürfnisse hat? Aus Sorge, natürlich. Die Menschen könnten danach enttäuscht sein, weil sie etwas ganz anderes erwartet haben. Ja und? Wie oft sind wir enttäuscht, weil wir etwas anderes erwarten vom Leben? Wer behütet uns vor schmerzhaften Erfahrungen? Und würden wir überhaupt so (über)behütet werden wollen?
Lassen wir doch die Behinderten lieber Weihnachtsgedichte aufsagen und krippenspielen. Da sind sie keine Gefahr für uns, da stellen sie unser Leben und unsere Werte nicht in Frage.
Da können wir uns mit den Spenden und guten Taten in ihrem Licht sonnen. Da können wir Licht ins Dunkel senden (grad so, als wäre unser Leben hell und ihres dunkel), als wäre uns ihre Lebensqualität wirklich ein Anliegen, obwohl wir das ganze Jahr über wegschauen.
Es ist zum Kotzen. Diesmal nicht wegen der Vanillekipferl.
Die Menschen in den Pflegeheimen, die psychisch kranken, die geistig behinderten Menschen - pardon, natürlich "Menschen mit besonderen Bedürfnissen".
Aber alle Jahre wieder zu Weihnachten werden sie aus dem Hut, vor den Vorhang und auf den Bildschirm gezaubert. Da dürfen sie für die lieben Angehörigen Theater spielen und Engel schnitzen. Da dürfen sie sich öffentlich blamieren und man lächelt milde und sagt "wie nett", "wie lieb diese Menschen doch eigentlich sind, wie treuherzig die Mongos ausschauen mit ihren weit auseinanderstehenden Augen."
Dabei sind diese Menschen genauso wenig lieb wie alle anderen. Oder genauso lieb, manche sind lieb, manche offen, manche verschlossen, manche sind gehässig, manche sind wütend. Wie die Nichtbehinderten auch. Sie sind einfach Menschen, mit Stärken und Schwächen, aber sie werden immer über ihre Defizite definiert. Der mit dem Schädelhirntrauma, die mit dem Hydrozephalus, die mit dem Dekubitus, der mit dem Religionswahn.
In Wahrheit haben sie keine besonderen Bedürfnisse. Weil alle Bedürfnisse, die wir haben, letztendlich normal sind. Vor allem das nach Essen und Ficken und Lieben und Geliebtwerden.
Wenn sie sagen, dass sie essen wollen, bekommen sie zu essen. Wenn sie Lachs und Champagner wollen, muss man schon drüber diskutieren. Ob der Alkohol sich mit den Medikamenten verträgt. Ob nicht gar Suchtgefahr besteht.
Wenn sie es aber wagen, das Bedürfnis zu ficken zu artikulieren, dann treten die Gremien der nichtbehinderten Experten und Expertinnen, die über Wohl und Weh der behinderten Menschen entscheiden zusammen und diskutieren, ob es wirklich Sex ist, den sie wollen oder brauchen oder nicht doch eher nur Berührungen und Aufmerksamkeit. Vielleicht wissen sie das aus der Erfahrung, dass man manchmal vögelt, weil man Wärme und Nähe braucht. Manchmal hat man aber einfach nur Gier, und das unterscheidet uns schon wieder nicht. Wir aber leben von den Unterschieden, wir sind nur gut, richtig, normal, weil wir uns von denen, die nicht gut, richtig und normal sind, unterscheiden. Weil wir besser sind. Reflektierter.
Warum fragt die sogenannten nichtbehinderten Frauen keine Sau danach, warum sie bumsen wollen, sondern lässt es sie einfach tun. Warum fragt die Männer, die zu Prostituerten gehen, kein Hund danach, ob sie nicht vielleicht einfach Ansprache und eine Ersatzmama oder was auch immer brauchen.
Warum geht es uns überhaupt etwas an, warum jemand welche Bedürfnisse hat? Aus Sorge, natürlich. Die Menschen könnten danach enttäuscht sein, weil sie etwas ganz anderes erwartet haben. Ja und? Wie oft sind wir enttäuscht, weil wir etwas anderes erwarten vom Leben? Wer behütet uns vor schmerzhaften Erfahrungen? Und würden wir überhaupt so (über)behütet werden wollen?
Lassen wir doch die Behinderten lieber Weihnachtsgedichte aufsagen und krippenspielen. Da sind sie keine Gefahr für uns, da stellen sie unser Leben und unsere Werte nicht in Frage.
Da können wir uns mit den Spenden und guten Taten in ihrem Licht sonnen. Da können wir Licht ins Dunkel senden (grad so, als wäre unser Leben hell und ihres dunkel), als wäre uns ihre Lebensqualität wirklich ein Anliegen, obwohl wir das ganze Jahr über wegschauen.
Es ist zum Kotzen. Diesmal nicht wegen der Vanillekipferl.
testsiegerin - 24. Dez, 13:00
die hoffnung stirbt zuletzt. ich habe sie noch, denn solange es nur ums geld geht, wäre es doch prinzipiell ganz einfach: man müßte lediglich dafür sorgen, dass die bevölkerung, also die allgemeinheit und ihre politischen vertreter bereit wären, tiefer für die schwachen und schwächsten in unserer gesellschaft in die tasche zu greifen. natürlich nicht nur an weihnachten und ostern. man hat doch für so vielen unsinn das nötige geld, oder? wieviel unnötigen mist haben wir zuhause herumstehen? und jedes jahr wird es mehr, was wir dann alle paar jahre wieder aufwendig und teuer entsorgen müssen, damit neuer platz entsteht - ein irrer kreislauf - um den konsum anzukurbeln, was dann wiederum der wirtschaft hilft und für neue arbeitsplätze sorgt ...
mag sein, ich bin kein volkswirtschaftler, aber muß es in dieser dekadenz stattfinden? an weihnachten erlebe ich jedes jahr die klimax dieses wahns.
die menschen sollten mehr ficken und weniger kaufen - stimmt`s barbara?
die alten jedenfalls werden von uns einmal mehr an weihnachten durchgefüttert, die wirklichen belange und defizite befriedigen wir dabei nicht: viele alte und pflegebdürftige menschen sind einsam! sie haben niemanden mehr auf der ganzen welt, und sie haben angst. da sind nur wir, das pflegepersonal, an vordester front, die nicht genug geben können - wir sind bereits verausgabt; wir robben manchesmal auf den brustwarzen aus den pflegeheimen, weil wir schon mehr geben, als unsere "batterie" eigentlich hergibt. vor lauter qualitätssicherung, pflegeplanung und pflegeleitfaden, welche sich kluge menschen an ihren schreibtischen ausdachten, stehen wir ständig in einem gewissenskonflikt, ficken uns sozusagen selbst ins knie, kriegen von allen seiten druck ... "mehr personal ist nicht drin", sagen die chefs, "im gegenteil sind wir noch gut besetzt. es werden härtere zeiten kommen." die betriebe sollen sich selbst tragen. man versucht tatsächlich die quadratur des kreises: bessere pflege mit weniger personal. bis zum nächsten skandal - dann diskutieren wir wieder mal ein paar wochen die fernsehkanäle rauf und runter über pflegemißstände in deutschland, in dem reichen deutschland ... haha!
ehrlich, ich scheiße auf dieses verlogene weihnachten! aber an weihnachten wird die heuchelei nur besonders sichtbar - jedenfalls in meinen augen. ich mache dem ottonormalbürger keine vorwürfe. er soll sein schönes fest haben. nur den wichsern, die den ganzen scheiß managen, denen wünsche ich, dass sie irgendwann in ihrer eigenen scheiße aufwachen ...
ich werde sie so gut wie möglich sauber machen. ich werde sie wie jeden behandeln, denn ich bin kein richter; ich will keine macht über menschen haben.
also, wenn es nur am geld läge, sollte man doch eine bessere, humanere gesellschaft hinkriegen. warum klappt`s nicht? seit 22 jahren arbeite ich in der pflege, und die kämpfe sind immer noch die selben. wo liegt der hase im pfeffer, barbara?
ist der weihnachtsmann vielleicht nur eine erfindung, um die massen ruhig zu stellen?
bon.
wie wär`s mit etwas mehr mumm? sage ruhig deine ehrliche meinung und verstecke dich nicht hinter der Groß- und Kleinschreibung.
deine reaktion finde ich verständlich.
schönen abend
bon.
und ich glaub auch nicht, dass es ausschließlich um geld geht, denn wohngemeinschaften für alte menschen oder ambulante betreuung zu hause sind immer noch billiger als ein platz im pflegeheim. und trotzdem werden neue riesige heime gebaut.
was mich jedesmal von neuen aufregt ist unter anderem, dass es in vielen einrichtungen fast ausschließlich doppelzimmer gibt. ich stell mir das so grausig vor, wenn leute, die viele jahre allein gelebt haben, plötzlich mit jemand fremden, den man sich nicht selbst ausgewählt hat, ein zimmer teilen muss. keine intimsphäre, plötzlich streiterein, ob das fenster in der nacht offen oder zu bleibt, jemanden, der schnarcht im zimmer.
und noch immer steht das warmsattsauber in der pflege im vordergrund und nicht die zuwendung und wärme. das ist luxus. dabei zählt das für mich zu den "normalen" bedürfnissen.
und auch mich nervt diese dekadenz, obwohl ich natürlich auch ein teil davon bin, auch ich bräuchte nicht alles, was ich hab, eh klar.
ja, und ich bin überzeugt davon, wenn die menschen mehr liebten und fickten als kauften, wäre die welt glücklicher.
ich mach dem pflegepersonal keine vorwürfe, ich hab das gefühl, da gibts immer noch so viele, die engagiert sind und die menschen wirklich gern haben. und dass es auch viele gibt, die ausgebrannt, abgestumpft und leer sind, das wundert mich kein bisschen.
sauer bin ich auf die, die diese zustände möglich machen. die sich in ihren swimmingpools und in ihrer selbstgerechtigkeit suhlen und denen die leute egal sind, sowohl die bewohner der heime als auch die, die dort arbeiten. ich kann das wort qualitätssicherung und evaluation und den ganzen schmarrn gar nicht mehr hören, weil es denen da oben immer nur drum geht, mit weniger ressourcen "effektiver" zu arbeiten. dass es aber, wenn es um menschen geht, mit "effektiv" nicht getan ist, dass man wirkliche qualität, zuwendung und aufmerksamkeit, dass man menschliche wärme, witz und nähe nicht messen kann, das haben sie nicht kapiert.
ja. und ich gebe dir recht. diese zustände herrschen das ganze jahr über. die verlogenheit wird nur zu weihnachten sichtbar, weil da die bürgermeister, minister und hofräte sich wichtig machen, fünf minuten lang bei der weihnachtsfeier anwesend sind und betonen, welch herzensanliegen ihnen die alten, behinderten und psychisch kranken menschen sind.
Gute Lesbarkeit. Womit diese erzielt wird Ihnen als Testsiegerin nicht unbekannt sein. Und, Sie halten ja auch Lesungen, da sind Ihre Manuskripte sicher alle ohne Absätze und in Kleinschrift. Ich entschuldige mich für mein gestriges "Kotzen".
(ich unterstelle jetzt einfach mal, dass es sich bei Ihnen um ein männliches Exemplar handelt, aber das tut nichts zur Sache).
In meinen Beiträgen hier, in meinen Texten, Geschichten und manchmal Gedichten schreibe ich sehr wohl auch groß. In Kommentaren und Antworten nicht immer.
Ich schreibe auch Mails an meine Freunde und Freundinnen meistens in Kleinschreibung, und - welch Wunder - diese lesen sie trotzdem.
Ich finde es allerdings schon faszinierend, dass Sie sich offensichtlich lieber mit der Form als mit dem Inhalt auseinandersetzen, sonst hätten Sie möglicherweise auf meinen ursprünglichen Artikel, in welchem es Groß- und Kleinschreibung und sogar Absätze gibt, geantwortet und wären nicht ständig auf der Form herumgeritten.
Aber das macht nichts, das Thema interessiert offensichtlich lediglich Randgruppen. Wahrscheinlich eben diese Randgruppen, die mit Randgruppen arbeiten. Die sind es vielleicht auch gewöhnt, dass es nicht um das Äußere, sondern um Inhalte geht.
Freundschaft!
warmsattsauber ist doch schon viel zu teuer auszugeben, für Leute, die keinen Profit abwerfen - keine Steuern zahlen etc.
Menschliche Werte geben? Das ist doch auch nichts wert...das kann man nicht auf die Bank bringen.
Ich stell mir eben vor, wie die "geistig Behinderten" in ihren "Anstalten" sitzen und sich sagen:
"Schau dir all die Geisteskranken da draußen an, ständig dabei, der Gesellschaft nachzuhetzen, ständig dabei, immer und immer mehr Profit zu machen. Wir haben uns, und erfreuen uns des Leben. Wir können noch Spaß haben - weil wir wissen, was das ist. Die da draußen haben ja nichtmal mehr DAZU Zeit."
Vermutlich haben sie recht....
Schön wäre das, aber ich denke, auch da unterscheiden sie sich nicht wirklich von uns. Der Kapitalismus ist auch an ihnen nicht spurlos vorübergegangen. Auch sie wollen - wie wir alle - ständig mehr, schöneres, teureres.
Ich frag mich, ob die Finanzkrise dazu beiträgt, dass es irgendwann auch in unserem Wertesystem kracht und wir uns wieder aufs Wesentliche besinnen.
die groß- und kleinschreibung könnte getrost abgeschafft werden.
es könnten eine menge dinge und regeln abgeschafft werden, an denen die menschen aus purer gewohnheit festhalten. dazu gehört, meiner meinung nach, auch das konsumfest weihnachten, auf welches wir in unserer kindheit konditioniert wurden. nichts anderes als diese konditionierung läßt viele menschen daran festhalten (der pawlow-effekt).
wenn man in sich geht und die unsinnigkeit solcher konventionen erkennt, sollte man auch irgendwann den entscheidenden schritt tun, und sich davon verabschieden - natürlich tut es weh. wir brauchen aber platz und energien für neue menschliche, soziale und ökologische ideen sowie initiativen.
die welt ist reich genug, dass alle menschen wenigstens ausreichend versorgt werden könnten.
am besten fängt man mit der umverteilung vor der haustüre an - womit ich wieder beim thema wäre: den alten, pflegebedürftigen, schwachen/armen und behinderten menschen in unserem land.
und es liegt doch am geld, barbara. altenheime werden gebaut, weil es in zukunft immer mehr alte und sehr alte pflegebedürftige menschen geben wird (stichwort alterspyramide). unsere westliche gesellschaft vergreist. es werden zwar immer mehr menschen zuhause gepflegt, (auch) weil es billiger als eine stationäre unterbringung ist, doch nicht jede pflege ist zuhause von den angehörigen zusammen mit den sozialdiensten zu leisten (z.b. bei fortschreitender demenz). außerdem haben viele menschen keine angehörigen mehr oder zu ihnen kaum kontakt. neben der vergreisung der gesellschaft sehen wir die entwicklung, dass immer mehr menschen alleine leben, dass sich die schützenden familienverbände auflösen. dies hat viele gründe - ich nenne einfach mal zwei, drei schlagworte: individualisierung, mobilität, materialismus ...
der bedarf an alten- und pflegeheimen wird in zukunft noch anwachsen. besonders gefragt werden zunehmend auch mischformen sein wie: kurzzeitpflege, tagespflege, wohngemeinschaften. betreutes wohnen etc.
das personal bedeutet den größten kostenfaktor, barbara. darum werden die direktoren und manager immer versuchen, am personal und auch an den fortbildungen zu sparen. kaum eine einrichtung stellt mehr personal ein, als die richtlinien vorschreiben. ausnahmen sind luxusheime und "seniorenresidenzen", in welche sich nur die betuchten menschen einkaufen können. bei der pflege zuhause sieht`s gar nicht so anders aus: die meisten können sich neben der sozialstation wenn überhaupt eine ungelernte kraft z.b. als haushaltshilfe leisten. diese osteuropäischen billig-arbeitskräfte werden inzwischen beinahe wie sklaven von agenturen gekauft und auf dem arbeitsmarkt feil geboten. es geht schon ums geld - man kann sich eher umgekehrt die frage stellen: wann geht es mal nicht ums geld?
der kapitalismus ist längst weltumspannende realität, und damit einher geht auch eine gewisse geistige und emotionale indoktrination. leider wollen dies viele viele menschen und politiker noch nicht in all den negativen auswirkungen für unser zusammenleben wahrhaben. die gehirnwäsche schlug bereits voll zu - man wurde zum willfährigen zahnrad im kapitalistischen, materialistischen getriebe.
"erwachet!" könnte man wie die zeugen jehovas an den straßenecken ausrufen.
es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir alle, wenn wir diesen weg weiter begehen, wirklich zur hölle fahren.
bon.
aber sehr viele menschen leiden unter den bevormundungen, der abhängigeit und dem würdeverlust. der wahnsinn ist sowohl vor wie auch in den heimen und anstalten (schwer zu vergleichen).
die wirklichkeit hat viele facetten. drum scheiterten wahrscheinlich auch ideologische patentrezepte wie der sozialismus. man wird nie allen menschen gerecht. es sollte aber selbstverständlich in einer reichen gesellschaft sein, dass man seine schwächsten mitglieder stützt und respektvoll behandelt. dies ist leider aus meiner beobachtung heraus nicht zufriedenstellend gewährleistet.
als ich in den achtzigern in der altenpflege zu arbeiten begann, war es für mich eine art kulturschock, wenn ich zur arbeit ins altenheim ging - umgekehrt auch, wenn ich zurück in die andere, "normale" welt hinaustrat. ich sah die welt nicht mehr mit denselben augen.
bon.