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Sonntag, 3. Januar 2010

Haltet die Diebe!

Ich kenne mich nicht mal in meinen eigenen Wirtschaftsangelegenheiten aus, geschweige denn in nationalen oder gar internationalen. Peinlich, ich weiß, aber ich habe in meinem Leben andere Prioritäten gesetzt. Sudoku spielen, Schreiben, Silberschmuck schmieden, Schulden machen, Sushi essen, Schirennen schauen, Sekt trinken. Sozialarbeit. Sachwalterschaft. Lauter so Sachen mit S.
Sex auch. Richtige Schweinereien halt.
Ich hab aber den Eindruck, in der Wirtschaft passieren viel, viel größere Schweinereien als in meinem Leben.

Würde ich von meinen Klienten auch nur kleine Summen abzweigen, ich könnte erstens die nächsten Jahre kein Auge zudrücken, weil mein Gewissen mich ständig beißen würde, wäre zweitens ganz schnell arbeitslos und drittens bald vorbestraft.

Aber in der großen Wirtschaft ist das anders. Da wird spekuliert, unterschlagen, gelogen, geschachert, da bereichern sich die, denen ohnehin schon fast alles gehört auf Kosten der Steuerzahler (also auch auf meine Kosten). Da werden Millionen und Milliarden hin- und hergeschoben und Leute verdienen sich krumm und dämlich (vor allem dämlich), ohne auch nur eine Säge, einen Warentrennstab, einen Ziegel oder einen Kugelschreiber in die Hand zu nehmen, wie andere halbwegs ehrliche ArbeitnehmerInnen.

Und dann?
Dann kommt alles ans Licht, es gibt Verhaftungen, Anzeigen, Strafen, saure Wiesen und satte Sümpfe werden trockengelegt und den Steuerzahlern wird ihr Verlust zurückgezahlt.

In Österreich nicht. Da wird gemauschelt, vertuscht, Akten geraten in Verstoß, bis sie zufällig verjähren (das spart dann auch Prozesskosten), da werden Parteien finanziert, da stecken Politiker und Kriminelle unter einer Decke und die Krähen hacken einander kein Auge aus. Da gründen die, die genauso viel Dreck am Stecken haben, einen Arbeitskreis oder einen Untersuchungsausschuss und verkünden großartig, Licht ins Dunkel zu bringen. Entweder verläuft der Untersuchungsausschuss im Sand oder er wird eingestellt, weil es Neuwahlen gibt. Im aller-, aller-, allerunwahrscheinlichsten Fall tritt ein Politiker zurück, um in der Privatwirtschaft als Aufsichtsrat zehnmal so viel zu verdienen wie vorher, und satte Boni zu kassieren, selbst wenn sie den Karren an die Wand fahren. Selten landet einer in einem der Gefängnisse, die mit Ladendieben, mafiösen Tierschützern oder Schubhäftlingen voll sind.

Da werden mehr Augen zugedrückt als man hat, alle schlafen gut, weil ein Gewissen nicht beißen kann, wenn es vor langer Zeit abgestorben ist.

Wenn man diese Machtmenschen dann mit Worten wie „Moral“ oder „Ethik“ konfrontiert, erntet man ein müdes Lächeln. Manchmal bekommt man auch den Titel „Linker Gutmensch“ verliehen.
Und was genauso schlimm ist: Die Leute wählen diese kriminellen Politiker trotzdem. Wegen der Fönfrisur, des strahlenden Lächelns oder weil sie solariumgebräunt sind. Oder weil sie belogen werden wollen. Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich lieber bei meinen S-Worten bleibe. Stricken, sägen, Suppe kochen. Saufen. Und mir meine Wut vom Leib schreiben.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Jahreseinblicke

Manche schreiben um den Jahreswechsel herum Rückblicke. Andere blicken nicht gern zurück, sondern verfassen Ausblicke.
Ich hab beides probiert, beides hat nichts genützt. Deshalb schreib ich, was ich immer schreibe.
Einblicke.
Hier meine ganz persönlichen Jahreseinblicke.
Einblicke sind ja ein Widerspruch per se. Ein Blick. Zwei Blicke. Vieleblicke. So muss das.
Weil Blicke und Sichten ja zusammenhängen, auch Einsichten. Zweisichten. Vielesichten. Viele Schichten.

Manche Dinge lass ich nicht mehr so nah an mich heran wie früher. Bücher zum Beispiel, sonst kann ich die Buchstaben nicht erkennen. Nicht immer ist nämlich Weitsicht ein Segen.
Viele Menschen lass ich noch immer so nah an mich heran wie früher. Meine Seele ist weit, mein Hirn manchmal breit, mein Herz oft voll Leid, meist aber voller Freud. Was sich reimt, ist gut, sagt Pumuckl, aber hier irrt er. Ich ziehe die Freude dem Leid vor.

Ich bin immer noch so wehleidig, so sensibel, so dünnhäutig, so voller Zweifel, so unfähig, mich mit manchen Dingen zu konfrontieren. Und die Menschen in meiner Umgebung halten mich immer noch für so stark, so mutig, so hart im Nehmen. Das begleitet mich seit Jahrzehnten, und obwohl ich diese Miss Verständnis längst an meine Tochter weitergegeben hab, sitzt sie noch immer auf meiner Schulter und macht sich über mich lustig.
Ich hab mich allerdings mit ihr und all den anderen Missen (Miss Mut, Miss Geschick, Miss Kredit) längst arrangiert. Sie leben mit mir unter einem Dach, nerven zwar, aber ich gehe gelassener mit ihnen um und fütteres sie hin und wieder mit köstlichem Essen. Ich glaube, die Gelassenheit ist kein hart erarbeiteter Verdienst, sondern lediglich eine Alterserscheinung. Man findet sich damit ab, dass sich manche Dinge nicht ändern lassen oder man unfähig ist, sie zu ändern. Auch die Tatsache, dass ich so überhaupt nicht nachtragend bin, resultiert nur aus meiner Vergesslichkeit. Wie kann ich jemandem etwas nachtragen, das ich gar nicht mehr weiß?

Was wollt ich eigentlich schreiben?
Ich weiß es nicht. Ich weiß im Moment gar nichts. Das Leben und die Zeit tröpfeln mir grad so durch die Finger, und sie tröpfeln keineswegs um die Wette, sondern gemächlich und zufrieden und satt. Ich genieße das, weil ich weiß, dass sie bald aus ihrem Weihnachtswinterurlaubsschlaf erwachen und hungrig und gierig auf mich einprasseln werden.
Wenn ich ehrlich bin, hab ich keine großartigen, neuen Einsichten, die ich hier verkaufen könnte. Nicht mal irgendwelche mickrigen hab ich. Nur die, die ohnehin jeder kennt. Dass das Leben manchmal unfair und dann wieder ganz gerecht ist, manchmal hart und manchmal wunderbar weich, oft aufregend und dann wieder langweilig, dass es sich mit keinen Formeln der Welt berechnen lässt, sondern tut, was es will.

Und das tu ich jetzt auch. Essen.

Freitag, 25. Dezember 2009

Manchmal ist das Leben fair

Ich weiß nicht, ob ihr euch an die Geschichte "Pachtvertrag" http://barbaralehner.twoday.net/stories/5740067/ erinnern könnt.

Auf jeden Fall ist heute etwas Wunderschönes passiert. Der, der mir damals einfach so das Glück in die Wiese gelegt und sich anschließend noch bei mir dafür bedankt hat, dass ich nicht nur geben, sondern auch nehmen kann, hat mir heute geschrieben.

In dessen Garten lag nämlich ganz, ganz viel Glück, teilte er mir mit und mit mir, so viel, dass er es fast nicht fassen und noch schwerer in Worte fassen könne. Aber sein Herz, das fasst dieses Glück gerade mit beiden Armen und hält es fest, ohne es festzuhalten. Jetzt ist es an ihm, zu beweisen, dass er nicht nur geben, sondern auch nehmen kann.

Ich finde das sehr, sehr gerecht vom Leben, welches ja dafür bekannt ist, nicht immer fair zu sein.

Dafür bedanke ich mich jetzt stellvertretend. Und freue mich riesig und puzzle jetzt weiter.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Kein Eierlikör. Nur Birnen.

Ich sollte noch schnell eine Weihnachtsgeschichte schreiben, dachte ich heute früh im Bett. Draußen fielen dicke Schneeflocken vom Himmel und alles war still. Fast still, denn die Katzen tappten leise miauend durch den pulvrigen Schnee im Garten, auf der Suche nach Mäuse oder Küchenabfällen.
Ihr glaubt mir wohl jeden Scheiß, oder? Bei plus acht Grad ist Schneefall nämlich relativ selten. Draußen ist es warm, und herinnen ist es auch warm, nicht so wie vorgestern, wo es draußen minus 20 und herinnen plus 10 Grad hatte, weil die Heizung ausgefallen war.

Zurück zur Weihnachtsgeschichte. Ich lag also im Bett, starrte auf den Birnbaum vor dem Schlafzimmerfenster und mir fiel auf, dass die letzte Birne in der vergangenen Woche vom Baumg gefallen sein musste. Ein Zeichen, dachte ich, das ist ein Zeichen, so wie der Stern in der Weihnachtsgeschichte.
Vermutlich ein Zeichen dafür, dass die Zeit reif war. Wofür auch immer. Vermutlich für die Birne.

Soll ich eine berührende Weihnachtsgeschichte schreiben, überlegte ich, beschloss aber, dass es schon zu viele berührende Weihnachtsgeschichten gab. Mit Schnee und Kerzen und Friede, Freude, Eierlikör. Ganzes Jahr verabscheue ich Eierlikör, aber zu Weihnachten liebe ich ihn. Nein. Keine Eierlikörgeschichte jetzt, keine cremige, sahnige (o-ohhh!), gelbe, kalorienreiche Geschichte, nicht jetzt wo ich dreimal die Woche Fett ab- und Muskeln anbaue. Ich kenne aber keine Weihnachtsgeschichte mit Birnen.
Eine zynische Weihnachtsgeschichte? Nicht schon wieder, „Scheiß Weihnachten“ war ohnehin der am häufigst gegoogelte Suchbegriff in meinem Blog. Eine, in der der Fleischermeister Würstel und Cevapcici an den Baum hängte und die türkische, vegetarische Familie zu Besuch kam? Auch nicht, hab ich längst geschrieben. Vielleicht eine böse, in der ein Verleger tot am Baum hängt. Hm. Das halten die meisten Tannenbäume nicht aus, und es ist ein unappetitlicher Anblick für die Kinder.

Ich will ein guter Mensch sein, schoss es mir durch den Kopf und ich blickte auf die fehlende Birne. Dieser Beschluss hatte zwar nichts mit Weihnachten zu tun und auch nichts mit der Birne, aber meine Gedanken spazierten undiszipliniert und ungeordnet durch meinen Kopf. Vielleicht sollte ich nicht nur ehrenamtliche Mitarbeiterinnen schulen, sondern mich selbst irgendwo ehrenamtlich engagieren? Zum Beispiel bei den Soeur Optimiste, den optimistischen, reichen Damen, die anderen Frauen, den Soeur Pessimiste, Gutes tun? Oder ein verhungerndes Kind adoptieren? Beim Gedanken an die verhungernden Kinder fiel mir ein, dass ich noch einen Feldsalat kaufen musste, für die Lachs-Mozarella-Röllchen.

Das mit der Herbergsuche hatte sich ja für dieses Jahr erledigt. Also nicht mit der Suche, sondern mit der Herbergsgabe.
Eigentlich geben wir nämlich ganzes Jahr Herberge und Essen. Allen, die bei uns bei der Tür hereinspazieren. Also fast allen, ausgenommen vom Gaskassier und dem Postler. (Dem gaben wir aber reichlich Birnen, das zählt fast genauso viel).

Als ich vorigen Sonntag aufstand, lag jemand im Wohnzimmer auf dem Sofa, verkrochen unter einer dicken Decke. Jemand, der noch nicht dalag , als wir ins Bett gingen.
Vielleicht Frau Dr. Blubb, mutmaßte ich. Aber die lag im Bett. Und unter ihr das Fräulein Rosi. Der Herr Sohn? Nein, der blätterte in seinem dicken Traktorbuch.
Das Christkind? riet ich und bekam glühende Wangen. Ich hatte das Christkind ja noch nie zu Gesicht bekommen, vielleicht versteckte es sich vor dem ganzen Weihnachtsstress hier bei uns? Und hatte draußen im Schlitten die Geschenke und Gutscheine für das ganze Dorf? "Eine Woche zu früh", begrub mein Mann meine Hoffnungen.

Vor der Tür standen nur unsere eigenen Autos. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichte man unser Dorf nur bis in den späten Nachmittag, und am Wochenende gar nicht.
"Schau mal welche Schuhe im Vorzimmer stehen!", befahl ich meinem Sohn, "und dann bring Weihrauch, Gold und Möhren!" Der Fremde würde doch hoffentlich nicht mitsamt den Schuhen auf der Couch liegen. Nein, denn Jeans, Shirt und Socken hingen feinsäuberlich auf dem Sessel daneben.
„Waldviertler“, sagte mein Sohn und das half uns auch nicht weiter, denn alle unsere Freunde trugen Waldviertler. „Große Frauen- oder kleine Männerschuhe“. Na super.

„Lebt er oder sie eigentlich eh?“ Bitte keine Toten eine Woche vor Weihnachten in meinem Wohnzimmer. Ich schaute genau, hörte zwar nichts, aber die Katze, die auf der Brust des Schläfers lag, bewegte sich langsam auf und ab. „Göttin sei Dank.“

Ich richtete erst mal ein Frühstück her, bestimmt hatte unser Gast Hunger. Es war der Duft des frisch gemahlenen Kaffees, der ein wohliges Stöhnen bei ihm auslöste. „Wasser!“, rief er dann und ich eilte in die Küche.
„Der Michi!“, riefen alle erstaunt und erleichtert, denn der Fremde, der in Wahrheit Freund und nicht Fremder war, hatte sich seit Wochen nicht bei uns blicken lassen, sondern sich in seine Depression verkrochen.

Und dann erzählte er die Geschichte. Die Weihnachtsgeschichte.
Weihnachtsfeier. Kein Eierlikör, sondern Bier und Wodka. Disco. Bis vier Uhr früh. Jacke weg. Schlüssel weg. Handy weg. Taxi zu uns (€ 100,-). „Ihr wart die einzigen, wo ich wusste, ich kann rein und habs warm und krieg was zu essen und kann schlafen.“

Just my two cent for Christmas.

Freitag, 18. Dezember 2009

Feister Pracker

Keksbacken ist die Kunst, die größte Kalorienanzahl auf kleinstem Raum unterzubringen. (Christoph Winder in derstandard.at)

Weil es mit dem Schreiben nicht klappen will und die Verleger nicht anbeißen oder keinen Zugang zu meinen Texten finden, hab ich es mit Keksbacken probiert. (Klöppelkurse werden grad nicht angeboten)
Wowww! Alle beißen sie an und ab und alle finden sie Zugang zu der Speisekammer und meinen Keksen. Am meisten geliebt und begehrt werden die Florentiner und die Marzipankugerl, gefüllt mit Nougat und in Schokolade getunkt. Die musste ich schon zweimal backen bzw. kugeln.

Endlich findet jemand gut, was ich mache.

Und jetzt muss ich noch einmal den Herrn Christoph Winder aus dem Standard zitieren, weil ich den Artikel "Das Keks ist eine richtige Sau" so großartig finde:

Um von ihrem hochkalorischen Wesenskern abzulenken, tarnen sich die Kekse unter verharmlosenden, Vielfalt und Leichtigkeit vortäuschenden Namen ("Zimtsterne", "Mandelbögen" usw.). Man beachte die hinterfotzige Verkleinerungsform im "Vanillekipferl" (55 Kalorien) oder den unpassenden erotischen Unterton im "Kokosbusserl" (31 Kalorien). Wenn der Gesundheitsminister einmal ernsthaft gegen die Keksgefahr vorgehen sollte, wäre der erste Schritt eine Verordnung, dass die Dinger bei ihrem wahren Namen genannt werden müssen: Nicht "Linzerauge" oder "Husarenkrapferl" , sondern "Fetter Schmierer" , "Feister Pracker", "Speckiger Wascher" und so fort.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Scheiße

Irgendwie hab ich kein Glück mit Verlegern. Oder kein Können. Oder was auch immer.

An den "dümmsten Verbrechern", ein Auftragswerk, hab ich ein paar Monate geschrieben und € 3,50 verdient. Jetzt wollte ich wenigstens noch ein paar Bücher erwerben, um sie bei Lesungen zu verkaufen, nix da. Den Verlag gibt es nicht mehr. Der Verleger ist nicht zu erreichen. Sang- und klanglos verschwunden.

Die Abenteuer des jungen Römers hab ich Kapitel für Kapitel an den Verleger geschickt, er war begeistert und hat mich ermutigt, weiterzuschreiben. Als ich fertig war, tauchte ein Lektor auf, den es bis dahin nicht gab und meinte, das geht so gar nicht. Und eigentlich hätten sie doch lieber ganz was anderes. Ein Bilderbuch vielleicht.
Wenigstens was gelernt dabei. Dass man Verlegern nicht vertrauen darf.

Der Stinki wird zwar von allen, die ihn gelesen haben geliebt, aber von denen, die ihn nicht kennen, nicht gekauft. Warum auch immer. Scheint nicht für den Markt zu taugen. Weder ein Vampir noch ein Zauberlehrling kommen drin vor.

Nun hab ich ja zwei Theaterstücke für Theaterworkshops für Jugendliche geschrieben. Die Schauspiellehrerin war begeistert, den Jugendlichen hat's total Spaß gemacht, die Eltern waren entzückt.
Also hab ich die Texte an einen Verlag geschickt, der Theatertexte vertreibt.

"Vielen Dank für die Übermittlung von ...
Leider konnte ich beim Lesen keinen echten Zugang zu den Texten finden... Jugend heute im Gespräch... sehe das Theater-Spiel dabei nicht - was aber sein 'soll', denn (auch) hiesige Kunden wollen bei der Lektüre vom Spielgeschehen her angesprochen und 'gewonnen' werden."

Mein Zugang zu Verlegern scheint auch empfindlich gestört. Vielleicht sollte man (also ich) nach einem 12-Stunden-Arbeitstag keine Absageschreiben mehr lesen. Oder doch stricken statt schreiben. Oder klöppeln oder kochen oder was auch immer.

Montag, 14. Dezember 2009

Assoziationskettenmassaker



"Le Grand Content" der österreichischen Filmemacher Clemens Kogler und Karo Szmit

Sonntag, 13. Dezember 2009

Lieb langsam III

(alt, aber schlecht)


Am Heiligen Abend, die Nacht so still,
Nie waren süßer die Glocken
Und scheußlicher nie die Socken.
Vom Fernsehgerät tönt lautes Gebrüll,
Es schreit eine Frau, die nicht sterben will.
Und unter der Weihnachtstanne
Liegt völlig erschöpft Susanne.

Bruce Willis, der Held auf der Leinwand stirbt
Ganz langsam, zum dreizehnten Male,
Erlöst die Frau von den Qualen,
Womit er für Sympathien wirbt
sowie dem Täter die Tat verdirbt.
Der Mann auf der Couch heißt Frieder,
Er zittert auch dieses Jahr wieder.

Er sucht am Körper der Gattin Schutz
Und kriecht in ihre Arme,
Auf dass sie sich seiner erbarme.
Die macht sich die Furcht von Frieder zunutz,
Zieht ihn hinunter zu sich – und stutzt.
Sieht Tränen im Auge schimmern
Und hört sein ängstliches Wimmern.

„Oh Frieder, mein Frieder, wie graust es dir?“,
Fragt liebevoll seine Susanne,
Besänftigt die Furcht im Manne.
„Was möchtest du, Liebster – vielleicht ein Bier?“
Doch er haucht zitternd: „Bitte bleib hier.
Was ich brauche, ist deine Nähe.“
Als ob das ein Blinder nicht sähe!


Im Fernseher wütet ein Bösewicht,
Und so einer kennt keine Gnade.
Bruce Willis findet das schade.
Am Tannenbaum flackert das Kerzenlicht,
Susanne erkennt ihre Fürsorgepflicht
Bedeckt ihn mit zärtlichen Küssen,
Dem ersten von vielen Genüssen.

Allmählich entspannt auf der Couch sich der Mann,
Bei solcher Liebkosung kein Wunder.
Und langsam wirkt der Burgunder.
Schon wächst ihm der Mut und er greift sich sodann
Die weichwarmen Hüften der schönen Susann’.
Fängt an ihren Leib zu umklammern
Und hört endlich auf zu jammern.

Beim Lieben braucht’s weder Hemmung noch Scham,
Drum öffnet sie ihre Bluse.
Der Gatte raunt: „Oh Suse,
Du bist so wunderbar anschmiegsam“,
Und vergisst dabei das Fernsehprogramm.
Doch heimlich schaut derweil die Frau
auf Bruce und seinen Körperbau.

Der verwandelt mit nacktem Oberleib
Ganoven und Agenten
In Krankenhauspatienten.
Und Frieder küsst sein Luxusweib
Erregt, und nicht nur zum Zeitvertreib.
Längst hat er Feuer gefangen
Und kost aus purem Verlangen.

Sie spricht: „Zur Krönung meiner Lust
Zieh an die neuen Socken!“
Von draußen klingen Glocken.
Er greift ihr gierig an die Brust
Schlüpft dann – ohne Gesichtsverlust
In die von Hand Gestrickten
Geschmacklos bunt Bestickten.

Susanne schaut verführerisch,
Sie schält sich aus dem Röckchen,
Bewundert seine Söckchen
Und setzt sich auf den Gabentisch.
Umschlingt ihn wie ein Tintenfisch.
Es folgt ein warmes Stöhnen
Als sie dem Laster frönen.

„Mein liebster Frieder, komm und tu’s“,
Hört man ihr süßes Flüstern.
Das Weib, es lächelt lüstern,
Wirft zwinkernd einen Blick zu Bruce
Und gibt dem Gatten einen Kuss -
Während sie verdutzt erschrickt,
Denn Willis hat zurückgeblickt.

Das Töten lässt der Held nun sein,
Spricht räuspernd aus der Röhre:
„Entschuldigt, wenn ich störe.
Ich hab die Nase voll vom Crime
Und hätte lieber Sex daheim.
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte.“

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

Wie geht es unserer Testsiegerin?
Wie geht es unserer Testsiegerin?
Lo - 5. Feb, 17:25
Vielen Dank! Du findest...
Vielen Dank! Du findest mehr von mir auf facebook ;-)
testsiegerin - 30. Jan, 10:40
Kurschatten ' echt keinen...
auch wenn diese deine Kur schon im Juni...xx? war,...
kontor111 - 29. Jan, 09:13
zum entspannen...Angel...meint
wenn ich das nächste Mal im Bett liege, mich verzweifelt...
kontor111 - 29. Jan, 08:44
"Pinguin"
"Pinguin"
bonanzaMARGOT - 11. Mär, 11:11
Sleepless im Weinviertel
Ich liege im Bett. Ich bin müde. Ich lese. Eine Romanbiografie...
testsiegerin - 13. Jan, 11:30
... ich könnte mal wieder...
... ich könnte mal wieder eine brasko-geschichte schreiben.
bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
OHHH! Hier scheint bei Twoday etwas nicht zu stimmen. Hoffentlich...
Lo - 7. Jan, 13:36

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