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Sonntag, 24. Oktober 2010

Thermenbudgetklausur

Unsere Regierung hat sich in den letzten Tagen in die Therme Loipersdorf zurückgezogen.


„Mir ist eigentlich alles wurscht“, der Vizekanzler und Finanzminister knetet seine fetten Schwimmreifen und betrachtet sein kleines Spatzerl, „Hauptsache die Bauern sind zufrieden. Geht’s den Bauern gut...“
„...gehts den Bauern gut“, vervollständigt ein Kollege der anderen Partei den Satz.
„Meine Güte, wie mich das alles nervt“, murmelt die Justizministerin und probiert eine andere Brille, „ich sollt längst mit dem Grasser-Anwalt im Café Landtmann sitzen. Außerdem hab ich grad andere Sorgen.“
„Wie wäre es mit einem Aufguss“, drängt sich ein Kollege von der oberen Regierungsbank vorbei in Richtung Ofen, „tritt ein bissl zurück, Klautschi!“
„Sicher nicht. Rücktritt ist für mich kein Thema.“
„Aufguss!“, schreit der Thermencoach und das rote Licht schaltet sich ein. Wabernd steigt der Dampf auf, einer der Politiker greift zum verschwitzten Handtuch und wachelt. Die Saunagäste stöhnen.
„Ich hab’s!“, schreit einer aus der zweiten Reihe und hustet. „Wir erhöhen die Tabaksteuer. Rauchen ist eh ungesund, da können sie uns nichts vorwerfen.“
„Na gut, aber dafür halt Vermögen ein kleines bissl versteuern und Stiftungen. Weißt eh Josef, die werden es sich nachher auch richten können und wir lassen bei unseren Gesetzen schon genug Schlupflöcher. Oder wir erfinden was Neues, das der Verwaltungsgerichtshof dann eh wieder kippt.“
„Puuhhh, ich schwitz.“
„Was glaubst, wie erst die Leut schwitzen, wenn sie das erfahren.“

„Und die Pflegebedürftigen schröpfen wir auch ein bissl“, schlägt einer vor. „Es ist ja wirklich eine Katastrophe, wie die das alle ausnutzen, die setzen sich absichtlich in Rollstühle oder hacken sich ein Bein ab, damit sie Pflegegeld beziehen. Diesen Sozialmissbrauch müssen wir unbedingt verhindern. Außerdem können die eh nicht mehr aufstehen und auf die Straße gehen“. Er kichert. Ein paar seiner Freunde nicken vehement. „Überhaupt können wir da bestimmt auch ein paar Euro einsparen, wenn wir bei den Ärmsten sparen.“
„Und was ist mit den Familien?“, fragt die Familienstaatssekretärin der Familienpartei, "ich glaub, die haben eh alle viel zu viel. Vor allem die roten Arbeiterfamilien", fügt sie süffisant hinzu. Die gehören ohnehin bestraft, denkt sie, weil sie in Wien mit diesen chaotischen Grünen koalieren wollen anstatt mit uns geilen Schwarzen.
„So lange es die Bauern nicht betrifft“, seufzt der Vizekanzler „ist mir alles recht. Ihr wisst ja: Geht’s den Bauern gut,...“
Der Kanzler gähnt. „Die Bauernkinder studieren eh nicht, die betrifft das also nicht. Brauchst keine Angst haben, die Bauernkammer wird stolz auf dich sein.“

„Den Familien haben wir eh vor zwei Jahren ein Geschenk gemacht, das nehmen wir ihnen jetzt einfach wieder weg. Die merken das vielleicht nicht einmal. Und so lang studieren braucht eh niemand, da können wir auch kürzen. Und sind wir ehrlich: Uns betrifft es ja nicht. Wir haben längst studiert, ein paar von uns sogar Jahrzehnte und unsere Kinder sind auch schon groß. Die Studenten, diese Revoluzzer regen sich ja sowieso auf, egal, was wir beschließen.“

„Die Autofahrer“, fällt einem anderen Politiker ein, „die sind auch mitschuld an der Krise. Überhaupt sind alle mitschuld an der Krise, außer uns und den Banken. Und sogar die bitten wir jetzt zur Kassa, um des lieben Friedens willen.“
Der Sekretär hakt „Autofahrer“ auf seiner Liste ab.
„Und was ist mit den Pendlern?“ regt sich ein soziales Gewissen ganz hinten.
„Für die tun wir halt die Pendlerpauschalen ein bissl erhöhen“.
„Na gut.“ Wieder eine Einigung. Der Kanzler ist zufrieden.

„Na sehr visionär ist das alles aber nicht“, beklagt sich eine Ministerin leise. „Was ist mit Strukturreformen, einer groß angelegten Verwaltungsreform, die Zusammenlegung von Krankenkassen, Abschaffung der Landesregierungen und so?“
„Wer Visionen hat, braucht einen Arzt“, erinnert sich ein schwarzer Politiker an die Worte eines roten Bundeskanzlers.
„Geh bitte“, sagt ein anderer. „Strukturreformen sind viel zu kompliziert und anstrengend, außerdem schneiden wir uns da ins eigene Fleisch. Wir brauchen die Posten einfach für unsere Funktionäre. Wir tun lieber da ein bissl was und dort ein bissl was und tun allen ein bissl, aber niemandem so richtig weh.“
„Den Bauern dürfen wir halt gar nicht weh tun, bitte, vor allem nicht den ganz Großen. Also den Liechtensteins und all den anderen adeligen Bauern. Die brauchen die EU-Förderungen ganz dringend. Höchstens bei den kleinen Biobauern ein bissl was sparen, ja? Ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hab. Und der Wirschaft dürfen wir auch nicht wehtun. Ihr wisst ja: Geht’s der Wirtschaft gut...“
„... geht’s der Wirtschaft gut.“
„Und auf die Leistungsträger müssen wir auch aufpassen, die braucht unser Land!“
„Wohin tragen die eigentlich die Leistung immer?" fragt einer der Minister neugierig.
„Na nach Liechtenstein."

„Ich will raus“, stöhnt eine Ministerin, „könn’ ma das nicht später im Whirlpool besprechen.“
„Geht nicht. Rotlicht. Erst, wenn wir ein Budget haben, wird geöffnet.“


Ich zieh mich übermorgen auch in die Therme zurück. Schauen wir mal, was wir dort aushecken.

Montag, 11. Oktober 2010

Schon wieder Einladungen



Einladung-Babsi-Buegleisen

Eintritt ist frei bzw. freie Spenden, also auch für Sozialhilfebezieher und Menschen, die meinen, Kunst habe kostenlos zu sein, geeignet.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Keep cool?

Jeden Sonntagmorgen bekomme ich eine Mail von zeitzuleben.de, mit weisen Weisheiten oder guten Ratschlägen für ein besseres Leben.
Heute animiert man mich zu mehr Gelassenheit, wie passend. Nicht, was rundherum passiert, würde uns wütend, zornig und krank machen, sondern nur, wie das von uns interpretiert wird. Wie nah wir etwas an uns heran- und uns aus der Ruhe bringen lassen.

Wie bitte soll man interpretieren, dass mehr als jeder vierte Wiener eine Partei wählt, die ausschließlich hetzt, fremdenfeindlich ist, Angst und Hass schürt? Jeder vierte! Eins, zwei, drei, der! (Bei den Frauen nur jede fünfte, immerhin, aber auch noch um 20 Prozent zu viel.) Und der auch.
Wie soll man da bitte gelassen bleiben und weder Wut noch Angst aufkommen lassen? Wie soll man da nicht wütend und hilflos werden, sondern cool keepen ohne eine Überdosis an Beruhigungsmitteln?

Reicht es angesichts dieser Entwicklungen, gelassen zu bleiben?

Samstag, 9. Oktober 2010

Selbstzensur

Wäre das ein anonymes Blog, ich tät mich grad gern so richtig ausheulen. Voller Wut, Selbstmitleid, Ärger, Traurigkeit, Gekränktheit, ... dem ganzen Mist halt.

Das ist aber kein anonymes Blog, sondern ein öffentliches. Ich habe keine Ahnung, wer hier mitliest. Sich dann daran freut, dass es mir nicht gut geht. Mitleidig und ein wenig schadenfroh lächelt. Sich denkt: "Selber schuld, die blöde Kuh". Sich betroffen oder angegriffen fühlt. Vielleicht eh niemand, weil die nur sich selbst sehen und niemanden rundherum. Aber wer weiß?

Deshalb schlucke ich meine Tränen tapfer hinunter. Oder packe sie in ein Mail an ausgewählte Freunde und Freundinnen. Die müssen das aushalten. Die müssen mich aushalten. Dafür hab ich sie nämlich (auch).

Dienstag, 5. Oktober 2010

Luftschlösser zu verkaufen

Was den Menschen wirklich fehlt im Leben, ist nicht irdischer Reichtum und Geld (Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern Phantasie, Träume und Visionen, für die es sich lohnt zu leben und zu kämpfen.
Deshalb meine neue Geschäftsidee:


HIMMLISCHES WOHNVERGNÜGEN IN HERRLICHER BLAURUHELAGE

Neue Luftschlösser, die keine Wünsche offenlassen, zu vermieten.
Hochwertige Qualität garantiert lange Wertbeständigkeit. Erstbezug.
Unsere geräumigen Luftschlösser (beheizbar mit Lebensenergie und Körperwärme) verfügen über beliebige Nutzfläche. Liebevoll und aufwändig sanierte Wolkenkuckucksheime in einer der schönsten Gegenden der Welt, im Reich der Phantasie! Traumhafte Aussichten!
Eine moderne ökologische Bauweise und Verwendung bester Materialien prägen den Baustil. Herrliche Sonnengärten mit Eigengrund samt Außenanlagen und südseitig gelegenen Traum-Abstellplätzen bieten für jeden Geschmack etwas.
Kostenlose Mitplanungsmöglichkeit für individuelle Bedürfnisse.
Zusätzlich befinden sich in den Schlössern aus Luftziegel gemauerte Keller und unendlich viel Platz für Gedanken in den dazwischenliegenden Schlupflöchern, welche auch allerlei Schätze Ihrer Vergangenheit beherbergen.

Unsere Objekte bestechen nicht nur durch ihre zentrale Lage, sondern auch durch die rasche Erreichbarkeit der angrenzenden Natur- und Naherholungsgebiete im Luftschlosspark. Egal, ob Sie mal kurz zum Kern der Sache wollen, oder einen dringenden Termin in der Realität wahrnehmen müssen, durch die gute Infrastruktur und optimale Verkehrsanbindung kommen Sie rasch an Ihr Ziel.
Die Zufahrt zum Anwesen erfolgt über eine lebendige Phantasie, die auf dem letzten Kilometer in den richtigen Weg mündet.

Für die schmale Geldbörse bieten wir selbstverständlich auch weniger gut ausgestattete und renovierungsbedürftige Luftschlösser an. Bastlerhits!

Besichtigungstermine und weitere Informationen erhalten Sie gerne auf Wunsch.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Ich kann

Irgendwas hat sich geändert in den letzten Jahren. Etwas, das mein Leben noch bunter und spannender macht.
Ich kann nämlich.
Also, vielleicht konnte ich ja früher auch schon, aber da hab ich mir öfter Prügel in den Weg gelegt und gesagt: Das kann ich nicht. "Betten machen kann ich leider überhaupt nicht", hab ich zu meiner Mama gesagt, "und bügeln auch nicht." Nach und nach bin ich draufgekommen, dass diese Haltung ganz schön bequem ist. Es soll ja Männer geben, die diese Übung jahrzehntelang praktizieren.
Ja, und so ein Kannichnicht schützt auch vor dem Scheitern.

Noch vor Jahren hab ich mir vor Angst fast ins Hoserl gemacht, wenn ich auf einer Betriebsversammlung das Gefühl hatte, etwas sagen zu wollen. Mein Herz hat wie wild geklopft, ich hab hundertmal im Kopf formuliert, daran gezweifelt, ob das, was ich zu sagen habe, überhaupt interessant oder wesentlich ist, und wenn ich dann diese Fragen endlich mit "ja" beantwortet hab, war das Thema längst ein anderes.

Jetzt stelle ich mich dem Scheitern. Trete (halbwegs selbstbewusst) vor vielen Leuten auf, halte mich nicht nur an meinen Texten fest, sondern wage mich an schauspielerische Herausforderungen auf der Bühne, erarbeite mutige Konzepte, leite Schulungen und Seminare und wage für mich ungewohnte Seminarmethoden und Übungen, die auch schief gehen könnten.

Vor Wochen fragte mich eine deutsche Kollegin (und mittlerweile Freundin), ob ich mir vorstellen könnte, bei einer Tagung die Redaktion einer Tagungszeitung zu leiten. "Ich kann", sagte ich. Ja, natürlich bekam ich später Bauchweh und Alpträume und überlegte, ob ich der Aufgabe überhaupt gewachsen bin. Aber dann hab ich mich nicht mehr getraut "Ich kann nicht" zu sagen.
Und so schlüpfte ich in den letzten Tagen von einer Rolle in die nächste. Manchmal in mehrere am Tag. Von der Expertin über ehrenamtliche Sachwalterschaft wurde ich zur leitenden Chefredakteurin, am Abend wechselte ich Rolle und Strümpfe und war Autorin, am nächsten Abend war ich einfach ich: Ein bisschen betrunken, ein bisschen peinlich, gut gelaunt und glücklich. Mit dem Flieger gelandet, weitergearbeitet, das richtige Kleid nicht gefunden, die falschen Texte ausgedruckt, ab zur nächsten Lesung. Zur nächsten Herausforderung. Welturaufführung in Mistelbach.

Das faszinierende an der Sache: Je mehr ich die Möglichkeit zu scheitern in Kauf nehme und manche Dinge einfach riskiere und anpacke, umso weniger scheitere ich. Und wenn... dann scheitere ich halt und lerne. Die Welt geht nicht unter von einer blöden Meldung, einem vergeigten Seminar, einer nicht gelungenen Zeitung und einem peinlichen Auftritt, in dem ich nicht in die Ärmel des Jäckchens finde ;-)

Aber das Leben wird so viel glücklicher und aufregender durch erfolgreiche Seminare, zufriedene RedakteurInnen und LeserInnen, berührte ZuhörerInnen und Aha-Erlebnisse auf der Bühne.

Keine Angst. Ich hebe nicht ab. Ich kenne meine Grenzen. Aber sie zu erweitern und gelegentlich zu überschreiten, macht unendlich Spaß.

Samstag, 25. September 2010

Die kleine Prinzessin

Es war einmal eine kleine Prinzessin, die lebte mit dem König, der Königin und ihrem Prinzenbruder in einem alten, baufälligen Schloss.
Der König war immer sehr beschäftigt, denn sein Reich war groß und er musste es Tag und Nacht vor Angriffen und Bedrohungen schützen.
König und die Königin waren zwar reich an Kreativität und Humor, jedoch arm an irdischen Gütern. Gold und Geschmeide waren längst verkauft, Kammerzofen und Kammerdiener konnten sie sich keine mehr leisten.
(Hofnarren brauchten sie hier ohnehin nicht, diese Rolle übernahm abwechselnd jemand aus der königlichen Familie).
Deshalb kümmerte sich der große Prinzenbruder um die königliche Wäsche, das königliche Geschirr und die königlichen Haselnüsse, baute im Schlossgarten Kräuter, Früchte und Kartoffel an und pflegte die weitläufige Parkanlage.
Die kleine Prinzessin ging noch zur Schule, rechnete tagein, tagaus und entwickelte sich dank des weisen Beraters und Hofgelehrten zum Mathematikgenie. Auf dem Hof sorgte sie sich um die zahlreichen Tiere in den Stallungen, striegelte ihr Fell, sprach mit ihnen und schüttete ihnen ihr Herz aus. Weil so ein Leben sehr anstrengend war, schlief die Prinzessin lange und oft.

„Liebes Kind“, sagte die Königin eines Tages und drückte die Prinzessin an sich. „Du bist zwar jetzt erwachsen. Irgendwann wirst du auch eine stolze und schöne Königin sein wie ich“, sie wischte sich eine Träne aus dem Auge, „aber noch bist du mein kleines Mäuschen.“ Eine andere Königin hätte vielleicht hinzugefügt: „Tu nichts, was ich nicht auch tun würde.“ Diese Königin aber sagte: „Tu lieber nicht, was ich alles getan hab.“
Die Prinzessin rollte mit den Augen, die Königin war wieder einmal peinlich. Peinlicher war nur noch die adoptierte Großmutter, die – vermutlich aufgrund ihres Alters - verlernt hatte, sich in Gesellschaft zu benehmen.

„Pack dein Köfferchen, Kind“, fuhr die Königin fort. „Wir werden anlässlich deiner Volljährigkeit eine kleine Reise machen. Und vergiss dein Abendkleid nicht, wir wollen heute Abend schön sein.“
Der König wuchtete das Gepäck in die schwarze Kutsche mit dem königlichen Wappen der Sonnenspirale und verabschiedete sich hastig von der Königin und der Prinzessin. „Ich kann euch leider nicht begleiten…“, stammelte er, „sie greifen schon wieder an.“
„Ich kann auch nicht“, sagte der Prinzenbruder, „die Bauern im Reich ernten Kartoffeln. Ich muss die Ernte überwachen.“

Die Kutsche fuhr durch ein malerisches, grünes Tal und hielt vor einem prunkvollen Bau. „Wir werden uns hier ein wenig von der Mühsal des königlichen Alltags erholen“, nahm die Königin ihr Prinzesschen an der Hand, geleitete sie in den Südtrakt und schenkte ein Glas Champagner ein. „Auf’s Leben“, lächelte sie, und: „Hab keine Angst vor dem Älterwerden, man kann auch noch Spaß haben, wenn man erwachsen ist. Es gibt nicht nur königliche Pflichten, sondern auch königliche Vergnügungen. Das ist eine davon“, ließ sie sich in ihr Bett fallen.

Königin und Prinzessin lustwandelten durch die sanften Gärten des malerischen Tales. Später ruhten sie sich aus, widmeten sich ihrer Lektüre und machten sich frisch. Eine liebreizende Kammerzofe träufelte ein paar Tropfen Öl auf den Körper der kleinen Prinzessin und knetete sanft den von den Kümmernissen des Lebens gemarterten Rücken.
Später schöpfte der Kammerdiener Wasser aus einem hölzernen Zuber und goss es auf die heißen Steine. „Hmmm…“, stöhnte die Prinzessin, und „Aaaaahhh“ die Königin.

„Aufwachen, mein kleines Mäuschen“, flüsterte die Königin der Prinzessin ins Ohr, die vor Entspannung eingeschlafen war. „Wir haben noch etwas vor. Mach dich schön!“

In der nahen Stadt trafen sie auf die wunderhübsche, wunderkluge, blondbeinige Prinzessin aus dem Nachbarreich. Sowohl die Königin als auch die kleine Prinzessin hatten sie in ihre Herzen geschlossen und freuten sich. Gemeinsam gönnten sie sich ein üppiges Mahl, aßen von silbernen Löffelchen und tranken aus kristallenenen Gläsern. „Du bist endlich erwachsen!“, hob die Nachbarprinzessin ihren Becher, „also wollen wir dich in die Welt der Erwachsenen einführen.“
Die Prinzessin hob die Augenbrauen. Oh, dachte sie, das klingt spannend. Sie schloss die Augen. In ihrer Fantasie ritten wilde, stolze Prinzen auf wilden, stolzen Pferden durch die Landschaft. Einer der Prinzen, der letzte, der ein wenig krumm auf seinem hinkenden Pferd saß, ritt geradewegs auf sie zu. Er zitierte lateinische Verse. Die kleine Prinzessin zuckte zusammen. „Neiiiiin!“, schrie sie.
„Keine Angst.“ Die blondbeinige, große Prinzessin legte ihr tröstend die Hand auf die Schulter. „Es war nur ein Alptraum. Prinz Figidor kommt nicht mit. Wir frönen heute dem Glücksspiel.“

Die Königin setzte alles auf Rot. Sogar ihr Halsband, die Brosche und den Ehering. Die Kugel rollte. „Sie sind so peinlich, Frau Königin“, seufzte die kleine Prinzessin lächelnd, denn tief in ihrem Inneren liebte sie die Königin fast so sehr wie diese sie.
„Rien ne va plus“, sagte der Croupier. „Nichts geht mehr.“
„Geht eh!“, sagte die große, blondbeinige Prinzessin.
„Gehen wir?“, fragte der stattliche, wunderschöne Prinz mit seinen strahlenden Augen, der aus dem Nichts aufgetaucht war. Er nahm die Hand der kleinen Prinzessin. „Du hast soeben den Hauptpreis gewonnen.“ Sein Lächeln war hinreißend. "Mich.“
Der kleinen Prinzessin schlotterten vor Aufregung die Knie. Sie blickte abwechselnd zur Königin, zur blondbeinigen Prinzessin und dem wunderschönen Prinzen.
„Geh ruhig!“, sagte die Königin. „Tu, was du tun musst. Leb dein Leben. Und sag ihm, wenn er sich als Frosch entpuppt, reiß ich ihm höchstpersönlich den Kopf ab.“


Den Prinz und den Hauptpreis kann ich dir nicht versprechen, Kind. Den Rest schon. Aber sollte der Prinz tatsächlich auftauchen und du mit ihm in die dunkle Nacht verschwinden, teile ich halt die Suite mit der blondbeinigen Nachbarprinzessin.

Alles Gute zum Geburtstag, Kleines!

Donnerstag, 16. September 2010

Verdammte Gefühle!



Ihr wisst eh, wie sehr ich mich freue, wenn ihr zum Auftritt von "Femmes frontales" (Texte, Musik, Schmuck) kommt, oder? Es erwartet euch eine Überraschung.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

Wie geht es unserer Testsiegerin?
Wie geht es unserer Testsiegerin?
Lo - 5. Feb, 17:25
Vielen Dank! Du findest...
Vielen Dank! Du findest mehr von mir auf facebook ;-)
testsiegerin - 30. Jan, 10:40
Kurschatten ' echt keinen...
auch wenn diese deine Kur schon im Juni...xx? war,...
kontor111 - 29. Jan, 09:13
zum entspannen...Angel...meint
wenn ich das nächste Mal im Bett liege, mich verzweifelt...
kontor111 - 29. Jan, 08:44
"Pinguin"
"Pinguin"
bonanzaMARGOT - 11. Mär, 11:11
Sleepless im Weinviertel
Ich liege im Bett. Ich bin müde. Ich lese. Eine Romanbiografie...
testsiegerin - 13. Jan, 11:30
... ich könnte mal wieder...
... ich könnte mal wieder eine brasko-geschichte schreiben.
bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
OHHH! Hier scheint bei Twoday etwas nicht zu stimmen. Hoffentlich...
Lo - 7. Jan, 13:36

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