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Montag, 24. März 2008

Gretchenfrage

Wie ich es mit der Religion halte, hat la mamma andernorts gefragt. und weil meine Gedanken- und Erinnerungskette zu lang für einen Kommentar ist, fädle ich hier selbst. Ein paar bunt schillernde Glaskugeln fädle ich, ein paar echte Flussperlen und viele Glieder eines Rosenkranzes.

Das erste Mal den Eindruck, dass da etwas nicht stimmt, den hatte ich, als ich mich eines Sonntagsmorgens in der Kirche in den Betrachtungen des Kristallleuchters verlor und dafür nicht nur von meiner Oma, sondern auch von vielen anderen alten Kirchgängern ausgeschimpft wurde. Was ist schlimm daran, während der Messe nicht geradeaus auf den Pfarrer sondern hinaufzuschauen, dort wo angeblich Gott wohnt?

Später dann war ich bei den sozialistischen Kinderfreunden und bei der KAJ, der Katholischen Arbeiterjugend. Bei den Kinderfreunden war es lustig, bei der KAJ haben wir hauptsächlich gebastelt. Aber ein Highlight war die jährliche Ferienwoche in der Steiermark. Der Herr Kaplan war intelligent, jung und attraktiv, die Diskussionen waren spannend und die Mutprobe in der Gruselnacht aufregend. Tagsüber lagen die älteren Mädels neben dem Kaplan barbusig in der Sonne. (Ich war damals leider noch bar jeglichen Busens)
Der Kaplan wurde versetzt, und das, obwohl er es mit der christlichen Gemeinschaft sehr ernst nahm. Wieder dachte ich mir, dass da etwas nicht stimmt.

Ich war jung, ich war ahnungslos und ich war ein Mädchen vom Land, das wegen des Studiums in die große Stadt ging. Weil die beste Freundin in einem Studentinnenheim des Opus Dei wohnte, zog ich auch dort ein. Tagsüber studierte ich Russisch und das Leben und fickte mit jungen Männern in Che-Shirts, abends betete ich gemeinsam mit Jusstudentinnen aus gutem Hause dornenreiche Rosenkränze. Eines Tages lag ein Büchlein auf meinem Bett: „Denn heilig ist euer Leib.“ Mein Leib war mir immer heilig, da musste mich niemand bekehren.
Nach einem knappen Jahr schmiss man mich aus der Kalmann-Villa.

Noch immer las ich „Die Wende“, eine katholische Jugendzeitschrift und wartete auf eine ebensolche. Sie kam nicht. Ich ging in die Mensa der Katholischen Hochschulgemeinde (das Essen dort war gut und billig und die Mensa viel gemütlicher als diese riesige im Universitätsgebäude) ich diskutierte mit angehenden Theologen.
Sie alle wollten mich immer nur missionieren, zu meinem Besten. Sie sind überzeugt davon, dass ich auf dem falschen Weg bin und den richtigen erst finden werde. Sie würden mir gerne dabei helfen. Ich aber bin allergisch aufs Geholfenwerden, ohne dass ich um Hilfe bitte.

Ich habe keine Probleme mit Esoterikern, Veganern und Katholen, sie sollen ihr Ding leben, sie sollen wahlweise Feng-Shui-Kristalle, ihren Vollwerthirsebrei oder einen halbnackten, toten Mann am Kreuz anbeten, das ist wirklich ihre Sache. Aber sie sollen bitte nicht die Nase rümpfen, wenn mein Sofa in der faschen Ecke steht, ich ein Lammkotelett mit Rosmarin und Speckbohnen esse und leise darüber schmunzle, dass sie allen Ernstes glauben, Gottes Leib käme in Gestalt von geschmacksneutralen Oblaten daher.

Trotz allem verfolgte ich alles, was in der katholischen Kirche passierte, mit großem Interesse. Die Plattform „Wir sind Kirche“, die Gleichberechtigung und Mitbestimmung forderte, wurde von den Mächtigen niedergeprügelt und gab auf. Zumindest hört man heute kaum noch von denen.

Das – und ganz sicher nicht der Kirchenbeitrag war der Grund, weshalb ich aus diesem (für mich machtgeilen, verlogenen Haufen) austrat. Lange bevor ich der SPÖ beitrat (auch die ist manchmal ein machtgeiler, verlogener Haufen, aber deren Ideologie ist mir näher).

Meine Kinder sind „arme Heidenkinder“. Wenn man das überhaupt so sagen kann, denn mein Sohn wurde von meiner Oma heimlich mit Wasser aus Lourdes notgetauft.

Als ich Jahre später mit meinen Kindern in der Kirche war, damit sie so ein exotisches Bauwerk auch einmal von innen sehen, und weil man nur ablehnen kann, was man auch kennt, fanden sie das schön und sind zwischen den Bankreihen hin- und hergelaufen und haben sich sogar hingekniet. Sofort zischte ein mehrstimmiges „Pschschscht“ durch das Gotteshaus, das man mit „Schleichts euch“ übersetzen hätten können.
Lasset die Kinder zu mir kommen, hat Jesus angeblich gesagt, von grantiggiftigalten Weibern war glaub ich nicht die Rede.

Meiner Tochter wird in der Kirche immer schlecht, vom intensiven Weihrauchgeruch. Ich glaube, es liegt nicht nur an der minderen Qualität des Weihrauchs. „Dass es diesen Jesus mal gab, das kann schon sein“, sagte sie gestern, „aber das mit der Auferstehung haben sie sich nur ausgedacht, weil sie sich nicht damit abfinden konnten, dass der Kerl tot ist.“

Samstag, 22. März 2008

Karikaturen

Das Haus verlässt sie nur
mit Kopftuch
und der Erlaubnis
des Herrn

Ihr eigenes Leben
dem seinen geopfert
Das war schon immer so
im bäuerlichen Weinviertel

Der einst stolze Brautschleier
(heute ein Grauschleier)
legt sich über Blick
und Zukunft

Immer zu Halbmond
hat sie es mit dem Kreuz

Nur manchmal
(nach dem wöchentlichen Bad)
trägt sie Turban
und redet Tacheles mit ihm

Ich glaube, sagt sie
ich glaube, ich kann nicht mehr
Nicht so



Er starrt ins Leere
Bauch und Gleichmut
vom Bier
nicht vom Buttertee

Gezeichnet
sind sie beide

Sonntag, 16. März 2008

Ohne Worte

Wenn eine Sängerin keine Stimme hat, singt sie eben einmal nichts.
Wenn ein Maler keine Leinwand hat, malt er kein Gemälde.
Eine Fotografin ohne Kamera macht höchstens Schnappschüsse mit ihren Augen und speichert die Bilder auf der Festplatte ihres Herzens.

Wenn eine Autorin keine Worte hat, kann sie noch immer über ihre Schreibhemmung schreiben. Das macht sie zwar vielleicht ein bissl interessant, interessiert aber in Wirklichkeit keine Sau, genauso wie es keine Sau interessiert, wenn Politiker keine Lust auf Zusammenarbeit haben, die Sekretärin eine Sehnenscheidenenzündung und die Prostituierte eine ohne Sehnen hat.

Deshalb hier und heute kein Wort über Schreibhemmungen. Keine Sorge (flüstere ich mir selbst zu), in zwei Wochen verlernt man das Schreiben nicht. Ich bin einfach faul, beruflich überlastet, lustlos und ich habe den Winter satt.

P.S. Lieber Anonymer Mitleser. Ist Ihnen aufgefallen, dass ich in dem Beitrag kein Wort über meine finanzielle Situation verloren habe? Dafür könnten Sie mich aber jetzt schon ein bissl loben, finde ich.

Samstag, 8. März 2008

Brot und Rosen

Ich weiß, stand schon voriges Jahr hier. Aber weil sich leider an der Tatsache, dass z.b. Marie immer noch weniger Marie kriegt als Max im letzten Jahr nichts geändert hat, weil Marie noch immer nicht die gleichen Karrierechancen hat wie Max, weil Marie keinen Unterhaltsvorschuss für Mariechen kriegt, weil "zeugungsfähig" nicht gleich "zahlungsfähig" bedeutet, aus all diesen und tausend zusätzlichen Gründen steht das Gedicht auch in diesem Jahr wieder hier.
Allen Frauen einen kämpferischen, selbstbewussten, sonnigen Frauentag.
Allen Männern sei an dieser Stelle noch einmal gesagt: Wir kämpfen nicht gegen euch. Sondern viel lieber Seite an Seite mit euch. Für Gleichberechtigung, Chancengleichheit und ein gerechteres Leben.


Wir kaufen selbst uns Brot und Rosen
und alles, was uns sonst gefällt
In Kleidern, Stöckelschuhen, Hosen
kämpfen wir für Frauenrechte auf der Welt
Wir tragen Stolz und Schminke im Gesicht
Bist du ein Weib, brauchst du die Peitsche nicht

Locker bleiben und nicht locker lassen
Geduldig war’n wir lang genug, damit ist Schluss
Keine Angst, wir werden lieben und nicht hassen
Uns selbst, das Leben, einen sanften Kuss
Weil nicht ans Kinn, sondern ins Herz die Liebe trifft
Gehst du zum Mann, benutz den Lippenstift

Ach ja, beschimpft uns doch als Kampfemanzen
vergreift euch wieder mal im Ton
Nennt unsre Freundinnen vom Land nur Pomeranzen
und überschüttet uns mit Hohn
Heut Nacht fasst euren Zauberstab alleine an
Geh ich mit Frauen aus, ist selbst der Mann

Wir können Abseits nicht nur schreien, sondern auch erklären
Und wissen um der Viererkette schlichten Glanz
Die Kinder werden weiter wir gebären
sie wickeln kann man aber auch mit Schwanz
Und eines Tages, wagt den kühnen Schritt:
Geht ihr zum Fußballmatch, nehmt Frau und Kinder mit

Mit Abfangjägern kämpft ihr gegen Klimawandel
Verändert Gene statt Hybridmotoren
Bereichert euch mit Aktien- und mit Frauenhandel
Und werdet dafür in der Hölle schmoren
Doch Kopf hoch, Mann, wir zeigen dir, wie’s geht
Gehst du zum Weib, benutz das Hörgerät

Samstag, 1. März 2008

Tauchstation

Lass dich ruhig hinabziehen, sagst du, die geübte Taucherin, und hilfst mir den Bleigürtel umzuschnallen. Wenn du unten auf dem Meeresgrund angekommen bist, genieße für einen kurzen Augenblick den Boden unter deinen Füßen. Dann stoß dich ab und komm wieder rauf.
Hier, nimm die Sauerstoffflasche. Sie ist gefüllt mit Geschichten. Geschichten, die ich dir anstelle von schlechten Ratschlägen mit in den Abgrund gebe. Es sind Geschichten über meine Tauchgänge. Glaub mir, lächelst du, ich bin in den Weltmeeren nicht nur in berauschenden Korallenriffen geschnorchelt. Ich glaube dir aufs Wort. Tauchen lernt man nämlich nicht in der Badewanne mit einem Glas Wein und einem Teller Spaghetti.
Die Geschichten handeln vom Tauchen, vor allem aber vom Auftauchen. Darüber, wie du jedesmal ein wenig von der Tiefe mit an die Oberfläche nimmst. Und jedes Mal ein bisschen Oberflächlichkeit und Leichtigkeit in die Schwere. Da wie dort wird dich durch die Übung immer mehr Gelassenheit umgeben.
Lachen hab ich dir auch eingepackt, denn erstens sieht deine Tränen da unten ohnehin keiner und zweitens kannst du sie im Salzwasser nicht einmal schmecken.

Nein. Ich kann dich nicht begleiten, sagst du. Ich will auch gar nicht, denn ich sitze lieber hier am Ufer, auf den warmen Steinen, mit einem guten Buch. Aber ich werde auf dich warten. Besser du kommst, bevor ich die Flasche Tequila allein ausgetrunken habe.

Dienstag, 26. Februar 2008

Stellen Sie sich vor

Schließen Sie die Augen und stellen sich vor, es ist ein schöner, sonniger Februartag. Ein Tag, der Ihnen vorgaukelt, es wäre schon Frühling, dabei fällt Ihnen einer seinen Kollegen demnächst bestimmt wieder mit aller Kraft des Winters in den Rücken.
Stellen Sie sich vor, Sie haben gestern eine Benachrichtigung für einen eingeschriebenen Brief in der Post gehabt. Sie gehen also heute zum Postamt, um diesen Brief abzuholen. Ihnen schwant Böses, denn Sie können sich dunkel erinnern, vor vielen Wochen eine Nachricht über eine erfolgte Anzeige in der Windschutzscheibe gefunden zu haben. Schon damals haben Sie Ihr Fieber verflucht, welches Sie veranlasst hat, anstelle keines Parkscheines einen bereits entwerteten in die Scheibe zu legen.
Beim Öffnen des Schreibens klopfen Sie sich dreimal an die Burst, murmeln „mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“ und flehen zum Himmelvater: „Lieber Gott, lass die Strafe unter 100 Euro sein, wenn es dich gibt.“
Entweder Gott bestraft Sie augenblicklich für Ihre Zweifel oder es gibt ihn nicht. Das werden wir nie erfahren.
Sie beschließen, die Strafe von dem Geld zu bezahlen, dass Sie mit dem Schreibkurs an der Volkshochschule verdienen, erfahren aber leider etwas später, dass der Kurs mangels Anmeldungen nicht stattfinden wird.

Stellen Sie sich vor, Ihr Schreibtisch quillt dann über und Sie ersticken in Arbeit. Zwischendurch ärgern Sie sich – wahlweise oder gleichzeitig – über Behörden, Angehörige und/oder die Politik.
Am Nachmittag machen Sie Außendienste, hören zu, sind geduldig und liebenswert, sorgen sich um Klienten, freuen sich über Fortschritte und sind mit dem Leben beinahe ein bisschen versöhnt.
Weil vor dem beruflichen Abendtermin noch ein bisschen Zeit ist, fahren Sie aus der Kleinstadt hinaus, quer über Feldwege und parken dort. Stellen Sie sich vor, dort genießen Sie die Nachmittagssonne, üben einen Text zu lesen und denken nach, wie Sie Ihre finanziellen Probleme in den Griff bekommen, damit Sie Ihrem Kind seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen können.
Ein Traktor kommt Ihnen auf dem schmalen Feldweg entgegen. Sie drehen den Zündschlüssel, um ihm Platz zu machen. Stellen Sie sich vor, das Auto stottert und springt nicht an. Auch nach vielen Versuchen nicht.
Sie rufen den ÖAMTC, ersuchen um Hilfe und geben die Nummer Ihrer Clubkarte bekannt. Sie versuchen dem netten Herrn aus der Großstadt zu erklären, dass der Feldweg, auf dem Sie sich befinden, keine Adresse hat. Der nette Herr aus der Großstadt versucht seinerseits Ihnen zu erklären, dass der Clubbeitrag noch nicht bezahlt ist.
Während Sie nervös warten (der warme Frühlingstag hat sich längst in einen kühlen Spätwintertag verwandelt), rufen Sie Ihren Ehegatten an, der üblicherweise für die Bezahlung der Rechnungen zuständig ist und machen ihn zur Schnecke. Leichtsinnigerweise fragen Sie, ob Sie noch mit weiteren unbezahlten Rechnungen rechnen müssen.

Stellen Sie sich vor, der gelbe Engel mit schwarzen Haaren und Bart kriegt Ihren Wagen nicht flott. Vermutlich etwas mit der Elektronik, sagt er, der muss in die Fachwerkstätte. Sie werden abgeschleppt und denken nicht einmal daran, dass Sie in Ihrem Leben schon auf viel spannendere Weise abgeschleppt wurden.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen am späten Abend endlich nach Hause (im Leihwagen, den Sie spätestens morgen wieder gewaschen und gebürstet und gefüttert zurückbringen müssen) und sagen Ihrem Kind unter Tränen, dass es lieber nicht damit rechnen soll, den heiß ersehnten Wunsch erfüllt zu bekommen. Nicht dieses Jahr. Vielleicht nächstes, oder irgendwann. Stellen Sie sich vor, das Kind nickt verständnisvoll und traurig und Sie sitzen da und halten sich in den Armen und heulen. Stellen Sie sich vor, dabei bricht Ihnen das Herz.

Stellen Sie sich weiter vor, es ist kein Wein zu Hause, um sich anzusaufen. Und so tief sind Sie noch nicht gefallen, dass Sie Birnenbrand zwitschern.
Sie schreiben sich Ihren Kummer von der Seele und schicken das Mail an eine Freundin. Und noch dazu ein paar Top Secrets der Marke "Schweige-wie-ein-ägyptisches-Pharaonengrab". Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie kommen nach der Mitteilung "Mail versendet" drauf, dass Sie das Mail nicht an die Freundin, sondern einen Parteikollegen geschickt haben.

Vielleicht stellen Sie sich das alles besser nicht vor. Sie dürfen die Augen wieder aufmachen.

Dienstag, 19. Februar 2008

Liebes Leben

Ja, das ist kein Zufall, dass da ein Abstand ist zwischen den beiden Wörtern deiner Anrede. Mir wäre ja lieber, da wäre keiner. Obwohl – andererseits wäre mir Abstand wieder ganz recht. Ganz viel Abstand wäre mir ganz recht. Samoa zum Beispiel. Das wäre ziemlich viel Abstand, zumindest von hier. Von mir und von dir wahrscheinlich nicht, ich nehme mal an, du verfolgst einen sowieso überall hin.
Warum ich dir heute schreibe?
Weil du mir grad total auf die Nerven gehst und es mir manchmal so schwer machst. Weil du alles andere als gerecht bist. (Und wehe du säuselst jetzt wieder dein typisches „ja, ja, das Leben ist halt nun mal nicht fair“!)
Nicht nur den Reichtum hast du völlig ungerecht verteilt und mich und meine Familie dabei einfach übersehen, auch die Talente. Es gibt Menschen, die können genial Geige spielen, andere singen, andere wieder Schach spielen. An mir bist du vorbeigegangen, hast da und dort ein paar Talentsternchen auf mich herabgeworfen und bist weitergezogen. Ich bin Expertin in Einbisschenwasvonallem. Nein, das wäre übertrieben. Ich kann nämlich weder Geige spielen noch Schach spielen. Ich bin Expertin in Einbisschenwasvoneinbisschenwas. Ich kann ein bisschen kochen, ein bisschen schreiben, ein bisschen kreativ sein, ein bisschen blöd sein, ein bisschen politisch aktiv sein, ein bisschen ein guter Mensch sein. Aber damit bringt man es nicht weit im Leben. Ah ja. Expertin im Verwalten des Wahnsinns bin ich auch, davon werde ich höchstens selbst wahnsinnig.
Weißt du, ich hab mich ja schon oft bei dir bedankt für das, was du mir geschenkt hast. Meine Zellulitis und – wie meine Kollegin immer betont – mein Schlupflid am rechten Auge, zum Beispiel. Danke noch einmal dafür. Auch für meinen Zynismus, er hilft mir nämlich oft dich überhaupt auszuhalten.
Ich finde also, es steht mir auch einmal zu, mich bei dir zu beschweren. (Auf www.salzamt.at habe ich es schon versucht, die schreiben aber auch nicht zurück.)
Ich hab dich oft genug verteidigt, wenn Menschen an deinem Sinn gezweifelt haben. Der Sinn des Lebens ist es einfach zu leben, hab ich gesagt und auf all das Schöne verwiesen, auf die Blumen und den Himmel und die Liebe und ein gutes Erdäpfelgulasch.
Aber jetzt mag ich dir endlich auch einmal sagen, dass ich es nicht o.k. finde, wenn du mir ständig Prügel vor die Füße wirfst und glaubst, ich brauche eine Rund-um-die-Uhr-Herausforderung. Ich mag’s auch manchmal einfach nur fein und leicht haben. Ohne Schulden und –gefühle, ohne Sorgen und –falten, einfach NETT halt. NETT, verstehst du? Wenn es sein muss, mit Schutzbezügen und einer Schrankwand, wenn das der Preis dafür ist.

Komm mir jetzt bitte nicht mit dem Zwitschern der Vögel und dem Duft von frischem Kaffee. Weißt du, was mit der Amsel passiert ist, die ich gestern zwitschern gehört hab? Heute früh war sie im Badezimmer und im Vorzimmer. Ja, eine Amsel in zwei Zimmern. Von meinen Katzen zerfetzt. Rat mal, wie viele Federn so eine Amsel hat? Reichlich Federn hat die. Und reichlich Blut auch. Ja, ich weiß. So ist das Leben. So bist du. Ganz schön brutal manchmal.
Und wenn wir schon dabei sind: Hast du eine Ahnung davon, was ich durchmache, bevor ich den Duft frischen Kaffees riechen darf?
Satzbehälter leeren. Wasser nachfüllen. Maschine entkalken. Gerät reinigen. Spülen. Bohnenbehälter leer.
Da scheiß ich auf den frischen Kaffee, liebes Leben! (Noch immer mit Abstand). Da warte ich lieber ab und trink Tee.

So, jetzt hab ich es dir aber reingesagt, oder?
Schreibst du mir trotzdem zurück?
Du kannst deine Antwort gern auch ohne Abstand schicken.


Deine Barbara

Mittwoch, 13. Februar 2008

Eine Frage:

Warum schreibt eigentlich keine Sau (abgesehen von Datja) irgendwas zu dieser Geschichte?

Nein, ich bin nicht traurig deshalb. Ich frag ja nur.

Weise Worte, wahr

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Selbstgeschrieben


Barbara A. Fallnbügl (mein Mädchenname) Monika Pellkofer- Grießhammer
Jakob und der gewisse Herr Stinki


Barbara A. Lehner (Text) Eleonore Petzel (Musik)
Von Herzen und Seelen - CD

Neu

Wie geht es unserer Testsiegerin?
Wie geht es unserer Testsiegerin?
Lo - 5. Feb, 17:25
Vielen Dank! Du findest...
Vielen Dank! Du findest mehr von mir auf facebook ;-)
testsiegerin - 30. Jan, 10:40
Kurschatten ' echt keinen...
auch wenn diese deine Kur schon im Juni...xx? war,...
kontor111 - 29. Jan, 09:13
zum entspannen...Angel...meint
wenn ich das nächste Mal im Bett liege, mich verzweifelt...
kontor111 - 29. Jan, 08:44
"Pinguin"
"Pinguin"
bonanzaMARGOT - 11. Mär, 11:11
Sleepless im Weinviertel
Ich liege im Bett. Ich bin müde. Ich lese. Eine Romanbiografie...
testsiegerin - 13. Jan, 11:30
... ich könnte mal wieder...
... ich könnte mal wieder eine brasko-geschichte schreiben.
bonanzaMARGOT - 8. Jan, 07:05
OHHH!
OHHH! Hier scheint bei Twoday etwas nicht zu stimmen. Hoffentlich...
Lo - 7. Jan, 13:36

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